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Hannover Aus der Stadt Übersicht

Schlaglöcher

Auf Hannovers Holperpisten gilt jetzt Tempo 30

Selbst wer ganz langsam unterwegs ist, spürt diese Schläge: Weil die Stadt Hannover der vielen Schlaglöcher auf ihren Straßen nicht mehr Herr wird, ordnet sie auf immer mehr Strecken Tempo 30 an.

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An vielen Stellen wird das Kopfsteinpflaster sichtbar – die Brückstraße zwischen Hemmingen und Hannover ist ein einziger Flickenteppich. Eine Zumutung sei das, findet ein Vielfahrer.

An vielen Stellen wird das Kopfsteinpflaster sichtbar – die Brückstraße zwischen Hemmingen und Hannover ist ein einziger Flickenteppich. Eine Zumutung sei das, findet ein Vielfahrer.

© Florian Wallenwein

Auf Hannovers Holperpisten gilt jetzt Tempo 30: Aktuell sind die Karl-Wiechert-Allee, die Goethestraße, der Bischofsholer Damm, die Brückstraße Richtung Hemmingen und die Debberoder Straße bei Wülferode mit einem Tempolimit belegt. Im Umland ist es sogar noch schlimmer: Seit einigen Wochen gilt, wie berichtet, auf der Landesstraße 389 Tempo 10 – dort ist das Land für die Straßenunterhaltung zuständig, eine größere Sanierung ist für dieses Jahr geplant.

Selbst wer ganz langsam unterwegs ist, spürt diese Schläge: Es rumpelt heftig auf der Wilkenburger Straße, der L 389 zwischen Hannover und Hemmingen. Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Wir machen den HAZ-Test: Was passiert, wenn man sich an das angeordnete Tempolimit hält und mit nur zehn Kilometern pro Stunde auf einer Landesstraße fährt? Doch trotz mehrfacher Testfahrten gibt es eine Überraschung: Kein Hupkonzert ertönt von hinten. Alle nachfolgenen Autos fahren ebenso vorsichtig. Nur einmal überholt ein ungeduldiger Taxifahrer mit größerer Geschwindigkeit. Das riskante Manöver hat dem Fahrer allerdings nicht viel genutzt. Spätestens an der Abbiegung zur Dorfstraße muss er stark bremsen, um sich an den zentimetertiefen Straßenkratern nicht die Vorder-oder Hinterachsen zu zertrümmern.

Der strenge Frost hat in vielen Straßen den Asphalt aufgebrochen, oftmals gefährden Risse und tiefe Schlaglöcher die Verkehrssicherheit. Jetzt rächt sich, dass die Straßen jahrelang vernachlässigt wurden. Mit jedem Winter werden die provisorisch geflickten Schäden schlimmer. In diesem Jahr dürfte das wochenlange Wechselbad von Frost- und Tauwetter den Straßen besonders zugesetzt haben. Eine genaue Bestandsaufnahme gibt es bislang weder bei Stadt oder Region noch beim Land. „Klar ist bisher nur, dass es wesentlich mehr Straßenschäden gibt als nach bisherigen Wintern“, sagt etwa sagt Katrin Spring von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Die HAZ hatte ihre Leser vor Wochen um Hinweise auf Schlaglochpisten gebeten. Auch bei der hannoverschen Stadtverwaltung gehen nach Angaben von Sprecher Dennis Dix fast täglich Hinweise ein. „Die Kollegen sind gerade dabei, die größten Löcher zu stopfen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. So lange die Temperaturen nur einstellige sind, kann aber nur provisorisch mit Kaltmischgut geflickt werden.

Ein trauriges Beispiel dafür, wie kurzlebig die Kaltasphalttechnik ist, liefert die Goethestraße. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass die Straße ausgebessert wurde. Jetzt zeigen sich schon wieder an etlichen Stellen Risse im Straßenbelag, am Fahrbahnrand brechen immer wieder Asphaltstücke weg.

Bei der Regionsverwaltung, die für die Kreisstraßen zuständig ist, sind auch noch längst nicht alle Schlaglöcher bekannt. „Die Kreisstraßen sind bisher noch in relativ gutem Zustand“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. „Der Frost wirkt aber wie ein Stabilisator. Klettern die Temperaturen höher, kann es passieren, dass Teile der Straßen absacken.“ 550 000 Euro stehen bei der Region im Etat für den Straßenbau zur Verfügung. Abelmann ist jedoch davon überzeugt, dass diese Summe hinten und vorne nicht ausreichen wird.

Auch die Stadt Hannover macht bereits Pläne, wie möglichst viele Straßen saniert werden können. Rund 600  000 Euro sieht der Stadthaushalt für den Straßenbau vor. „Wir werden auf keinen Fall alle Straßen neu teeren können – dafür reicht das Geld einfach nicht aus“, bedauert Stadtsprecher Dix. Ob eine Straße komplett neu gemacht oder nur ausgebessert werde, müsse man im Einzelfall entscheiden.

Manche Huckelpisten entstehen dadurch, dass der Straßenbelag von überteerten Kopfsteinpflasterstraßen einfach abplatzt. Dieses Problem melden vor allem Bewohner aus der List, wo es etliche Pflasterstraßen gibt. „In der Regel überteeren wir solche Straßen nicht, denn es ist kostengünstiger, die Pflasterung auszubessern, als zu asphaltieren“, so Stadtsprecher Dix. „Außerdem gehören die Pflasterstraßen zum Flair des Viertels.“ Wie man jedoch bei den bereits geteerten Straßen verfahren wird, ist noch unklar.

Auch das Land prüft noch, wie es mit der Tempo-10-Falle bei Wilkenburg verfährt. Dort wurden jüngst Kernbohrungen getätigt, um den Gesamtzustand der Straße beurteilen zu können. Die Ergebnisse sollen Anfang März vorliegen, von ihnen hängt die weitere Sanierung ab.

Isabel Christian


  • noch ein paar Schlaglöcher gefällig? a.b. – 26.02.10
    Falls die Region noch ein paar Löcher sucht: In Gehrden OT Leveste werden auf den Hauptdurchfahrtsstraßen die Löcher nur noch ab zu zu von offensichtlich versehentlich erhalten gebliebenem Fahrbahnbelag unterbrochen... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • wenig Ein Exhannoveraner – 26.02.10
    >Rund 600  000 Euro sieht der Stadthaushalt für den Straßenbau vor.<
    Was ist das denn für eine lächerliche Summe für diese großflächige Stadt ??? Da dürften
    alleine die Bußgeldeinnahmen aus dem Verkehr pro Jahr wesentlich höher sein.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • @ paulchen – 26.02.10
    na klar hasst Herr weil jeden Autofahrer. Er fährt ja auch nicht selbst sondern lässt sich fahren, dass fühlt sich dann beinahe so an wie Straßenbahn fahren. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schlaglöcher ich – 26.02.10
    Verantwortlich ist ganz klar:
    Herr Weil !!
    Denn er hasst jeglichen Individualverkehr
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schlaglöcher und Zensur ein Steuerzahler – 26.02.10
    Wer die Verantwortlichen für diesen Zustand beim Namen nennt wird gelöscht.
    So ist es leider bei der HAZ.
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  • @radler Biker – 26.02.10
    Dem kann ich voll und ganz zustimmen, was teilweise an "Radwegen" geboten wird, grenzt an vorsetzliche Sachbeschädigung. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Straßenzustände... Aufpasser – 25.02.10
    Leute, Ihr regt Euch zu Unrecht auf: Die Südstadt- Sozis müssen erst noch alle Straßennamen ändern - das ist viel wichtiger, weil sie damit stets Lob bekommen - Straßen brauchen die selbst nicht ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • radwege radler – 25.02.10
    Und die Radwege sehen kein Stück besser aus als die Straßen, eine Zumutung ist das. Ich fahre teilweise auf der Grasnarbe weil das weniger rumpelt als der (natürlich benutzungspflichtige) Radweg. Ohne vollgefedertes Mountainbike läuft da gar nichts mehr. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sozialismus in Hannover RAdler – 25.02.10
    Da man auch auf diesen an die DDR erinnernden Straßen nicht eimal mehr gefahrlos Fahrrad fahren kann ohne sich selbst zu gefährden, habe ich mir angesichts der Straßenziustände nun einen Geländewagen gekauft. Rot-Grün hat weder die Finanzen noch die Straßenzustände im Griff, da sie die Prioritäten falsch setzen. Abwählen hilft Hannover! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • City-Maut??? Zorottel – 25.02.10
    Vielleicht will uns ja die Stadt durch den Verfall der Straßen die City-Maut schmackhaft machen. Wir müßten doch alle einsehen, dass es ohne Maut nicht gehen kann.

    Jeder Hannoveraner und jeder Besucher muss für sein Auto zahlen. Und wir Hannoveraner kleben ja mittlerweile gern irgendwelche Plaketten auf unsere Autos.

    Das ist das Ziel? *auweiah*

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  • Schlaglöcher Oliver – 25.02.10
    Vielleicht sollte man anstatt über Landtagsneubauten oder schwachsinnige Umweltzonen lieber andersweitig investieren, ich kann es langsam nicht mehr lesen was da verzapft wird!! Was passiert eigentlich alles mit dem Geld was wir Autofahrer hinblättern?? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sanierung Frank – 25.02.10
    Wieviel Straßenkilometer könnte man wohl statt eines Landtagneubaus sanieren ??? Die Herren Politker sollten mal ihre Stammroute verlassen (die Straßen von Herrn Wulff zuhause bis in die Staatskanzlei sind bestimmt bestens für seine Limo ausgebaut). Dank jahrelanger Untätigkeit und Flickschusterei sind die Straßen hier inzwischen schlechter als sie jemals in der DDR waren! Das ist nicht nur ein Problem des harten Winters, sondern von politischem Totalversagen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Straßenbau Sgt.Pepper – 25.02.10
    Früher wurde ja auch noch richtiges Material verwendet, dass zugegebener Weise etwas teuer war aber uch länger gehalten hat. Jetzt werden nur Bierfilze und Backpapier verwendet. Aber für das Projekt Yukon mit diesen armen gefangenen Bären etc., muss Geld genug da sein.
    Irgendwann in einer fernen Zukunft wacht das Volk in Hannover (vielleicht) auf.
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  • Flickschuster paulchen – 25.02.10
    Der jetzige Straßenzustand ist doch das Ergebnis jahrzehntelanger Flickschusterei auf unseren Straßen. Wenn dann doch mal was gebaut wurde, kamen solche Mißgeburten wie die Königstraße mit dem untauglichen Fahrradstreifen oder der Engelbosteler Damm mit seinen je 6 Meter Fusswegen, 2 Meter Parkstreifen und völlig untauglichen 6 Meter Fahrbahn heraus.Außerdem verursacht die völlig planlose Flickschusterei erhöhte Kosten. Die Berkhusenstraße wurde vor 2 Jahren teilweise geflickt, sie wurde im letzten Jahr teilweise geflickt und sie wird auch dieses Jahr teilweise geflickt werden. Eventuell findet im Jahr 2011 mal eine Sanierung statt, ich befürchte aber wieder mit völlig ungeeigneten Verfahren wie auf dem Osterfelddamm wo sich der Spritzbelag um die Räder wickelte.
    Aber dafür feiert ja Herr Mönnighoff auch jedes Jahr seinen "Autofreien Sonntag" auf Kosten der Steuerzahler.
    Weil und Mönninghoff müssen schnellstens weg sonst versinkt Hannover im Chaos!
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  • Schlaglöcher leider ein Steuerzahler – 25.02.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schlaglöcher Susanne – 25.02.10
    Die Schlaglöcher sollten nicht nur geflickt werden sie sollten die strassen erneuern auf dauer gesehen wäre das in der hinsicht gut investiertes Geld.
    Dann muß der Staat halt woanders sparen
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  • Tja rot-grün Hermann555 – 25.02.10
    Tja rot-grün

    Unglaublich! Gerade mal 600.000 € sieht der Stadthaushalt für den Straßenbau vor. Wie soll das bei der Anzahl an Straßen denn aufgehen?

    Die Hauptverkehrsstraße "Voßstraße" soll für 300.000 € zurückgebaut werden (Fahrbahnverengungen, breitere Fußwege usw.).

    Wie passt so was zusammen?
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  • schwarze Löcher Erich – 25.02.10
    Habe mir einen Trabbi gekauft.Der kennt das noch von früher.Kein Problem .Ich sause nur so dahin.Brauch auch keine Plakette.Ist ein Oltimer bäh Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Die Debberoder Straße .... Lisa – 25.02.10
    ... ist definitiv nicht mehr befahrbar. Und schon gar nicht mit 30km/h, da sind 10 km/h noch zu schnell. Die sollte umgehend gesperrt werden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Steuern Stefan – 25.02.10
    @ meteor
    Wie die Mineralöl- und Kfz-Steuer in den städtischen Haushalt kommen sollen, müssen Sie uns aber noch verraten!
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  • von der Substanz Boizenburg – 25.02.10
    Warum sieht es in Hannover aus wie in den Straßen von Kabul ? Tiefempfundene Solidarität ? Nein. Von den mehr als 50 Milliarden Euro jährlicher Mineralölsteuer etc Einnahmen wird nur ein schmales Drittel zum Erhalt der Straßen ausgegeben. Verfall ist die Folge. Der größe Teil der vielen Milliarden Euro versickert andernorts und wirkungslos im unendlichen Rachen der Staates. Das nennt man griechische Wirtschaft oder auch Veruntreuung.

    In Kabul kauft man zum Ausgleich Geländewagen. Mach ich jetzt auch.
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  • Schlaglöcher gate3 – 25.02.10
    Und wenn sich der Straßenzustand verschlimmert ,einfach Fahrverbot für alle verhängen,typisch Hannover ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Typisch Hannover! ExPräsident – 25.02.10
    Ganz schnell Schilder aufstellen. Toll! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Auf Hannovers holperpisten ... Torsten Wichmann – 25.02.10
    Das hat doch einen Sinn - wenn die Stadt die Straßen komplett verkommen läßt müssen die Anlieger die Sanierung bezahlen.

    So wird systematisch und lang-frisitg das Stadtsäckel entlastet!
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  • Schlaglöcher B. Jungemann – 25.02.10
    ..bitte denken Sie auch an die Aufbauarbeiten am Hindukusch !!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schlaglöcher Mike Mad – 25.02.10
    Und ich dachte, das Bundesverkehrsministerium hätte letztes Jahr den größten Etat aller Ministerien bekommen? Ist das alles schon weg? Wenn man auf unseren Super-Autobahnen eh nur noch 100-120km/h fahren darf kann man ja die Finanzmittel mal für Bundesstrassen etc. berücksichtigen, wo man teilweise schneller unterwegs ist... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Wo bleibt das Geld für die LKW Maut ? jojo – 25.02.10
    Wo geht denn das ganze Geld für die LKW Maut hin? Das kann doch nicht wenig sein wenn man den Schwerlastverkehr auf den Autobahnen sieht. Beim dem Geld was der Staat für die Maut bekommt müssen die Straßen aussehen wie geleckt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • LKW Maut H-VC – 25.02.10
    Als LKW Fahrer frage ich mich wo die ganze LKW Maut hingeht? Das was der Staat an der LKW Maut bekommt ist nicht wenig. Als die LKW Maut eingeführt wurde hieß es noch ja das ganze Geld wird in die Straße gesteckt davon merke ich aber nichts. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Nur 600.000 Euro? meteor – 25.02.10
    Es verwundert mich, dass der Etat für den Straßenbau in Hannover nur 600.000€ beträgt. Ich allein zahle jährlich zusammengenommen 1.800€ Mineralöl-, KFZ- und Grundsteuer. Oder fehlt bei den in dem Artikel genannten Beträgen eine Null? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sportlich Testfahrer – 24.02.10
    da freut es einen doch wennn man so ein sportlich straffes Fahrwerk hat. Der direkte Fahrbahnkontakt macht das Fahren so richtig zum Erlebnis.
    Ob die Autotester der Fachzeitschriften jetzt langsam mal umdenken?
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