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Diese Musikschätze suchen ein neues Zuhause

EDC-Presswerk in Langenhagen Diese Musikschätze suchen ein neues Zuhause

Von Roy Black bis Eminem: Zahlreiche Schätze aus dem ehemaligen EDC-Presswerk in Langenhagen lagern zurzeit in der Halle 96 in Linden – Ziel ist aber ein House of Music. Doch zuerst müssen neue Räume gefunden werden, um die Werke aus der Musikgeschichte dauerhaft zeigen zu können. 

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Suchen einen Platz für den Schatz: Adolf Kopp von Hannoverimpuls (v. l.), EDC-Experte Uwe Rittentrop und Kai Schirmeyer vom Netzwerk kre(h)tiv.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die Platte liegt noch drauf. Beethoven, 2. Symphonie in D-Dur, eingespielt von den Dresdner Philharmonikern. Der kleine, auf das blaue Label geklebte Zettel von der Deutschen Grammophon GmbH Hannover ist beim Datum abgerissen, „Genehmigt 17.6.4“ ist noch zu lesen. Da die Aufnahme unter Dirigent Paul van Kempen eingespielt wurde, kann es aber nur 1941 oder 1942 gewesen sein.

Die Schallplatte liegt auf einem Grammophon, und das stand bis vor Kurzem noch in den Räumen der Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen. Das Werk ist Geschichte, aber es ist in der Nachfolge Emil Berliners eben auch Musikgeschichte. Deshalb wandert das, was der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Uwe Rittentrop vor den Fängen der Entrümpler gerettet hat, nun vorerst in die Lindener Halle 96 in Räume von Hannoverimpuls.

Von Roy Black bis Eminem: Zahlreiche Schätze aus dem ehemaligen EDC-Presswerk in Langenhagen lagern zurzeit in der Halle 96 in Linden – Ziel ist ein House of Music. 

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Im Kreativzentrum auf dem Hanomag-Gelände werden Platten, Abspielgeräte, Testapparate, Noten, Tonbänder, Spulen, Sonderpressungen, Hunderte von Fotos, Schilder und Widmungen von Roy Black bis Eminem gelagert. Alles noch unsortiert, denn Rittentrop hat „erst mal alles, was irgendwie interessant sein könnte, gesichert, damit es nicht im Container landet“. Blickfang ist ein schrankwandgroßer, mehr als hundert Jahre alter „Polyphon“-Vorläufer der Jukebox.

Aber die Zeit ist begrenzt, in drei Monaten gehen die Räume auf zwei Etagen an einen neuen Mieter. Bis dahin soll ein Teil der Sammlung, die das Netzwerk kre(h)tiv treuhänderisch übernommen hat, auch zu besichtigen sein. „Aber erst mal ausladen“, sagt kre(h)tiv-Kopf Kai Schirmeyer, der gestern zur Lkw-Ankunft der Schätze ein paar Gäste eingeladen hatte.

Wichtigstes Ziel ist es nun, einen Platz in Hannover zu finden, an dem dieses Stück Musikhistorie dauerhaft zugänglich gemacht werden kann. Schirmeyer geht es dabei um eine langfristige Lösung: „Wir müssen jetzt gucken: Wo kann das Material dauerhaft aufbereitet werden, was kann man drumherumstricken, wird es an eine Stiftung überführt?“ Dabei hofft er auch auf Ideen und Anregungen interessierter Hannoveraner. Eine Art House of Music, findet Rittentrop, würde Hannover nicht nur gut zu Gesicht stehen, es sei geradezu logisch: „Wir haben die Schellackplatte erfunden, wir haben die Schallplatte erfunden, die Musikkassette und die CD - alles, was mit Musik zu tun hat, kommt ja von uns!“

Er selbst, der 32 Jahre im Werk gearbeitet hat, wird als Berater die Sammlung weiterhin begleiten, keiner kennt sich so gut aus wie er. Außerdem „bin ich ja ab nächste Woche arbeitslos und habe ein bisschen Zeit“. Sein Lieblingsstück: „Eine lila Samtbox mit vier CDs von Jimi Hendrix.“

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