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Aus der Stadt Neue Aufgaben für die Flüchtlingshelfer
Hannover Aus der Stadt Neue Aufgaben für die Flüchtlingshelfer
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00:15 16.06.2016
Von Andreas Schinkel
Unterstützung brauchen Hilfsorganisationen auch weiterhin bei Sprachkursen. Foto: Kutter Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

In Hannover kommen immer weniger Flüchtlinge an, die Stadtverwaltung hat aber für dieses Jahr 140 zusätzliche Personalstellen und 27 Nachwuchskräfte für die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden eingeplant. Die Stadt steht daher vor der Frage, ob ein solcher Apparat angesichts der schwindenden Zuweisungszahlen noch nötig ist. „Unser Stellenplan für 2016 basiert auf durchschnittlich 5000 Flüchtlingen in Hannover“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Derzeit sind rund 4500 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen untergebracht. Bis zum Sommer sollen alle mit Flüchtlingen belegten Sporthallen wieder für Sport genutzt werden können.

Der Stellenplan für dieses Jahr ist im Herbst 2015 unter dem Eindruck hoher Zuweisungsraten entstanden. Damals kamen bis zu 300 Menschen pro Woche nach Hannover. In der Ausländerbehörde drängten sich die Wartenden. Die Stadt schrieb rund 100 Pensionäre an, um die Mitarbeiter in den Ämtern und in den Unterkünften zu unterstützen. So kam es, dass der ehemalige Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales, Hans-Joachim Sbresny, die Leitung einer neuen Koordinierungsstelle übernahm. Insgesamt stellte die Stadt rund drei Dutzend Pensionäre für einen befristeten Zeitraum ein.

Die Koordinierungsstelle gibt es immer noch, Sbresny weilt jedoch wieder im Ruhestand. Die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle haben jetzt deutlich weniger zu tun - noch aber herrsche keine Langeweile, heißt es bei der Stadt.

Situation entspannt sich

Mit der Besetzung der neuen 140 Personalstellen hat es die Stadtverwaltung nicht mehr eilig. „Zudem haben wir in vielen Bereichen Nachwuchskräfte eingestellt, die später - je nach Bedarf - auch wieder an anderen Stellen in der Verwaltung eingesetzt werden können“, sagt Möser. So versuche man, flexibel zu bleiben. Zudem könne niemand voraussehen, wie sich die Flüchtlingszahlen in der zweiten Jahreshälfte entwickeln werden.

Auch Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) haben ihr Personal vor einigen Monaten kräftig aufgestockt und müssen jetzt zusehen, wie sie ihre Angestellten weiter beschäftigen. „Wenn Unterkünfte, die wir betreiben, geschlossen werden, versetzen wir unsere Sozialarbeiter in andere Einrichtungen“, sagt DRK-Sprecherin Nadine Hunkert. Derzeit finde man noch genügend Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung. Viele Sozialarbeiter aber haben die Befürchtung, dass ihre befristeten Verträge nicht verlängert werden.

Ungebrochene Hilfsbereitschaft unter Freiwilligen

Unter den vielen Freiwilligen in Hannover ist die Hilfsbereitschaft derweil ungebrochen. Das bestätigen sowohl die Stadtverwaltung als auch der Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte, ein Netzwerk, das die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe koordiniert. „Jetzt geht es nicht mehr darum, Kleidung und Plüschtiere zu sammeln, sondern die Menschen zu integrieren“, sagt Elvira Hendricks vom Vorstand des Unterstützerkreises. Die Aufgaben der Ehrenamtlichen veränderten sich dabei. Gefragt seien jetzt Sprachkurse und Freizeitbeschäftigungen. „Diejenigen, die einen Deutschkurs absolviert haben, müssen in der Sprache bleiben“, sagt Hendricks. So sei es etwa eine sinnvolle Aufgabe für Ehrenamtliche, zusammen mit Flüchtlingen die Tageszeitung zu lesen.

Das DRK sucht derzeit für die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Schulzentrum Ahlem Ehrenamtliche, die sich um Kindergruppen kümmern. „Es dauert, bis die Flüchtlingskinder Plätze in umliegenden Kitas und Krippen bekommen“, sagt DRK-Sprecherin Hunkert. Daher wolle man eine eigene Kinderbetreuung anbieten. Interessierte können sich unter der Telefonnummer (05 11) 3 67 12 78 melden oder eine E-Mail an die Adresse ali-tani@drk-hannover.de schreiben.

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