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Auch Hannovers Polizei will Radler auf die Straße schicken

Straßenverkehr Auch Hannovers Polizei will Radler auf die Straße schicken

Die Forderung der Grünen, Straßen generell für Radfahrer freizugeben, wird in der Stadt heiß diskutiert. Aus Sicht der Polizei macht eine solche Maßnahme durchaus Sinn, wie deren Verkehrsexperte Gerd Schöler im Interview mit der HAZ erklärte.

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Quelle: dpa

Die Forderung der Grünen, Straßen generell für Radfahrer freizugeben, wird in der Stadt heiß diskutiert. Aus Sicht der Polizei macht eine solche Maßnahme durchaus Sinn, wie deren Verkehrsexperte Gerd Schöler im Interview mit der HAZ erklärte. „Bestimmte Stellen in der Stadt könnten dadurch sicherer werden“, sagte Schöler. Viele Unfälle entstünden dadurch, dass Radfahrer Radwege in beide Richtungen benutzen dürften, Autofahrer aber damit oft nicht rechneten. Wären die Radfahrer auf der Fahrbahn in Richtung des Verkehrsflusses unterwegs, wäre dieses Problem gebannt, meinte Schöler. Er machte aber deutlich, dass bauliche Maßnahmen wie Markierungen oder Abgrenzungen zwingend erforderlich wären, wenn der Radverkehr auf die Straße soll.

Die Stadt Hannover hatte sich zunächst ablehnend zur Forderung der Grünen geäußert. Angestoßen hatte die Debatte Michael Dette, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat. Er forderte die Stadt Ende vergangener Woche auf, sie solle prüfen, „inwieweit eine Benutzungspflicht für Radwege noch erforderlich ist“. Derzeit gilt, dass alle Radwege, die mit einem blau-weißen Radschild gekennzeichnet sind, auch benutzt werden müssen. Vom Verzicht darauf versprechen sich die Grünen eine Steigerung der Attraktivität des Radverkehrs.

Auch die Arbeitgebervereinigung Niedersachsenmetall hat sich am Montag in die Diskussion eingeschaltet, allerdings mit scharfer Kritik an den Grünen. „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wäre aus ideologischen Gründen aufs Spiel gesetzt“, sagte der Sprecher der Arbeitgebervereinigung, Werner Fricke. Radfahrer dürften auf keinen Fall aus politischen Gründen zu Verkehrshindernissen instrumentalisiert werden. Fricke bezeichnete den Vorschlag der Grünen als „Provinzposse im Vorwahlkampftheater“. Die Politik habe die Aufgabe, die systematische Behinderung des Individualverkehrs zu verhindern und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, meinte er. Hannover habe sich in den vergangenen Jahren als Wirtschaftsstandort einen ausgezeichneten Ruf erworben, das treffe insbesondere auf die Infrastruktur zu. Der Vorschlag der Grünen ziele in die Gegenrichtung.

Auch die SPD lehnt den Vorschlag des grünen Koalitionspartners strikt ab. „Wir haben eine entschieden andere Meinung“, sagte der stellvertretende Fraktionschef Thomas Hermann. Der Vorschlag führe nicht zu mehr Sicherheit sondern zu einer Erhöhung des Gefahrenpotenzials.

Unterdessen hat die CDU ein „stimmiges Gesamtverkehrskonzept“ für Hannover gefordert. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das Radwegenetz großzügig ausgebaut worden sei, und nun darüber nachgedacht werde, die Benutzung einzuschränken, meinte Fraktionschef Seidel. Er beklagte außerdem ein zu wenig „offensives Vorgehen“ beim Personennahverkehr durch Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD).

Vivien-Marie Drews, Mathias Klein

Das Interview mit Verkehrsexperte Gerd Schöler lesen Sie in der Dienstagausgabe der HAZ.

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