Eines ist vielen Beteiligten klar geworden: Trotz aller Bauvorschriften und Mietgesetze – die Bewohner, teilweise schwerbehindert, teilweise hochbetagt, sind durch alle sozialen Netze gefallen. Geholfen hat ihnen keiner.
Am schärfsten hat bisher der AWO-Bezirkschef und langjährige SPD-Abgeordnete Axel Plaue den Missstand kritisiert, dass die Bauverwaltung nicht sofort eingegriffen hat. Hochhäuser müssen laut Gesetz über Aufzüge verfügen. Fallen die länger als nötig aus, darf die Stadt sofortiges Handeln anordnen, im Extremfall sogar selbst Techniker schicken. Plaues Vorwurf: Die Verwaltung hätte sofort handeln müssen, als das Problem in der Zeitung thematisiert wurde. Stattdessen hat man ausdrücklich gewartet, bis sich Betroffene persönlich und auch noch beim richtigen Sachbearbeiter melden.
In der Verwaltung gibt Sprecher Andreas Möser zumindest eine Teilschuld an Plaue zurück: 1996 habe der Landtag mit rot-grüner Mehrheit das Baugesetz geändert und die Hemmschwelle für das Eingreifen der Verwaltungen erhöht: „Die Eigenverantwortlichkeit der Eigentümer wurde in den Vordergrund gestellt.“ Trotzdem gelte hausintern natürlich der Anspruch, dass „die Verwaltung bei Bekanntwerden von Missständen reagiert“, betont Möser.
Weder Mieterverein noch Behindertenbeauftragte noch Kommunalpolitiker sind aktiv geworden, um Betroffenen zu helfen. Im Mieterverein wurde geraten, die Bewohner sollten die Miete kürzen; die Behindertenbeauftragte ist im Urlaub; der Buchholzer Bezirksbürgermeister Georg Fischer (SPD) hat von dem gesamten Vorgang gar nichts mitbekommen. Rosemarie Hochhuth (CDU) will den Vorgang am Dienstag im Seniorenbeirat thematisieren: „Wir dürfen Menschen mit Problemen nicht alleine lassen.“
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Kommentare
@ wohne immer dort noch nicht Mieter bei Annington – 09.08.10
Gut, setze ich ihn also in Verzug. Toll! Deshalb darf ich meine Forderung noch lange nicht gegen seine Forderung auf Mietzahlung aufrechnen - einfach mal BGB studieren und die Forderungen miteinander vergleichen, zumal man bei Annington nur mit deren Zustimmung - also mit anerkannten Forderungen - aufrechnen darf.Alles in allem verbreiten Sie hier unausgegorene Theorien, die die Mieter keinen Schritt näher an einen funktionierenden Fahrstuhl gebracht hätten. Aktzeptieren Sie einfach die rechtlichen Grenzen der Mieter und stellen Sie mit mir fest, dass wir schlicht die Schwächeren sind und die Politk nichts tut, um unsere Stellung zu stärken. Insbesondere die SPD ist mehr und mehr zu einer Partei des Kapitals geworden, von denen gibt es keine Hilfe...
Schwarzer-Peter-Spiel? Axel Plaue – 09.08.10
Der Versuch der hannoverschen Bauverwaltung nun ein Schwarzer-Peter-Spiel zu beginnen, ist reichlich durchsichtig und sollte deshalb von ihr schleunigst beendet werden.Aber vorweg: Natürlich liegt in allererster Linie die Verantwortung für die unmöglichen, noch dazu baurechtswidrigen Zustände in den beiden Hochhäusern eindeutig und unmissverständlich bei dem Eigentümer Deutsche Annington. Niemand hat das aber auch bestritten bzw. anders kommentiert. Die HAZ sollte deshalb der Annington nun nicht den bequemen Abgang in die Versenkung gestatten. Nach dem Motto: der Aufzug fährt wieder und nun ist alles gut. Nichts ist gut bei einem Vermieter, der kleine Leute, Menschen mit Behinderungen und alte zum Teil langjährige Mieter so behandelt, sie in einem Hochhaus wochenlang die Treppen rauf und runter scheucht. Auch Kapitalanleger haben einen Ruf und ein Gesicht zu verlieren. Dazu gehört dann auch eine veröffentlichte Meinung, die nicht vor Kapitalinteressen und ggf. deren Anzeigenmacht zurück schreckt. Herr von Meding hat erfreulicher Weise dem bisher jedenfalls widerstanden.
Die hannoversche Bauverwaltung ist deshalb mit in die Kritik geraten, weil sie trotz öffentlicher Diskussion und Information zunächst überhaupt nicht und dann – nach öffentlichem Druck – reichlich zögerlich tätig geworden ist. Wenn der Stadtbaurat Herr Bodemann seinen Pressesprecher erklären lässt, die zögerliche Haltung läge an einer Änderung der NBauO aus dem Jahre 1996, dann ist das offenbar einem schlechten Gewissen geschuldet. Fachlich jedenfalls ist es nicht haltbar.
Bei den Änderungen der Bauordnung ging und geht es politisch immer wieder um die Frage, ob und wie weit man auf Genehmigungsvorbehalte verzichten und Verantwortlichkeiten bei den dazu befähigten Entwurfsverfassern – sprich Architekten und Bauingenieuren – ansiedeln kann. Das hat sich in dem Maße, wie damit auch eine Qualitätssicherung bei den betroffenen Fachleuten verpflichtend verbunden war, auch bewährt. Der entscheidende Punkt aber ist: Zu keinem Zeitpunkt ist es den Bauämtern dabei durch den Landesgesetzgeber untersagt worden, erkennbare Verstöße gegen das Baurecht zu ahnden. Ganz im Gegenteil. Das ist die Aufgabe der Bauaufsicht. Wäre das nicht mehr der Fall, könnte man die Bauaufsicht auch abschaffen.
Wenn Herr Bodemann erklären lässt „hausintern (gilt) natürlich der Anspruch, dass die Verwaltung bei Bekanntwerden von Missständen reagiert“, dann halte ich der reichlich gönnerhaften Aussage entgegen: nicht nur hausintern, sondern im öffentlichen, gesetzlichen Auftrag hat die Verwaltung zu reagieren, und das angemessen schnell und wirksam.
Weil auch auf dem Wohnungsmarkt Kapitalinteresses immer exzessiver durchgesetzt werden, braucht es ein solides Mietrecht, Mieter die sich nicht alles gefallen lassen und wachsame Interessenvertreter der Mieterinnen und Mieter. Dazu gehört eine bürgernahe Verwaltung, wie ich das von der hannoverschen Stadtverwaltung durchaus kenne. Und die Bauverwaltung ist ja ein Teil dieser Stadtverwaltung.
Annington Greisenow – 07.08.10
Der Bezirksbürgermeister (SPD) hat von alldem nichts mitbekommen!!!!Die neuesten Umfragewerte kennt er aber bestimmt aus dem FF.Er soll im Urlaub bleiben und zurück
treten (natürl. v. Strand ).
@ wohne nicht dort PH – 07.08.10
die Menschen die hier leben nicht z:T. nicht mehr die jüngsten und fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung wohl. Die Annington unter Zahlungsverzug zu setzten und dann zu kürzen ist für die älteren Menschen physich nicht so einfach.Kluge Ratschläge geben,wenn man selber nicht betroffen ist na ja@ Mieter bei Annington wohne immer dort noch nicht – 07.08.10
Ich habe vorausgesetzt, daß Du weißt, daß man den Vermieter erstmal unter Verzug setzten muß. D.h. ich muß ihm eine Frist setzen, den Schaden zu beheben, klaro? Außerdem gibt es unter www.immobilienscout24.de Wohnungen noch und nöcher.Man muß nur wollen, so einfach ist das.@ wohne dort nicht Mieter bei Annington – 07.08.10
Träumer! Das Geld hätten Sie von Annington nie wieder gesehen, zumal diese Vorgehensweise nicht rechtmäßig ist. Im Gegenteil, annington hätte die vollständige Miete gemahnt und wäre dann ins gerichtliche Mahnverfahren gegangen.Tipps von Unwissenden, die den "Gegner" nicht kennen, sind nicht hilfreich.
Aufzug im Hochhaus wohne dort nicht – 07.08.10
Wo ist das Problem? Wenn ich dort wohnte, hätte ich die Aufzugsfirma angerufen, die Rechnung bezahlt und en Betrag mit der Miete verrechnet. So einfach ist das.