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Zwischenergebnis

Architektenwettbewerb City 2020 zeigt: Hannovers Innenstadt hat Potenzial

Von Conrad von Meding

Das Zwischenergebnis im Architektenwettbewerb City 2020 zeigt, dass Hannovers Innenstadt noch viel Potenzial für Neubauten hat.
 Aber am Hohen Ufer der Leine will die Jury die Planerbüros noch weiter experimentieren lassen.
Der besonders geschätzte Entwurf: Aus einem Neubau an der Ecke Leibnizufer/Goethestraße blickt der Betrachter in dieser Computeranimation über die Marstallbrücke zum Beginenturm, dem gegenüber sich ein weiterer Neubau erhebt.

Der besonders geschätzte Entwurf: Aus einem Neubau an der Ecke Leibnizufer/Goethestraße blickt der Betrachter in dieser Computeranimation über die Marstallbrücke zum Beginenturm, dem gegenüber sich ein weiterer Neubau erhebt.

© Kellner/Schleich/Wunderling mit Nagel/Schonhoff

Ein „Feuerwerk der Ideen“ sei Hannover geschenkt worden, freute sich Stadtbaurat Uwe Bodemann nach der Jurysitzung im Städtebauwettbewerb City 2020. 28 internationale Büros – darunter fünf aus Hannover – haben Ideen für problematische Bereiche der Innenstadt entwickelt. Bei jeweils etwa zwei Monaten Bearbeitungszeit präsentiere das jetzt vorgelegte Zwischenergebnis „die versammelte Arbeitsleistung von drei bis vier Jahren“, sagt Prof. Undine Gieseke (Berlin), die den Juryvorsitz innehatte. Eigentlich sogar doppelt so viel: Bedingung war, dass immer ein Architektur- und ein Landschaftsplanerbüro zusammenarbeiten. Geschätzt 20.000 bis 30.000 Euro stecken in jedem Entwurf. Alle Büros haben kostenlos gearbeitet, erst jetzt, in der zweiten Phase, zahlt Hannover Entschädigungen.

Mit der wohl größten Spannung war das Ergebnis zum Bereich Hohes Ufer/Leibnizufer mit Weiterungen bis zum Friederikenplatz erwartet worden. „Es ist der schwierigste, auch der sensibelste Bereich“, sagt Bodemann. Die Jury hat sechs Arbeiten ausgewählt, die bis zum Sommer vertieft werden. Jeweils zwei der sechs Entwürfe repräsentieren eine Grundhaltung zu diesem Bereich: entweder das bisherige Grünufer entlang der Leine dicht zu bebauen, um Urbanität zu schaffen, es punktuell mit einzelnen, prominenten Gebäuden zu besetzen, oder aber es ganz ohne Gebäude als Grünfläche neu zu gestalten.

Man könnte vermuten, die Jury habe sich vor einer Entscheidung gedrückt – in Wahrheit aber hat sie ganz gezielt bestimmte Vertreter aller drei Varianten zu einer detaillierten Planung aufgerufen. Vorher schon waren kostspielige Variationen aus dem Rennen genommen worden wie etwa Pläne für eine Rekonstruktion der Leineinsel oder ein Verlegen des Cityrings in einen Tunnel.

Ohne dass die Jury wusste, welche Namen sich hinter den Arbeiten verbergen – die Zuordnung ist streng geheim –, sollen zwei hannoversche Büros unter den sechs fürs Leineufer ausgewählten Entwürfen besondere Wertschätzung genießen. Die Landschaftsplaner Lohaus Carl mit den Architekten BKSP haben ein Konzept für eine Uferfläche als Landschaftsraum ohne Gebäude vorgelegt, mit mehreren zusätzlichen, flachen Brücken über den Fluss. Noch mehr aber soll der Entwurf von Kellner, Schleich, Wunderling mit den Landschaftsplanern Nagel Schonhoff überzeugt haben. Vorsichtig nimmt er die bestehende Landschaft am Flussufer auf und setzt an der Ecke Goethestraße ein markantes Gebäude (vorgeschlagen ist ein „Haus des Jazz“, also eine Verlegung des Jazzclubs in die City) sowie ein Gebäude gegenüber dem Beginenturm („Haus des Wissens“). Eine zusätzliche Brücke in Höhe der Pferdestraße, wie es sie früher gab, verknüpft die Ufer. Am Altstadtufer findet sich auf der unteren Ebene Gastronomie, im Bereich des Marstalls ist eine große Freitreppe eingeplant. Am Friederikenplatz wollen die Planer die Leine durch ein Zurücknehmen und Aufbrechen der Straßenfläche besser sichtbar machen, auf dem Gelände des abgerissenen Friederikenschlösschens ein Gebäude („Bürgerforum“) errichten – vielleicht Ersatz für das Ordnungsamt Leinstraße. Die Kombination aus Freiflächen und Punktbebauungen und der feinfühlige Umgang mit dem historischen Stadtraum soll nach HAZ-Informationen in der Jury gut angekommen sein. Andere für diesen Bereich ausgezeichnete Entwürfe stammen von Berliner, Münchener und Linzer Büros. Dem Vernehmen nach hat ein dichtes Bebauen des Uferstreifens, etwa mit lang gestreckten Häusern, wenig Anhänger in der Jury gefunden, soll aber trotzdem zunächst weiterverfolgt werden.

Stadtbaurat Bodemann wollte mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Sitzung keine Wertung abgeben. Er verweist vor allem darauf, dass die gesamte Planung sich erst im Zwischenstadium befindet. Im Juni wird die Jury alle sechs überarbeiteten Entwürfe zu diesem Stadtraum bewerten. Dann werde „ein eindeutiger Siegerentwurf benannt“, der später in den Rahmenplan zur Stadtentwicklung einfließt, sagt Bodemann.

Die Ausstellung öffnet: Dienstag, 14 Uhr, eröffnet Oberbürgermeister Stephan Weil im Bürgersaal des Rathauses die Ausstellung mit allen 28 Entwürfen. Sie ist dort bis zum 26. März werktags von 9 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

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  • Hannover muß schöner werden! Bernd Wildhagen – 09.03.10
    Richtig ist, das Hannover schöner werden muß.Z. B. sollte die Leineinsel neu entstehen. Aber bitte nicht mit einen weiteren Betonbau wie im Bild 3. Der Vorschlag im Bild 13, aufgelockert, mit Bäumen und Rasenflächen, und guter Gastronomie am Wasser trägt bestimmt zum Freizeitwert in der Innenstsadt bei. Damit ich es noch erlebe, würde ich mich über eine baldige 'Realisierung freuen.
  • @paulchen Stadtgeschichte – 08.03.10
    Stimmt, am Klagesmarktbunker haben sich schon die Tommies die Zähne ausgebissen. Der wird ganz sicher auch Herrn Bodemann überleben. Da man hier nicht verlinken kann, nur ein paar Daten: Grundfläche 85.40 x 20.50 m, Aussenwände 1.80 m, Dach 1.40 m. Wie's aktuell da unten ausschaut, konnte man vor Kurzem auf h1-TV.lokal erfahren. Und dann gibt es da ja noch die schöne DVD "Unter der Straßen von Hannover".
  • Geld Stadtnutzer – 08.03.10
    Also für das Geld will ich lieber einen Tunnel vom
    Bismarckbahnhof bis zum Westschnellweg.

    Da habe ich wesentlich mehr von, und wahrscheinlich auch viele andere.
  • @Stadtgeschichte paulchen – 08.03.10
    Ich freue mich auch schon auf diesen Tag, an dem diese Ahnungslosen mit einem Bagger und einen Radlader ankommen und die Baugrube am Klagesmarkt ausheben wollen. So in etwa 20 Jahren werden die dann fertig sein. Vielleicht bauen die auch gleich auf den Bunker drauf. He ihr Ahnungslosen das Ding ist schon zu Zeiten des Kunstcenters Anfang der 70iger Jahre abgesoffen, also nicht mehr Grundwasser dicht. Allerdings ist der Bunker allerbeste Friedensware.
    Naja und beim Marstall sag ich nur allerfeinste Wohngegend. Im übrigen steht der Denkmalschutz auch schon parat, darunter ist nämlich das "Alte" Hannover.
    Bei soviel grundlegenden Fehlern wird mir jetzt schon Angst und Bange wenn diese Dilettanten erstmal anfangen!
  • @ RT66 Arnulf Neumann – 08.03.10
    wie wär's mit offenem Visir (Namensnennung) und dann mal im Frühlung den Flomarkt entlang bummeln...
  • @Arnulf Neumann und der Flohmarkt Rt66 – 08.03.10
    Es kann doch wohl nicht sein, dass sich die Stadtplanung der Landeshauptstadt Hannover um den Flohmarkt herum entwickelt. Ohne Frage ist der Flohmarkt am Leineufer ein sympathischer Pluspunkt für Hannover und darf nicht einfach weggeplant werden (auch wenn er wahrscheinlich - ebay sei dank - seine besten Zeiten hinter sich hat). Aber mal abgesehen von den ohnehin unrealistischen Entwürfen, die eine dichte städtische Bebauung vorsehen, schlagen alle Entwürfe - soweit man das jetzt schon erkennen kann - gut gestaltete Freiflächen an der Leine mit Promenaden und diversen Plätzen vor. Warum sollte da kein Platz mehr für den Flohmarkt sein? Im Zweifel wird es sogar mehr Atmosphäre als bisher geben. Und irgendwelche Verschwörungstheorien, dass die Stadt hier ihr Tafelsilber vertickt und dabei den Flohmarkt eiskalt opfern will, dürften jeder Grundlage entbehren. Ich wüsste nicht, wem das Geschehen dort ein Dorn im Auge sein könnte, kenne allerdings auch niemanden, der dort tatsächlich noch regelmäßig bummelt...
  • @ Prinzessin Chandra Rt66 – 08.03.10
    Das Alte Rathaus ist rechtwinklig, das Neue Rathaus auch, ebenso die Marktkirche und der Hauptbahnhof. Der Markusplatz in Venedig ist genauso rechtwinklig wie der Jungfernstieg in Hamburg, die große Allee im Georgengarten ist absolut geradlinig, der Marktplatz in Lübeck ebenso wie die Oper in Hannover. Polygonal hingegen sind das Kröpcke-Center und das Ihmezentrum, die Hochbrücke hinterm Raschplatz hat einen eleganten Schwung, und das AKW Lingen hat eine runde Kuppel. An den Formen allein kann's wohl nicht liegen, oder?
  • Blau- äugig in die Zukunft blicken? Arnulf Neumann – 08.03.10
    @ CC / w o ist der Flohmarkt geblieben?

    Wenn bei den Wettbewerbsbeiträgen angeblich noch so viel Platz für den berühmten und international bekannten Flohmarkt in Hannover übrig bleiben soll, warum ist er dann nirgendwo, als städtebaulich bedeutsames und ins Auge springendes signifikantes 'Gesamt-Ensemble',
    abgebildet?

    - und warum sind die bebauten und nicht bebauten Flächen auf den vorgestellten Plänen ganz konkret für andere Nutzungen, vorgesehen worden?

    Hier wurde entweder ein schwerer handwerklicher Fehler bei der Ausschreibung des Wettbewerbs gemacht - oder es handelt sich um eine gezielte Vorbereitung für eine zukünftige Bauland-Gewinnung ohne einen Flohmarkt an der Leine.

    Ich tippe auf letzteres und kann nur für Hannover hoffen, daß ich mich irre. Als Bürger verlange ich glaubwürdige Aufklärung!
  • Behutsame Bebauung CC – 08.03.10
    Schade, dass wir die Leineinsel vorerst nicht wiederbekommen. Es wäre wünschenswert, dass die Stadt auch mal ein paar Vorgaben macht, wie die Bebauung an dem Ursprungsort von Hannover (Hohes Ufer) aussehen darf. Hoffentlich nicht all zu modern und etwas kleinteilig. Auf keinen Fall Shopping-Center-Klötze.

    @Flohmarkt: Was regt man sich denn hier auf. Für den Flohmarkt ist doch weiterhin sehr viel Platz vorhanden.
  • Projekt 2020+ K. SCH. – 08.03.10
    EINE STADT DIE AN DIE ZUKUNFT GLAUBT,
    MUß AUCH FÜR DIE ZUKUNFT PLANEN!
  • Änderung des Ausschreibungstextes Arnulf Neumann – 08.03.10
    "wo ist der Flohmarkt geblieben?"

    Welcher 'Dösbattel' hat denn im Ausschreibungstext des Wettbewerbes vergessen zu erwähnen, daß der Flohmarkt am Leineufer in Hannover selbstvertändlich zwingender Bestandteil aller Überlegungen und Planungen sein muß?

    Zum einen sollten sich die Stadtväter jetzt hierzu verbindlich öffentlich äußern und denjenigen nochmal zur Grundschule schicken, der das 'verbockt' hat -

    Und schließlich sollte das Thema Flohmarkt Hannover ab sofort in das weitere Wettbewerbsverfahren eingearbeitet werden!
  • wo ist der Flohmarkt geblieben? Arnulf Neumann – 08.03.10
    Den einzig noch intakten und lebendigen Öffentlichen Stadt-Raum in Hannover (Flohmarkt) kann ich auf diesen Entwürfen nicht mehr wiederfinden. Stand das etwa so im Programm?

    Soll der Flohmarkt weg betoniert werden (?) etwa für eine freie Sicht auf den Landtag - oder für ein paar zahlungskräftige Inwestoren, die sich die 'Schokoladen-Grundstücke' in Hannover 'unter den Nagel reißen' möchten.
  • Verraten.... und schon bald verkauft? Belo Horizonte – 07.03.10
    Wo ist der Flohmarkt auf den hier gezeigten Bildern?

    Soll er etwa wegbetoniert werden?

    Er ist mittlerweile international bekannt und stellt eine der wichtigsten kulturellen und öffentlichen Räume in Hannover dar.

    Von solchen Räumen hat diese Stadt bekanntlich nicht allzu viele vorzuweisen....

    Ausgerechnet dieser Stadt- Raum soll privat bebaut werden?

    Welcher der Stadtväter hat diesen Verrat am Bürger zu verantworten?!

    Und: welcher Verein setzt sich für die Rettung des Flohmarktes ein? Ich möchte dort eintreten!

  • City 2020 mn – 07.03.10
    Wer zahlt eigentlich diese ganzen Wünsche der Politiker? Woher soll das Geld kommen? Werden die Bewohner dieser unserer Stadt überhaupt gefragt, ob sie solche Bebauungen haben möchten? Für Kinder in der Schule täglich 1 Apfel ist kein Geld da, aber für unsinnige Bauten! Bald gibt es keinen offenen Platz mehr in der Stadt!
  • Wohnen auf dem Marstall Bed&Breakfast – 07.03.10
    Eine Gruppe um den Investor Frank Hanebuth plant bereits ein schönes neues Vereinsheim ;-)
  • @Leser besserleser – 07.03.10
    Lesen hilft: Entwürfe zur Rekonstruktion der Leineinsel oder für das Verlegen des Cityrings in einen Tunnel sind bereits vom Tisch.
  • Wasser! Leser – 07.03.10
    Die Leineinsel ist eine klasse Idee! Auch die "Kanalisierung" bis zum Aegi finde ich klasse, und den Rückbau der Culemannstraße!! Die Leine spielt irgendwie nur eine sehr untergeordnete Rolle in Hannover, das finde ich schade!
  • Öde gerade Flächen wie 1936 oder 2000 Prinzessin Chandra – 07.03.10
    Warum mögen Architekten immer nur gerade Linien und rechte Winkel? Ich finde nichts furchtbarer.

    Manches mag im Modell aus der Vogelperspektive organisch wirken aber wenn man dann real als kleiner Mensch später zwischen diesen eckigen Schluchten umherirren muss ist doch nur noch unbehaglich.

    Das einzige was ich an den Entwürfen interessant fand, war die Wiederkehr der Leine-Insel.

    Doch die geradlinigen Ufer-Gestaltungen erinnern eher an die öde und windige Expo2000, kein schöner Ort zum Knutschen...

    Mein Vorschlag: Grabt doch das geschichtsträchtige Leineufer wie Archäologen aus, lasst die alten Grundmauern hervorkommen, die dann den Grundstein für eine verschachtelte Grünanlage werden.

    Alte Ruinen sind Blickfang, geben Identität und Geborgenheit.
  • Klagesmarktbebauung Stadtgeschichte – 07.03.10
    Vergessen wurde übrigens auch der Tiefbunker unter dem Klagesmarkt. Ein Pendant zum DGB-Hochhaus hatte Conrad Wilhem Hase in seiner weit vorausschauden Planung ebenfalls bereits vorgesehen. Informierte Stadtteilbewohner kennen es unter dem Namen Christuskirche ;-)
  • Arbeitsleistung von drei bis vier Jahren Stadtgeschichte – 07.03.10
    Auf mich wirkt's fast so als würden die Pläne von 1936 wieder aufgegriffen ;-)

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