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Auch die Affen haben was zu lachen

Tierärztliche Hochschule Auch die Affen haben was zu lachen

TiHo-Forscher haben hörbare Gemeinsamkeiten zwischen dem Menschen und seinem tierischen Verwandten beim Lachen entdeckt.

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Grinsende, kichernde oder lachende Affen: Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule haben Gemeinsamkeiten bei Lachlauten zwischen Affen und Menschen erforscht.

Quelle: Dennis Börsch

Jahrelang haben sie geforscht, umfangreiche Datensammlungen ausgewertet, aufwendige Analysen erstellt – und das Ergebnis ist zum Lachen. Im wahren Wortsinn: Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) haben jetzt herausgefunden, dass die Lachlaute von Menschen und Affen weit mehr Gemeinsamkeiten haben, als bisher bekannt war. Für die Forscher ist das ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Tiere auch in dieser überaus fröhlichen Hinsicht mit uns verwandt sind. Und die Experten stoßen noch viel weiter in die Evolutionsgeschichte vor: Aufgrund der Erkenntnisse ist es möglich, das Lachen als typische Verhaltensweise zu rekonstruieren, die schon der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Menschenaffe praktizierte – 16 Millionen Jahre vor unserer Zeit.

Grundlage der weltweit einzigartigen Untersuchung des Teams um Prof. Elke Zimmermann, Direktorin des TiHo-Instituts für Zoologie, waren die Laute, die junge Menschenaffen und kleine Kinder im Alter von maximal zwei Jahren beim Kitzeln von sich geben. Um die Reaktionen der Tiere einzufangen, besuchten die Wissenschaftler mit dem Mikrofon Zoos in ganz Deutschland und den Niederlanden. Marina Davila Ross, die an der TiHo promoviert hat und heute an der Uni im britischen Portsmouth arbeitet, reiste sogar bis nach Malaysia, wo es eine Rehabilitationsstation für Orang-Utans gibt. Auch die menschlichen Babystimmen steuerte sie bei: Der Nachwuchs im Bekanntenkreis ließ sich zu Forschungszwecken kitzeln.

800 Laute mit je elf verschiedenen stimmlichen Merkmalen haben die Forscher von 22 Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos zusammengetragen – drei Kinderstimmen dienten dem Vergleich. Bei der komplizierten Analyse per Sprachcomputer half Prof. Michael Owren von der Georgia State University in den USA. Die ersten Aufzeichnungen der Affenstimmen begannen Anfang der neunziger Jahre. Dazwischen gab es Pausen, weil die Technik noch nicht weit genug fortgeschritten war. Auch die Orang-Utans Kajan und Zora aus dem Zoo Hannover – heute längst erwachsen – hatten seinerzeit schon Stimmproben abgeben.

Nun haben die Wissenschaftler die akustischen Unterschiede zwischen Mensch und Affe zweifelsfrei ausgemacht – und die Gemeinsamkeiten. Während Gorillas und Orang-Utans beim Kitzeln eher kichern als lachen, ließen sich Schimpansen und Bonobos durchaus melodische Laute entlocken, die dem menschlichen Lachen besonders ähneln, erklärt Elke Zimmermann. Die TiHo-Experten sind sicher: Die Lautähnlichkeiten spiegeln exakt die Verwandtschaftsverhältnisse wider, die aus molekulargenetischen Stammbaumanalysen der vier bedeutenden Menschenaffenarten und des Menschen bekannt sind. Darum lässt sich der Bogen noch weiter spannen: Auch der gemeinsame namenlose Urahn von Mensch und Affe, der vor zehn bis 16 Millionen Jahren gelebt hat, habe demnach schon gelacht, sagt Zimmermann.

Diese aufmunternden Erkenntnisse sind eine ernste wissenschaftliche Angelegenheit. Das zeigt sich auch daran, dass das Online-Fachmagazin „Current Biology“ die Veröffentlichung der TiHo-Ergebnisse mit einer weltweiten Sperrfrist versehen hat: Erst am Donnerstagabend sollten sie bekannt gegeben werden. Gleichwohl sind Zimmermann und ihre Kollegen stets passend zu ihrem Forschungsthema ans Werk gegangen: „Wir haben viel gelacht.“

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