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Bekommt der Hauptbahnhof zwei neue Gleise?

Finanzierungsgespräche mit EU Bekommt der Hauptbahnhof zwei neue Gleise?

Der Hauptbahnhof Hannover platzt aus allen Nähten – dass er ausgebaut werden muss, ist Konsens. Jetzt machen Region und Land in Sachen Finanzierung Druck bei der Europäischen Union. Eine Zusage für finanzielle Unterstützung gab es nach den Gesprächen allerdings nicht.

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Der Hauptbahnhof Hannover muss ausgebaut werden. Möglicherweise kommen zwei weitere Gleise.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Am Dienstag prachen Regionspräsident Hauke Jagau und Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens mit der EU-Koordinatorin für den Verkehrskorridor Nordsee-Baltikum über die große Dringlichkeit des Projekts. 

„Ich bin optimistisch, dass unsere Lage in den künftigen Beratungen auf EU-Ebene Berücksichtigung findet“, sagte Regionspräsident Jagau. Drei der neun wichtigsten europäischen Bahnstrecken führen durch die Region Hannover. „Wenn es bei uns hakt, hakt es an vielen anderen Orten auch“, betonte Jagau.

Schon seit Jahren ist klar, dass der hannoversche Hauptbahnhof an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist. Grund dafür ist der kontinuierlich zunehmende Zugverkehr. 750 Züge steuern den Bahnhof täglich an, mit ihnen 250 000 Reisende und Pendler. Sollten Bahnsteige und Gleisnetz nicht ausgebaut werden, sind weitere Verbesserungen im Fahrplan nicht mehr möglich. Das Nadelöhr Hannover behindert den Einsatz weiterer Züge auch weit ins Land hinein. Zusätzliche Fahrten, beispielsweise ab Paderborn oder Braunschweig, kann die Bahn nicht anbieten, wenn sich die Züge in Hannover nicht einfädeln lassen. Auch für die geplante Ausweitung des ICE-Netzes ist der Hauptbahnhof Hannover ein Hindernis.

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Hauptursache für die Engpässe ist der S-Bahn-Verkehr, dessen Fahrgastzahlen sich seit der Betriebsaufnahme vor 16 Jahren auf täglich deutlich mehr als 90 000 Fahrgäste mehr als verdoppelt haben. Auch auf einigen Regionalstrecken sind mehr Züge unterwegs.

Um die Kapazitäten im Hauptbahnhof zu erweitern, nennen die Experten zwei Möglichkeiten: Zum Raschplatz hin könnten zwei neue Gleise gelegt werden. Diese Variante war schon erwogen worden, als der Bahnhof vor der Expo modernisiert wurde, aus städtebaulichen Gründen jedoch verworfen worden. Einfacher zu bewerkstelligen wäre die Verlängerung vorhandener Bahnsteige. Dann könnten beispielsweise zwei kürzere Nahverkehrszüge zeitgleich an einem Bahnsteig halten.

Untersucht wird aber nicht nur der Bahnhof, sondern der gesamte Verkehrsknoten Hannover zwischen Wunstorf und Lehrte. Denn nicht nur der Personenverkehr hat stark zugenommen, auch der Güterverkehr wird Prognosen zufolge stark anschwellen. Denn künftig werden immer häufiger Container von den deutschen Seehäfen per Bahn in Richtung Süden transportiert.

Arbeiten ab 2019: Schon in zweieinhalb Jahren wird der Hauptbahnhof so oder so zur Großbaustelle: Im Frühjahr 2019 soll eine umfangreiche Sanierung des Hauptbahnhofs beginnen. Statiker hatten entdeckt, dass die fünf sogenannten Gleisbrücken marode sind. Auf ihnen liegen die Schienenstränge und Bahnsteige, und sie überspannen die darunterliegende Promenade. Die Brücken werden nacheinander ausgetauscht, die Bauzeit ist auf zehn Jahre angesetzt. Die Bahn rechnet in dieser Zeit mit massiven Auswirkungen auf den Zugverkehr, auf den Fußgängerverkehr im Gebäude und auf das Umfeld des Bahnhofs.     

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