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Auf Tanzreise

Tanztheater international Auf Tanzreise

Nahezu unbeweglich stehen acht Tänzer im Probensaal. Im kleinen Ballettstudio der Staatsoper stellt Carla Jordão die Musik an, und nach und nach geraten die acht in Bewegung. Vom 1. September an bis zum 10. September zeigen renommierte Compagnien beim Festival ihre aktuelle Arbeiten.

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Im Ballettstudio der Staatsoper bewegen sich die Tänzer zu Carla Jordãos (titelloser) Choreografie.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Erst hebt eine Tänzerin langsam den Kopf, eine andere schlurft sacht mit den Füßen über den Boden, dann werden die Bewegungen größer, raumgreifender. Die Portugiesin Jordão gehört zu den drei Choreografen von „Think Big“, dem Künstlerresidenzprogramm des Festivals Tanztheater International.

Bis zum 10. September 2016 zeigen renommierte Compagnien beim Festival ihre aktuellen Arbeiten.

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Von heute an bis zum 10. September zeigen renommierte Compagnien beim Festival ihre aktuelle Arbeiten. Und zum fünften Mal können sich bei dem Tanzfest auch junge Choreografen mit großem Ensemble auf großer Bühne präsentieren. Das Projekt biete eine gewaltige Plattform, das sei wunderbar, sagt Ashley Wright. Auch deshalb habe das Programm einen guten Ruf in der Tanzszene. Wie 70 weitere Kollegen hat sich die gebürtige Australierin Wright für dieses in Deutschland einmalige Stipendium beworben. Eine dreiköpfige Jury - Festival-Chefin Christiane Winter, der hannoversche Ballettdirektor Jörg Mannes und Gregor Zöllig, Tanzchef am Theater Braunschweig - hat die Choreografie-Talente ausgewählt. Im Mai sind Jordão, Wright und ihr israelischer Kolle Edan Gorlicki für einen Tag nach Hannover gereist. Hier haben sie sich kurz kennengelernt und dann gleich aus 120 Bewerbern die acht Tänzer ausgewählt, mit denen sie jetzt arbeiten.

58.000 Euro Gesamtetat

Seit Anfang August sind die Stipendiaten in Hannover und entwickeln jeweils ein 20-minütiges Stück. Auch für die Tänzer ist das eine Herausforderung: Sie müssen sich auf drei Choreografen, drei Arbeitsstile, drei Bewegungssprachen einstellen. Am 6. September sind die Stücke im Pavillon zu sehen. „Think Big“ bietet die Möglichkeit, groß zu denken, große Entwürfe umzusetzen. Junge Choreografen können sonst kaum mit so vielen Tänzern Stücke entwickeln - weil das schlicht zu teuer ist. Mit einem Gesamtetat von 58.000 Euro - das Geld kommt von der Stadt und der Region, von der Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Kulturregion - bietet das Residenzprogramm gute Arbeitsmöglichkeiten. Ähnlich wichtig wie das Geld sind die zusätzlichen Sachleistungen; so stellt die Oper Probenräume zur Verfügung.

"Ich habe Zeit-Management gelernt"

Die Stipendiaten haben genau geplant, wann wer mit den Tänzern probt. „Ich habe Zeit-Management gelernt“, sagt Gorlicki. Der Israeli, der schon länger in Europa lebt und seit zwei Jahren in Heidelberg ansässig ist, studiert ein Stück mit dem Titel „Vortex“ ein. Dabei geht es um Wirbel(stürme) und Kräfte, die sich nicht bändigen lassen. Ideen dazu hat er auch bei seinen Spaziergängen durch Hannover gefunden. Alice Aycocks Stahlskulptur „Another Twister“, die seit einem Jahr vor dem Sprengel-Museum steht, hat ihn inspiriert.

Jedes Stadtteil hat seinen Charakter

Als Gorlicki davon erzählt, wird Ashley Wright ganz hellhörig: In das Sprengel-Museum wolle sie auch noch gehen, sagt sie. Bislang sei sie nur am Maschsee gewesen, habe auch mal das Maschseefest besucht. Die Australierin, deren Arbeit sich mit den Themenkomplexen Vertrauen und Verrat beschäftigt, interessiert sich für Bildende Kunst. Carla Jordãos Stück nimmt sogar direkt Bezug auf Figuren aus der Malerei.

Die beiden Frauen wohnen derzeit in der Oststadt, Gorlicki hatte erst eine Wohnung in der List, anschließend ist er nach Linden-Nord umgezogen. „An Hannover gefällt mir besonders, dass jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter hat“, sagt er. In der Stadt und in ihrer Probenarbeit machten sie stets neue Entdeckungen, erzählen die drei. Sie wirken fröhlich und kollegial. Gibt es keine Konkurrenz unter ihnen? „Nein“, sagt Edan Gorlicki, „diese Stipendium ist wie eine große Reise. Und wir reisen nicht gegen-, sonder miteinander.“ Seine Kolleginnen nicken.

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