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Aus der Stadt So schön werden die Weihnachtsmärkte in Hannover
Hannover Aus der Stadt So schön werden die Weihnachtsmärkte in Hannover
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08:43 19.11.2016
Von Conrad von Meding
So schön leuchteten die Stände rund um die Marktkirche in den vergangenen Jahren. Akke Virtanen (kleines Bild) baut die Blockhütten im Finnischen Weihnachtsdorf auf. Quelle: Burkert (Archiv)/Franson
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Hannover

Am Mittwoch gibt Oberbürgermeister Stefan Schostok das Startsignal, dann soll der Weihnachtsmarkt wieder bis zwei Tage vor Heiligabend Millionen Besucher in die Innenstadt locken. Diesmal gibt es 196 Buden allein auf dem städtischen Marktbereich zwischen Osterstraße und Hohem Ufer – damit soll es der größte Weihnachtsmarkt sein, den Hannover je erlebt hat. Und der längste ist es auch: Weil Totensonntag diesmal schon am 20. November liegt und der Weihnachtsmarkt immer am Mittwoch danach beginnt, ist mit 30 Tagen die maximale Zeitspanne erreicht. Ein doppelter Superlativ also. „Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen“, sagt Marktamtschef Michael Flohr. Am Freitagmorgen wurde die 20-Meter-Tanne aus dem Harz vor der Marktkirche installiert, der Sturm ließ den mächtigen Baum kräftig schaukeln. Doch schon am Mittag schien wieder die Sonne – wenn das kein gutes Omen ist.

„Weihnachten wird Spekulatius“, hat man sich als Slogan ausgedacht und auf Programmhefte und Litfaßsäulenplakate geschrieben. Mit dem Wortspiel solle, anknüpfend an das beliebte Adventsgebäck, darauf hingewiesen werden, dass der Weihnachtsmarkt in Hannover spektakulär sei, sagt Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Immerhin: Die weltgrößte begehbare Weihnachtspyramide steht schon am Kröpcke. Und auch das Programm ist fertig – jeden Tag gibt es etwas zu erleben.

Rund um die Marktkirche: In 130 Buden zwischen dem Platz der Weltausstellung und der Marktkirche werden Holzspielzeuge aus dem Erzgebirge und dem Thüringer Wald, Kunstgewerbe, Keramik und Haushaltswaren angeboten, Glasbläser, Töpfer und Kerzenmacher zeigen, wie sie arbeiten. Gut ein Dutzend Buden sind neu, so will die Stadt für Abwechslung sorgen. Natürlich gibt es Glühweinstände und Bratwurstbuden und allerlei Naschereien. Man habe aber Wert darauf gelegt, dass der kommerzielle Aspekt nicht zu sehr im Vordergrund stehe, sagt Marktchef Flohr. Täglich um 15.30 und 16.30 Uhr ist die Märchenerzählerin aktiv, um 17 Uhr startet das Kasperletheater, um 17.30 Uhr verteilt der Weihnachtsmann Mandarinen, Äpfel und Nüsse an Kinder – „Schokolade gibt es in der Zeit schließlich schon genug“, sagt Flohr. Beliebt ist die Weihnachtsbäckerei am Hase-Brunnen vorm Alten Rathaus: Alle Vormittagstermine sind bereits von Schulklassen und Kita-Gruppen ausgebucht, ab mittags aber können sich Kinder zum Kekseausstechen und -backen anmelden – 3 Euro betragen die Kosten. Abends ist um 21 Uhr Schluss – der Nachtwächter kündigt das lautstark ab 20.45 Uhr an.

Finnischer Weihnachtsmarkt: Neu bei den Finnen auf dem Ballhofplatz ist eine große Blockhütte, im Rathaus nennen sie sie liebevoll „das finnische Kaufhaus“. Dort werden Felle und andere landestypische Waren angeboten, die es sonst in den drei Einzelbuden gab. Lachsräucherei und Finnenzelt gibt es weiterhin.

Wunschbrunnenwald: Auf dem Holzmarkt sind wieder 50 urige Tannen aufgestellt, dazwischen gibt es im Försterhaus und an zwei Buden Snacks, Glühwein und anderes. Wer mag, kann am Oskar-Winter-Brunnen vorm Leibnizhaus am Messingring drehen und sich etwas wünschen. Die Wünsche gehen garantiert in Erfüllung, wenn man Glück hat.

Historischer Markt: Zwischen Holzmarkt und Leineufer sind Mittelalterbuden aufgebaut. Ein Schmied geht seinem Gewerbe nach, es gibt Angebote wie Bogenschießen und Eierknacken.

Die Eröffnung: Am Mittwoch um 16 Uhr drücken OB Schostok, Stadtsuperintendent Martin Heinemann und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt den Startbuzzer an der Marktkirche. Der Markt dauert dann bis 22. Dezember, täglich von 11 bis 21 Uhr.

Aktionen für die HAZ-Weihnachtshilfe: Am 15. Dezember singt der Rat für die HAZ-Weihnachtshilfe, am 19. Dezember die Regionsversammlung. Auch am 18. und 22. Dezember sowie am Eröffnungstag wird an der Bühne für die größte Spendenaktion der Region gesammelt.

Die Geschichte des Weihnachtsmarkts in Hannover

Eine lange Tradition: Drei Tage dauerte der erste schriftlich erwähnte Christmarkt in Hannover. Im Jahr 1813 fand er an den letzten Tagen vor Heiligabend statt. In frühen Quellen heißt es, dass dort nur weihnachtstypische Artikel und Handwerkskunst angeboten werden durften. Die Dauer des Markts verlängerte sich im vergangenen Jahrhundert kontinuierlich. 1906 war es eine Woche, 1939 zwei Wochen, 1974 drei Wochen. In diesem Jahr sind es 30 Tage.

1,8 Millionen Besucher haben im Durchschnitt der vergangenen Jahre den hannoverschen Weihnachtsmarkt besucht. Wie viele davon von auswärts kamen, ist nicht untersucht – allerdings kommen täglich mehrere Reisebusse mit Stadttouristen, an Wochenenden sind es besonders viele.

Weitere Weihnachtsmärkte in Hannover sind vor allem der in der Lister Meile mit 70 Ständen, der die gleichen Öffnungszeiten wie der in der Innenstadt hat, und der vor dem Hauptbahnhof. Letzterer wird am Mittwoch um 17.15 Uhr von OB Stefan Schostok und dem DB-Konzernbevollmächtigten Ulrich Bischoping eröffnet. Er hat auch am 23. Dezember geöffnet sowie am 24. Dezember von 11 bis 14 Uhr. Am Ersten Weihnachtsfeiertag ist der Weihnachtsmarkt auf dem Ernst-August-Platz komplett geschlossen, öffnet aber am 26. Dezember wieder: die Gastronomie von 11 bis 21 Uhr, das Kunsthandwerk von 14 bis 17 Uhr.

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