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Dreivierteljahr Wartezeit auf Schwimmkurs

Sportpolitik Dreivierteljahr Wartezeit auf Schwimmkurs

Der Ausfall des Misburger Bads und die monatelange Sanierung des Stadionbads in diesem Jahr bringt die Stadt Hannover beim Angebot von Schwimmkursen in Bedrängnis. Eine Dreivierteljahr beträgt aktuell die Wartezeit für einen Schwimmkurs.

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Das marode Misburger Bad bleibt bis auf Weiteres geschlossen, und steht damit auch nicht für Schwimmkurse zur Verfügung. Im Sommer soll zumindest der Freibadbereich geöffnet werden.

Quelle: Philipp Von Ditfurth

Hannover. Eltern, die ihre Kinder zum Schwimmkurs bei städtischen Schwimmmeistern anmelden wollen, müssen sich in diesem Jahr auf lange Wartezeiten gefasst machen. "Schon jetzt stehen auf der Warteliste 200 Kinder", sagte Jens Grude von der Bäderverwaltung am Montagnachmittag im Sportausschuss. Aktuell müsse man sich auf eine Wartezeit von einem Dreivierteljahr einstellen. "Uns stehen in diesem Jahr nur drei städtische Bäder zur Verfügung", sagt Grude. Damit meint er das Vahrenwalder Bad, das Nord-Ost-Bad und das Stöckener Bad.

Die Schließung des Misburger Bads wegen Einsturzgefahr sei "das Schlimmste gewesen, das uns passieren konnte", sagt Grude. Zudem wird das Stadionbad ab Juni saniert, sodass auch diese Wasserfläche bis zum November nicht mehr für den Schwimmunterricht zur Verfügung steht. Ein weiterer Grund für das reduzierte Angebot liegt darin, dass Stadt und Rat sich entschlossen haben, Vereinen und Schulen mehr Wasserzeiten einzuräumen.

Die Bäderverwaltung rechnet folglich in diesem Jahr mit schwindenden Teilnehmerzahlen. Vor zwei Jahren zählte die Stadt mehr als 900 Teilnehmer ihrer Schwimmkurse. Damals fiel das Misburger Bad in städtische Hände, sodass die Bäderverwaltung mehr Unterricht anbieten konnte. Der Effekt verpuffte schon im vergangenen Jahr, als das Misburger Bad wieder geschlossen werden musste. Nur noch 826 Kurteilnehmer zählte die Stadt. "Jetzt wird sich die Zahl auf 700 bis 800 Teilnehmer einpendeln", sagt Grude.

Die Stadt strebt jetzt die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas und Vereinen an, um doch noch mehr Kurse anbieten zu können. Immerhin erteilen auch 70 Schulen und 20 Schwimmvereine Schwimmunterricht.

Freibadsaison in Misburg: Der Freibadbereich im derzeit geschlossenen Misburger Bad soll im Sommer zugänglich werden. Die Stadt will eine Containeranlage anmieten, in der Umkleiden, Toiletten und Duschen untergebracht sind. Um die Fläche herzurichten und Anschlüsse zu legen, investiert die Stadt 275 000 Euro, die Mietkosten für die Container betragen 37 500 Euro. Vom 1. Mai bis September oder Oktober soll das Freibad genutzt werden können. Der Hallenbereich bleibt weiterhin geschlossen, weil das Gebäude einsturzgefährdet ist. Gutachter prüfen derzeit, ob die Halle abgerissen und neu gebaut werden muss oder sich eine komplette Sanierung lohnt.

Im Sportausschuss sind alle Fraktionen grundsätzlich damit einverstanden, dass zumindest das Freibad eröffnet werden kann. Eine Debatte ist aber am Montagnachmittag um die Zahl der provisorischen Duschen entstanden. Die CDU schließt sich dem Bezirksrat Misburg-Anderten an und fordert, fünf statt drei Duschen für das Freibad. "Ansonsten müssen Schulklassen allzu lange warten", sagt CDU-Ratsfrau Stefanie Matz. SPD und Grüne halten die zusätzliche Ausgabe für verzichtbar. "Wir sollten dankbar sein, dass die Stadt schnell reagiert und wenigstens den Sommerbetrieb im Bad ermöglicht", sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller. Bei fünf Duschen gebe es zu wenig Platz für Umkleiden, meint ihr Kollege von den Grünen, Mark Bindert. Am Ende stimmt der Ausschuss mit rot-grüner Mehrheit für drei Duschen.

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