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Steintorplatz: Bebauung ist beschlossen

Sondersitzung im Rathaus Steintorplatz: Bebauung ist beschlossen

Der Steintorplatz wird mit zwei Gebäuden bebaut. In einer Sondersitzung von Bauausschuss und Umweltausschuss ist das Millionenprojekt am Mittwochnachmittag gegen scharfen Protest der Opposition beschlossen worden. Die Zustimmung im Rat gilt nun als Formsache.

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Die ungefähre Skizze macht es deutlich: Die Torhäuser verengen den weiten Platz zu einem schmalen Durchgang.

Quelle: Archivfoto: Wilde, Montage: Winternheimer/Llorens

Hannover. Das Thema sorgte in der Sondersitzung im Rathaus erneut für teils harsche Kritik der Opposition. Unter Spontanapplaus auch aus dem Publikum zitierte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke aus der jüngsten Umfrage auf HAZ.de, derzufolge weit mehr als 70 Prozent eine Bebauung des Platzes ablehnten. Er forderte statt der Bebauung eine planerische Aufwertung des Platzes. Weil auch große Bäume für das Bauprojekt gefällt werden müssen, sagte Engelke in Richtung der Mehrheit: "Als ich vor Jahren als Liberaler in den Rat kam, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich mich jemals schützend vor Bäume werfen würde, um sie vor den Grünen zu schützen." Das gab Lacher.

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Wie finden Sie die Pläne, dass der Steintorplatz mit zwei sechs- oder siebengeschossigen Gebäuden bebaut werden soll?

CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk warf Rot-grün "Nebelkerzenpolitik" vor, denn in einem Antrag forderten die Mehrheitsfraktionen eine gute Begrünung des Platzes, damit das Stadtklima nicht leidet. "Wenn Ihnen wirklich etwas an Stadtgrün läge, hätten Sie an der Goseriede nicht einen kargen Steinplatz bauen dürfen", rief Blaschzyk. Er schlug vor, auf dem Steintor einen Eislaufplatz anzulegen - das passe auch gut zur Eisdiele dort. Linken-Fraktionschef Oliver Förste kritisierte, dass am Steintor "ein historischer Platz für seelenlose Geschäftshäuser" geopfert werde. Piraten-Ratsherr Dirk Hillbrecht kritisierte, dass mit der Bebauung des Platzes die Pläne für eine unterirdische Stadtbahnlinie D (Linien 10/17) final gestorben sind.

Die CDU boykottierte die Abstimmung, FDP und Lonke stimmten dagegen. Mit rot-grüner Mehrheit passierte das Projekt die Ausschüsse. SPD-Baupolitiker Ewald Nagel nannte die Kritik der Oppsoition "grotesk". Grünen-Politikerin Elisabeth Clausen-Muradian erinnerte daran, dass der Platz bis zum Krieg dicht bebaut war - es handele sich eben nicht um einen historisch freien Platz: "Das ist keine ehrliche Diskussion." SPD-Mann Nagel und sein Grünen-Ratskollege Pat Drenske begrüßten die Baupläne, die der Rat 2009 erstmals mit großer Mehrheit beschlossen hatte. Hannover schaffe so Wohnraum und modernisiere die Innenstadt. Drenske betonte, dass Hannover wachse, die Menschen wollten auch in der Innenstadt wohnen: "Wir schaffen Wohnraum, modernisieren die Innenstadt und kümmern uns trotzdem um den Umwelt- und Klimaschutz." Rot-grün forderte auch, die Fläche am Bratwurst-Glöckle aufzuwerten und zu prüfen, ob nicht U-Bahnzugänge komfortabel in die Keller der Gebäude gelegt werden könnten. SPD-Ratsherr Nagel sagte zu, dass man auch für die beliebte Eisdiele von Massimo Dall Asta eine Lösung finden wolle, die den Neubauten weichen muss. Der Betreiber, der mit seinem Anwalt Matthias Waldraff gekommen war, folgte Debatte und Abstimmung mit versteinertem Gesicht.

Mit dem Beschluss in den Fachausschüssen ist klar, dass auch im Rat die Mehrheit stehen wird. Der Düsseldorfer Projektentwickler Centrum will die beiden Gebäude auf dem Platz errichten. Er hat auch bereits das neue Kröpcke-Center gebaut sowie den Ersatzbau für das ehemalige Modehaus Heutelbeck in der Innenstadt, und er hat vor Jahren das Drachentöterhaus (ehemals Brinkmann) in der Innenstadt modernisiert.

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Sondersitzung im Rathaus: Die rot-grüne Mehrheit für die Bebauung steht.

Quelle: Meding
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Proteste

Mitte der Woche haben der städtische Bau- und der Umweltausschuss für die Bebauung des Steintors mit zwei großen, torartigen Gebäuden gestimmt. Der Protest der Bürger gegen das Vorhaben reißt nicht ab, nun gibt es eine Online-Petition gegen die Pläne.

 

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