Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Peinlich: Aufzug heißt in der "Passarelle" willkommen
Hannover Aus der Stadt Peinlich: Aufzug heißt in der "Passarelle" willkommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 31.08.2017
2002 ist die Passerelle umbenannt worden. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Ingo Schreiber staunte nicht schlecht, als er kürzlich im Hauptbahnhof mit den Aufzug ins Untergeschoss fuhr. „Passarelle“, tönte es aus dem Lautsprecher. Passarelle? Erstens hieß sie nie so, sondern Passerelle. Zweitens ist der Name längst in das etwas umständliche Niki-de-Saint-Phalle-Promenade geändert. Genau: im Jahr 2002.

15 Jahre Verspätung

Von der Bahn ist man ja einige Verspätung gewohnt. Aber 15 Jahre? „Es muss uns durch die Lappen gegangen sein“, sagt eine Bahn-Sprecherin in Hamburg. „Das Sprachmodul zu ändern wäre unsere Aufgabe gewesen. Wir werden es demnächst nachholen.“ Wobei zur Wahrheit auch gehört: Der Lapsus scheint noch nicht vielen Aufzugnutzern aufgefallen zu sein, jedenfalls ist von Protestnoten nichts bekannt.

Ingo Schreiber aber hat die Ansage eine kleine Zeitreise beschert. „Ich habe gestaunt: Man steigt in ein Mobilgerät ein und will nur die Etage wechseln, stattdessen kommt man geradewegs in einer anderen Zeit an.“ Ob er der alten Passerelle hinterhertrauert? „Den Namen fand ich immer unpassend - allerdings ist der neue ziemlich kompliziert“, sagt der 53-Jährige. Der Passerelle selbst trauert er ohnehin nicht hinterher. Die unterirdische Einkaufspassage war vor der Sanierung sehr heruntergewirtschaftet, es stank, in den verwinkelten Gängen standen häufig Läden leer. Der Siebzigerjahre-Fußgängertunnel hatte anfangs den Zweck, Fußgängern eine problemlose Passage vom Kröpcke zum Raschplatz zu gewähren, denn damals musste man für das ebenerdige Queren des Hauptbahnhofs noch ein Zugticket lösen. Schon bei der Eröffnung war diese lästige Pflicht abgeschafft, und wenige Jahre später hatte die einst als Flaniermeile gepriesene Tunnelpassage auch ihren Anfangscharme verloren.

Benannt nach Ehrenbürgerin

Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) hat die Passage damals mit hohem Millionenaufwand modernisiert. Benannt wurde der Gang dann nach Hannovers Ehrenbürgerin, der Künstlerin und Nana-Erfinderin Niki de Saint Phalle. Ihr hätte es vielleicht sogar gefallen, dass zumindest im Aufzug eine Parallelwelt existiert. Wenn die Bahn jetzt bald handelt, ist es allerdings mit der letzten Erinnerung an die Passerelle vorbei.

Von Conrad von Meding und Nele Schröder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wegen eines technischen Defekts ist am späten Montagmittag auf dem Gelände des Kraftwerks in Leinhausen beim Umfüllen Eisen-3-Chlorid ausgelaufen. Es wurde ABC-Alarm ausgelöst. Die Feuerwehr konnte die ausgelaufene Flüssigkeit abbinden. Verletzt wurde niemand.

28.08.2017

Vor betrügerischen Anrufen von vermeintlichen Mitarbeitern von Microsoft warnt die Polizei Hannover. In einem Fall gelang es den Betrügern, 5000 Euro von einem Konto abzubuchen.

28.08.2017

Ein spontaner Ausflug ins Grüne? In Hannover kein Problem. Die Landeshauptstadt ist eine der grünsten Städte Deutschlands. Doch welcher Park ist eigentlich am schönsten? Die HAZ hat gefragt und die Leser haben geantwortet: Hier finden Sie das Ergebnis der Abstimmung.

28.08.2017