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Wieder keine Weihnachtskarpfen aus dem Maschsee

Maschsee Wieder keine Weihnachtskarpfen aus dem Maschsee

Auch in diesem Jahr wird es keinen Weihnachtskarpfen aus dem Maschsee geben. Der neue Maschseefischer Marco Neumann macht dafür den Zustand des Gewässers verantwortlich: Weil das Gewässer jahrelang nicht gepflegt worden sei, gebe es zu wenig Karpfen. Dazu gibt es unser Quiz: Wie heißen diese Fische?

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Im nächsten Jahr soll es wieder Weihnachtskarpfen aus dem Maschsee geben.

Quelle: Michael Thomas/Archiv

Hannover. Hannover hat zwar seit dem Frühsommer einen neuen Maschseefischer, der mit der Stadt vertraglich den Verkauf der beliebten Dickbäucher in der Vorweihnachtszeit vereinbart hat. Am See ist sind aber keine Aktivitäten zu erkennen: Weder wird abgefischt, noch ist die Installation eines Verkaufsstandes bei der Stadt beantragt. „Es sind nicht genug Karpfen in der erforderlichen Größe im See“, sagt Maschseefischer Marco Neumann. Das Gewässer sei „jahrelang nicht gepflegt“ worden. Nächstes Jahr soll sich das ändern.

Der Maschsee wurde leergepumpt. Durch die Senkung des Wasserspiegels konnten Karpfen abgefischt werden.

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Der bisherige Maschseefischer hatte vor einigen Jahren eine Insolvenz hingelegt, seitdem gibt es den regionalen Weihnachtskarpfenverkauf nicht mehr. Die Stadt hatte den Vertrag für Hege und Pflege des Sees in diesem Jahr neu ausgeschrieben. Neumann, der den Zuschlag erhielt, betreibt mit seinem Bruder Thore seit 2008 eine Fischzucht in Moisburg nahe Hamburg. Er hat nach eigenen Angaben im Sommer einige Probebefischungen in dem 780.000 Quadratmeter großen See vorgenommen. Sein Fazit: „Bei den Fischen ist alles aus den Fugen geraten.“

Ab Frühjahr wird nachhaltig bewirtschaftet

Durch die jahrelange Vernachlässigung des innenstadtnahen Gewässers habe sich der Fischbestand unnatürlich entwickelt. Die großen Karpfen seien immer größer geworden - unter anderem wegen der Fütterung durch Touristen -, hätten aber den jüngeren Exemplaren Futter und Bewegungsraum genommen. So gebe es jetzt ungewöhnlich viele Großkarpfen und kaum Karpfen in der Größe, die Kunden gerne haben. „Das kleinste Exemplar wog acht Kilogramm“, sagt Neumann, „solche Fische sind kaum an den Mann oder die Frau zu bringen.“ Die Kundschaft wolle Karpfen mit zwei bis drei Kilogramm. „Davon werden auch welche im Maschsee sein, aber zu wenige“, sagt Neumann: „Wenn wir den Weihnachtsverkauf starten, dann stehen die Leute Schlange, deshalb müssen wir dann auch genug Fische anbieten können.“

Im Frühjahr will Neumann beginnen, den Maschsee „nachhaltig zu bewirtschaften“. Jungfische sollen eingesetzt werden, Altfische behutsam entnommen. „Eigentlich will ich die großen Karpfen nicht rausnehmen - sie gehören zum Maschsee“, sagt Neumann und verspricht: „Es werden immer einige drinbleiben.“ Sie sind eine Touristenattraktion, wenn sie nach Brotkrumen schnappen - auch wenn das Füttern am Maschsee streng verboten ist, weil es zuviel Nährstoffe in das künstliche Gewässer bringt.

„Artfremde Fische nicht für den See“

Auf seiner Homepage bietet Neumanns Betrieb in Moisburg auch Fische zum Kauf an, die in öffentlichen Gewässern nicht eingesetzt werden dürfen, etwa Blaubandbärblinge oder Forellenbarsche. Die sogenannten Neozonen sind hier nicht heimisch und könnten Tierarten verdrängen, kritisiert Hannovers Fischereiverein in seiner jüngsten Angelzeitschrift. Neumann verspricht: „Solche Fische kommen nicht in den Maschsee.“ Man verkaufe sie ausschließlich als Futterfische für Raubfische an Tierfutergroßhändler.

Mönche züchteten den Portionsfisch

Der Karpfen ist der Maschseefisch schlechthin. Laut Legende soll der ursprünglich schlanke Fisch im Mittelalter zu seiner jetzigen Form gezüchtet worden sein. Denn in der Fastenzeit durfte nur gegessen werden, was nicht über den Teller lappte. Um trotzdem satt zu werden, züchteten Mönche ihn rundlicher.

Allerdings haben Karpfen gegen ihren schlechten Ruf zu kämpfen. Ihr erdiger, zuweilen muffiger Geschmack kommt daher, dass sie beim Gründeln Bodenalgen aufnehmen. Mindestens zwei Tage sollten die Fische deswegen nach ihrem Fang in klarem Wasser und ohne Nahrung gehalten werden, empfehlen Fischwirte. Der neue Maschseefischer Marco Neumann allerdings hat einen Karpfen probiert – und beteuert, dass er „rotes Fleisch wie ein Thunfisch“ habe. Ab 2017 können sich die Hannoveraner wieder selbst davon überzeugen.

med

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