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Aus der Stadt „Ich muss auch nachts arbeiten können“
Hannover Aus der Stadt „Ich muss auch nachts arbeiten können“
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00:16 25.05.2016
Von Jutta Rinas
Sucht Spuren von Leben in leeren Räumen: Magda Jarzabek. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Schon im Eingang zum Atelier von Pepa Salas Vilar schaut sie einen aus ernsten Augen an. Gleich zweimal ist die kleine melancholische Maria auf dem in Schwarz-Weiß gehaltenen Doppelporträt zu sehen. Bis auf den Strich in poppigem Rosa, der ihre beiden Augenpaare verbindet. „Traurigkeit ist ansteckend“, sagt die aus Andalusien stammende Pepa Salas Vilar. Das solle die Verbindungslinie betonen, erzählt sie weiter, während sie im Eingang steht - und ein ums andere Mal Besucher an ihr vorbei in ihr Atelier an der Seilerstraße strömen.

Es ist Sonntagmittag, der 15. Atelierspaziergang von Stadt und Region ist im vollen Gange. 42 Künstler nehmen teil, die erste Hälfte gewährt Besuchern an diesem Tag einen Blick auf ihren Arbeitsplatz. Verschiedene Ästhetiken, Produktionsweisen kann man entdecken: Malerei, Druckgrafik, Zeichnung, Bildhauerei, Fotografie. Auch die Arbeitsstätten sind verschieden. Das Atelier von Pepa Salas Vilar befindet sich auf dem Gelände der Eisfabrik - und ist mit Arbeiten übersät. Auf vielen ist Maria zu sehen, auch Vilars andere Arbeiten sind oft schwarz-weiße Porträts. Besucherin Katharina Rehfeldt ist begeistert, von der Künstlerin - und vom Atelierspaziergang: „Ich mag die direkte Begegnung mit Künstlern, nicht mit denen von ganz oben, sondern mit denen, die in Hannover leben“, sagt sie. Ihre eigene Route hat sie sich für ihren Spaziergang zusammengestellt: „Ich fahre mit dem Fahrrad überall hin - und entdecke neue Orte.“

Einer der Orte, die an diesem Tag auch unbedingt lohnenswert sind, ist das Atelier von Magda Jarzabek. Es ist ein Zimmer in ihrer Wohnung: „Ich muss auch mal nachts arbeiten können“, sagt sie. Ein Atelier außerhalb, wo sie kreativ sein müsse, wenn sie da sei, das funktioniere für sie nicht. Balkon, Herd, Atelier, Computer, alles müsse eine Einheit sein. Jarzabek interessiert sich für die Energien, d ie mit Orten verbunden sind. Malerisch lässt sie Interieurs entstehen, zeigt Räume, Zimmer, zum Beispiel in einer Serie, für die sie Fotos aus den Zwanzigerjahren verwendet. Keine Menschen, sondern nur die Arrangements von Menschen sieht man dort - und glaubt aufgrund der Malerei Jarzabeks trotzdem zu spüren, wie sie gelebt haben. Jarzabek schätzt - wie Vilar - den Kontakt mit den Besuchern. Sie sei sonst eher ein Einsiedlerkrebs, so komme frischer Wind in die Räume.

Am Sonntag, 29. Mai, von 11 bis 18 Uhr, folgt der zweite Teil des Atelierspaziergangs. Infos: www.atelierspaziergang-region-hannover.de.

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