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Aus der Stadt Auf den Gleisen droht der Notstand
Hannover Aus der Stadt Auf den Gleisen droht der Notstand
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20:04 12.07.2013
Von Bernd Haase
Weichenstellung erforderlich: Wenn künftig mehr Züge fahren sollen, muss sich am Hauptbahnhof etwas tun. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Genau das planen aber die für den Nahverkehr zuständige Region Hannover sowie die niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Unter Federführung der Region hat sich deshalb eine Arbeitsgruppe gebildet mit dem Ziel, „den Bahnknoten Hannover betrieblich und infrastrukturell so zu ertüchtigen, dass seine Leistungsfähigkeit auch in Zukunft sichergestellt ist“, wie es von der Behörde heißt.

Hauptursache für die Engpässe ist der S-Bahn-Verkehr, dessen Fahrgastzahlen sich seit Betriebsaufnahme vor 13 Jahren auf täglich gut 90.000 Reisende mehr als verdoppelt haben. Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember werden etwa auf der Deisterstrecke und auf der Verbindung zwischen Hannover und Hameln zusätzliche Züge eingesetzt. Auch bei der Heidebahn und auf anderen Regionalstrecken fahren die Bahnen jetzt häufiger als früher. Insgesamt halten an den Gleisen im Hauptbahnhof nach Angaben der Bahn mittlerweile täglich mehr als 700 Personenzüge; 70 mehr als noch vor zwei Jahren.

Erklärtes politisches Ziel von SPD und Grünen in der Region ist es auch für die kommenden Jahre, noch mehr Züge auf die Gleise zu bringen. Das aber dürfte schwierig werden. „Bei den heutigen Rahmenbedingungen stehen auf den Gleisen 1 und 2 der S-Bahn keine weiteren Fahrplantrassen zur Verfügung. Angebotsausweitungen sind im heutigen Netz praktisch nicht mehr möglich“, sagt Prof. Thomas Siefer vom Institut für Verkehrswesen der Technischen Universität Braunschweig. Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer der LNVG, sieht Hannover als „Engpass sowohl im Nord-Süd- als auch im Ost-West-Verkehr“. Die Bahn selbst nennt zwar keine Zahlen, bestätigt aber auch die hohe Auslastung.

Um die Kapazitäten im Hauptbahnhof zu erweitern, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Auf der Seite zum Raschplatz könnten zwei neue Gleise angelegt werden. Diese Variante ist schon im Vorfeld der Expo erwogen worden, als der Bahnhof modernisiert wurde. Sie gilt aber aus städtebaulichen Gründen als wenig wahrscheinlich. Möglichkeit zwei besteht darin, bereits vorhandene Bahnsteige zu verlängern. „Ausbaumaßnahmen in Hannover sind derzeit nicht geplant“, teilt die Bahn dazu mit.

Die Arbeitsgruppe nimmt nicht nur den Hauptbahnhof, sondern den gesamten Verkehrsknoten Hannover zwischen Wunstorf und Lehrte unter die Lupe. Das Schienennetz muss nämlich nicht nur steigenden Bedarf am Personenverkehr verkraften. Auch der Güterverkehr wird allen Prognosen zufolge gewaltig anschwellen, wenn etwa Container aus den deutschen Seehäfen häufiger als bisher mit der Bahn Richtung Süden transportiert werden. Im kommenden Jahr sollen die Experten darlegen, wie die künftigen Verkehrsmengen im Raum Hannover zu bewältigen sind.

Nummer sechs

Mit etwa 250.000 Reisenden pro Tag ist der Hauptbahnhof Hannover die Nummer sechs in Deutschland nach Hamburg, München, Frankfurt, Berlin und Köln. Nimmt man die Zahl der haltenden S-Bahnen als Maßstab, ergibt sich ein anderes Bild.

Unter den 15 größten Bahnhöfen machen nur in Mannheim weniger Züge Station als in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Bremen spielt dort keine Rolle – in der Hansestadt gibt es keinen S-Bahn-Verkehr.

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