„Das ist ein guter Vorstoß“, sagte am Montag der Präsident des Niedersächsischen Städtetages, Ulrich Mädge. Die Städte hätten vielfach Probleme mit stark alkoholisierten Jugendlichen. Den nächtlichen Alkoholverkauf zu verbieten erachtet Mädge, der auch Oberbürgermeister von Lüneburg ist, als sinnvollen Beitrag zum Jugendschutz und zur nächtlichen Sicherheit in den Innenstädten.
Der hannoversche Jugenddezernent Thomas Walter (CDU) hatte sich ebenso wie Polizeivizepräsident Rainer Langer dafür ausgesprochen, dass in Niedersachsen der nächtliche Verkauf von Alkohol verboten werden soll. Sie reagierten damit auf ein entsprechendes Gesetzesvorhaben der baden-württembergischen Landesregierung, die damit den Jugendschutz stärken will. Das niedersächsische Innenministerium sieht dazu momentan jedoch keine Veranlassung und verweist auf den Erfolg der Alkoholtestkäufe in der Region.
Für sinnvoll hält auch Gudrun Koch (SPD), stellvertretende Vorsitzende im Sozialausschuss im Rat der Stadt, ein nächtliches Verkaufsverbot: „Suchtgefährdeten oder Suchtkranken wird der Konsum von Alkohol erschwert, häusliche Gewalt sowie Verkehrsunfälle könnten reduziert werden.“ Das Allgemeinwohl habe Priorität und sei wichtiger als das wirtschaftliche Interesse Einzelner. Auch Ingrid Wagemann, jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Rat und Vorsitzende des Sozialausschusses, lobt die Idee: Jugendliche könnten daran gehindert werden, sich nachts mit billigem Alkohol einzudecken.
Deutlich kritischer bewertet Lennart Westermann, Koordinator des Präventionsbereiches der Drogenberatungsstelle Drobs, den Vorstoß. „Da schießt man mit Kanonen auf Spatzen – und die Leute kaufen ihren Alkohol einfach vor 22 Uhr.“ Vielmehr sollte in der Gesellschaft eine Grundsatzdebatte über die den Jugendlichen vorgelebte Grenzenlosigkeit geführt werden, meint Westermann.
Mehr Sozialarbeiter, Aufklärungsinitiativen und ein Werbeverbot für Alkohol fordert indes die Fraktion der Linken im Niedersächsischen Landtag, um den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen einzudämmen. Ein nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol hingegen gefährde die Existenz von Kioskbetreibern. Skeptisch zeigte sich auch die Sozialpolitikerin Gabriele Jakob von der CDU. Sie wies darauf hin, dass an Jugendliche ohnehin kein Alkohol verkauft werden dürfe.
Julia Sellner
Kommentare
Alk S.W. – 12.11.09
In Kanada ,in der Province Ontario,wird Alkohol nur in Staatlichen Läden und nur an über 21 verkauft.Die gelangweilten Jugendlichen hatten nun ein Problem.Der weg an Alkohol zukommen war versperrt und leichte Drogen wie Mariuhana zu Teuer.Sie verfielen deshalb den Schnüffel.Nitro,Benzin oder Butangas.Leider finden Anfällige und nicht gefestigte Kids immer einen Weg die Langeweile wegzudrönen.Verkaufsverbote fördern leider eher den Weg in die Sucht.Was verboten ist ist doppelt schön und festigt die Gruppe.Die Erfahrungen in Kanada habe ich 1974 gemacht.Ich war damals 14 Jahre alt.Mein 13Jähriger Cousin ist mit 25 aufgrund seiner Schnüffelsucht elendig verreckt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenPrävention statt Sanktion Frank – 11.11.09
Meines Erachtens muss an den Ursachen des Problems gearbeitet werden. Das schafft man nicht indem man neue Verbote erfindet, sondern indem man an die Wurzel des Problems geht! Dazu man durch Prävention den Weg zu einer Lösung gestalten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenAn den Symptomen herumdoktern... Heinrich, der Ältere – 10.11.09
Um Alkoholabusus zu verhindern,hilft es eher an den Gründen dafür Lösungen anzubieten anstatt hilflos an den Symptomen herumzudoktern. Das gilt für alle in letzter Zeit von der Politik angegangenen Problemen in Hannover.Schafft Perspektiven für Kinder und Jugendliche und nicht Schulstress, Druck, Ausgrenzung und Ähnliches...so geht die Zukunft dieses Landes vor die Hunde, mit dem Alkoholverbot hingegen ist nichts gewonnen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Verbieten Schröder – 10.11.09
Alles verbieten. Basta. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenraucher Nichtraucher – 10.11.09
Werden solche Überlegungen tatsächlich von unseren Steuergeldern bezahlt?Ich habe auch eine Idee: Wochentags zwischen 11 und 14 Uhr sollten keine Zigaretten mehr verkauft werden. Da haben die meisten Leute Pause und rauchen dabei. So bekommt man das Raucherproblem auch in den Griff. Mensch, das ist ja einfach! Nun überlege ich mir etwas zu dem Problem mit den Killerspielen... :-) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Folge des Verbots Moi – 10.11.09
Ein solches Verbot hätte doch nur zur Folge, dass etlichen Kiosbetreibern wichtige Umsätze wegbrechen und der Staat so mehr Hartz 4 Empfänger produziert.Die Jugendlichen wiederum kaufen sich einfach vorher genug Alkohol.
Ich bin fassungslos über eine solche Kurzsichtigkeit. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Warum denn so umständlich ? LJA – 10.11.09
Es geht doch viel einfacher: Allgemeines Ausgehverbot ab 20:00 Uhr; Stromsperre ab 21:00. Diesen verdammten Nachtschwärmern, die sich abends noch auf der Strasse rumtreiben wollen, werden wir schon zeigen, wo der Hammer hängt !So in etwa dürfte doch die Argumentation der Verbotsbefürworter lauten. Zufällig zumeist zumeist die gleichen Menschen, denen Viertel wie Raschplatz oder Steintor ohnehin ein Dorn im Auge sind.
Weil sich 0,4% der Bevölkerung nicht beherrschen können (viel mehr dürften es wohl kaum sein) gleich ein Totalverbot für alle ? Bitte einmal nach England schauen: Da hat das jahrzehntelange "last order" um 23:00 die Zahl der Alkoholleichen auch nicht verringert. Es hat nur dazu geführt, das viel intensiver gesoffen wurde, weil man ja bis 11 sein Pensum drin haben musste. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Denkgebot für Politiker und Eltern Hagen – 10.11.09
Was die ganze Sache aus- bzw. anrichtet, sieht selbst ein "Blinder mit Krückstock". Die Geschäfte müssen mit einem Umsatzeinbruch rechnen, die Jugendlichen bekommen ihren Alkohol auch so.Entweder kennen sie jemanden im Supermarkt, der ein Auge zudrückt oder volljährige Freunde kaufen dort vorher einen Vorrat ein.
Alles in allem dient die Sache wieder einmal nur der Verschleierung von ganz anderen Problemen. Die Jugendlichen haben nichts (ihrer Ansicht nach) "sinnvolles" zu tun, keine Perspektive, Stress zu Hause oder durch Leistungsdruck in Schule und Ausbildung.
Was die jungen Leute da machen, ist schlichtes Probleme "wegsaufen" und ist durch ein Alkoholverbot nicht heilbar.
Das muss zum einen politisch gelöst werden, durch Förderung von Alternativen, die auch von den Jugendlichen akzeptiert werden. Dafür müsste man aber ein Ohr für deren Wünsche haben und auch entgegen der eigenen, festgefahrenen und konservativen Sicht der Dinge Projekte ermöglichen, die nicht ins eigene Weltbild passen.
Konzept- und mittellose Jugendzentren und Sozialarbeiter, die einen auf Kumpel machen locken halt keinen hinter dem Ofen hervor. Da kann man noch so viel wünschen und hoffen.
Zum anderen gesellschaftlich, die Eltern müssen sich nämlich auch mal selbst um ihre Kinder kümmern statt NUR auf die Politik zu schimpfen. Eltern müssen sich endlich mal vom überholten "Sohn spielt gerne Fußball, Tochter geht gerne Reiten" lösen. Wenn das Kind halt lieber Yu-Gi-Oh! Karten sammelt oder Videos auf Internetportalen veröffentlicht, sollten die Eltern dafür auch Interesse zeigen, daran teilnehmen und es unterstützen. Das übliche "aber ich hab von so was keine Ahnung" ist nichts als eine dumme Ausrede, dann lässt man sich halt mal von seinem Kind was beibringen und erklären...
Macht da mal was. Jeder Einzelne. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@zippl Rxt – 10.11.09
Ich bin froh, dass ich mich nur nachts mit besoffenen Jugendlichen auseinander setzen muss. Wenn die dann Tagsüber zu dem Normalo Alkoholiker dazukommen, na dann Prost Mahlzeit. Randale vorprogrammiert.Ich seh das so wie Zippl (is wahrscheinlich nicht der Echte:)), man kann ja schließlich auch schon vor der Schule einen heben, oder? Feiert nur weiter Schützenfeste und zeigt noch was ihr jetzt verbieten wollt... super Vorbilder...s Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Ach so Jöransson – 10.11.09
Alkoholkonsum Jugendlicher zwischen 22 und 5 Uhr? Warum kriegen die überhaupt Alkohol und warum sind die überhaupt noch auf der Straße? Das Problem scheint doch wieder eher woanders zu liegen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKlassischer Aktionismus Jöransson – 10.11.09
Statt sich als Gesellschaft zu fragen, warum es so cool ist unter Jugendlichen sich bis zum Erbrechen und drüberhinaus zu besaufen erlässt man einfach ein paar Gesetze und schon ist die Sache scheinbar geklärt. Dass ich als Erwachsener, der vielleicht nach einem langen Tag Arbeit auch noch ein Bier trinken möchte, von diesem Gesetz ebenso massiv eingeschränkt werde, sehen diese furchtbaren Kontrollfreaks wieder nicht.Diese leichtfertige Einschränkung von Bürgerrechten und Freiheiten in Deutschland, mit massiven Kollateralschäden, das macht mir Angst. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Auch Autofahren verbieten Bürger – 10.11.09
Auch das Autofahren sollte für alle im gleichen Zeitraum verboten werden. Schliesslich kam es hin und wieder vor, dass Jugendliche (unter 17) am Steuer erwischt worden.Wie, das Autofahren ist für genannte Jugendliche eh verboten? Egal, doppelt hält besser! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Schweden und Norweger Joey – 10.11.09
diese Nordmänner als gutes Beispiel anzuführen dürfte ja eher kontraproduktiv sein.Das weiss jeder der die Jugendlichen diesen Volkes im Auslandsurlaub als ständig besoffene und kotzende Menschen kennengelernt hat.
Verbote ändern nichts! Gesetze müssen nur angewendet werden! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Lidl schließt um 22 Uhr Ben – 10.11.09
Richtig drollig finde ich das Zitat von Ingrid Wagemann: "Jugendliche könnten (so) daran gehindert werden, sich nachts mit billigem Alkohol einzudecken." Wirklich billiger Alkohol wird ja wahrscheinlich weniger an Tankstellen als in Discounter-Supermärkten verkauft. Und wenn es uns wirklich nur um die Jugendlichen geht, könnte man ja ein Verkaufsverbot von 22 bis 24 Uhr in Erwägung ziehen: Dann müssen die Kids unter 18 nämlich heute schon per Gesetz nach Hause. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenVorbild Nordeuropa Hannoveraner – 10.11.09
Hallo,als regelmaessiger Skandinavienurlauber faellt einem sofort etwas in Schweden und Norwegen auf, es gibt keine betrunkenden Jungendlichen auf der Strasse. Alkohol ist erst ab 21 zugaenglich und auf der Strasse herrscht Trinkverbot. Das wuerde helfen. Selbst in Schweden mit Mitte 40 musste ich einen Aussweiss vorlegen, um 3,5%iges Bier zu kaufen. Wenn Verkaeufer konsequenter waeren, wuerde das Problem zwar nicht geloest werden, jedoch der Konsum erheblich erschwert. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kiosk usw. Heiko – 10.11.09
Ich stimme euch allen zu.So ein Blödsinn.
Wenn die wirklich glauben die Probleme damit zu lösen sollte man mal einen Drogentest bei den Entscheidern machen.
Wird der Verkauf von Zigaretten nach
22:00Uhr auch verboten?
Traurig das die Leute auch noch aus Steuergeldern bezahlt werden für den Mist den die verzapfen.
Ich zweifel da wirklich am gesunden Menschenverstand.
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Lieber Dirk Zippl – 10.11.09
Ich verstehe Dich und bin vollkommen Deiner Ansicht! Die Idee mit der Ausgangssperre finde ich fabelhaft! Und zur Gesundung unserer Gesellschaft sollten wir dann vielleicht auch gleich noch sexuell anormale Verhaltensmuster ausmerzen. Zu diesem Zweck empfehle ich Kameras in allen Schlafzimmern! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenVerbot Dirk – 10.11.09
Oh Gott, wo bewegen wir uns allmählich aber sicher hin???Perfektionieren könnte man das ganze noch mit einem nächtlichen Ausgangsverbot und mit einem Gesetz, das Kindern gleich nach der Geburt einen chip einpflanzt(vielleicht im Gehirn), und damit an einem Zentralkomputer in Berlin die Totalüberwachung stattfinden kann. das kann doch jeder einsehen, denn es geht ja um unsere kinder und Sicherheit, das versteht doch jeder, oder??? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@ Alkoholiker Zippl – 10.11.09
...dann kannste in Zukunft nicht mehr die Kids auf'm Spielplatz anschnorr'n ;o)) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden... Emmi – 10.11.09
Da bin ich ganz eurer Meinung! Das ist der größte Schwachsinn überhaupt!! Mit dem Verbot möchte man Jugendliche abhalten, Alkohol zu trinken?? Ich dachte bis jetzt immer, dass das Datum der Geburt dabei eine entscheidende Rolle spielt und nicht die Uhrzeit!! Auch vor 22 Uhr darf an Jugendliche kein Alkohol verkauft werden!! Also macht diese ganze Aktion überhaupt keinen Sinn!!Und das gerade in Hannover, wo es an jeder Ecke einen Kiosk gibt... dass man den Betreibern einen wirtschaftlichen Schaden zufügt wird dabei nicht bedacht!!
Alkohol-Lobby, wo bist du wenn man dich mal braucht??? (SCHERZ!!) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Aber was... Alkoholiker – 10.11.09
..wenn ich nachts plötzlich durst bekomm? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenSchwachsinn Unzufriedener – 10.11.09
Oh mein Gott, was für ein sinnloser Aktionismus schon wieder, noch viel unüberlegter und sinnfreier als das "Killerspiele-Verbot". ich dachte schob, es wär nicht mehr zu toppen, aber dreister lassen sich Bürgerrechte nun wirklich nicht mehr beschneiden.Wenn das Verbot tatsächlich ernsthaft in Erwägung gezogen wird, dann ist hier aber was los, und wenn ich selbst mit sämtlichen Kiosk-, Tankstellenbetreibern, Berufsalkoholikern und Gelegenheits-Feierabendbierfreunden protestieren muss. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Humbug Zippl – 10.11.09
Klar, sprechen wir wieder ein Verbot aus, mit dem wir Tausende normaler Bürger in ihren Rechten und Möglichkeiten beschneiden, damit ein paar kleine, dumme Jugendliche ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen können. Diese kaufen ihren Alk dann halt einfach vorher und liegen noch früher sturztrunken auf der Straße oder der Parkbank. Hier können sie dann als abschreckendes Beispiel für die Kleinkinder dienen, die um 16 Uhr noch auf ihrem Spielplatz spielen wollen, der ja bisher erst so ab 19 Uhr von saufenden Jugendlichen bevölkert war. Naja, wer früher voll sein muss, muss halt früher anfangen...Ein Verkaufsverbot in den Nachtstunden ändert NICHTS an der Einstellung dieser Jugendlichen, und ihren Alkohol kaufen (?) sie sich dann halt ein paar Stunden früher. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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