Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Peinlich: Aufzug heißt in der "Passarelle" willkommen

Nach 15 Jahren mit anderem Namen Peinlich: Aufzug heißt in der "Passarelle" willkommen

Ingo Schreiber staunte nicht schlecht, als er kürzlich im Hauptbahnhof mit den Aufzug ins Untergeschoss fuhr. „Passarelle“, tönte es aus dem Lautsprecher. Doch die Passage heißt seit 15 Jahren anders: nämlich Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.

Voriger Artikel
ABC-Alarm im Kraftwerk Leinhausen
Nächster Artikel
Die Toten Hosen spielen im November in Hannover

2002 ist die Passerelle umbenannt worden.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Ingo Schreiber staunte nicht schlecht, als er kürzlich im Hauptbahnhof mit den Aufzug ins Untergeschoss fuhr. „Passarelle“, tönte es aus dem Lautsprecher. Passarelle? Erstens hieß sie nie so, sondern Passerelle. Zweitens ist der Name längst in das etwas umständliche Niki-de-Saint-Phalle-Promenade geändert. Genau: im Jahr 2002.

15 Jahre Verspätung

Von der Bahn ist man ja einige Verspätung gewohnt. Aber 15 Jahre? „Es muss uns durch die Lappen gegangen sein“, sagt eine Bahn-Sprecherin in Hamburg. „Das Sprachmodul zu ändern wäre unsere Aufgabe gewesen. Wir werden es demnächst nachholen.“ Wobei zur Wahrheit auch gehört: Der Lapsus scheint noch nicht vielen Aufzugnutzern aufgefallen zu sein, jedenfalls ist von Protestnoten nichts bekannt.

Ingo Schreiber aber hat die Ansage eine kleine Zeitreise beschert. „Ich habe gestaunt: Man steigt in ein Mobilgerät ein und will nur die Etage wechseln, stattdessen kommt man geradewegs in einer anderen Zeit an.“ Ob er der alten Passerelle hinterhertrauert? „Den Namen fand ich immer unpassend - allerdings ist der neue ziemlich kompliziert“, sagt der 53-Jährige. Der Passerelle selbst trauert er ohnehin nicht hinterher. Die unterirdische Einkaufspassage war vor der Sanierung sehr heruntergewirtschaftet, es stank, in den verwinkelten Gängen standen häufig Läden leer. Der Siebzigerjahre-Fußgängertunnel hatte anfangs den Zweck, Fußgängern eine problemlose Passage vom Kröpcke zum Raschplatz zu gewähren, denn damals musste man für das ebenerdige Queren des Hauptbahnhofs noch ein Zugticket lösen. Schon bei der Eröffnung war diese lästige Pflicht abgeschafft, und wenige Jahre später hatte die einst als Flaniermeile gepriesene Tunnelpassage auch ihren Anfangscharme verloren.

Benannt nach Ehrenbürgerin

Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) hat die Passage damals mit hohem Millionenaufwand modernisiert. Benannt wurde der Gang dann nach Hannovers Ehrenbürgerin, der Künstlerin und Nana-Erfinderin Niki de Saint Phalle. Ihr hätte es vielleicht sogar gefallen, dass zumindest im Aufzug eine Parallelwelt existiert. Wenn die Bahn jetzt bald handelt, ist es allerdings mit der letzten Erinnerung an die Passerelle vorbei.

Von Conrad von Meding und Nele Schröder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Demonstrationen gegen AfD-Parteitag

Mit fünf Kundgebungen wollen Demonstranten am Sonnabend gegen den Bundesparteitag der AfD im Congress Centrum protestieren.