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Aus der Stadt Sind Hannoveraner zum Fest knauserig?
Hannover Aus der Stadt Sind Hannoveraner zum Fest knauserig?
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00:23 25.12.2015
Von Conrad von Meding
Weihnachtsshopping in der Innenstadt. Quelle: dpa
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Hannover

Woran genau die große Differenz liegt, lässt sich nicht aufklären. Das bearbeitende Institut beteuert, dass die Studie repräsentativ sei. 46.550 Menschen sind im Herbst von Studierenden und Professoren der FOM-Fachhochschule befragt worden, wie viel Geld sie zum Fest für Geschenke ausgeben wollen. Die private Hochschule, die auch in Hannover am Cityring eine Dependance hat, hat die Auswertung beim Münchener IFES-Institut in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Seit Jahren steigen die Summen an. 2011 waren es bundesweit noch 339 Euro – die Hannoveraner liegen also gewissermaßen vier Jahre zurück, wenn man die Befragung ernst nimmt.

Männer sind spendabler: Im Bundesschnitt geben Männer etwa 30 Euro mehr für Weihnachtsgeschenke aus als Frauen. Sortiert nach Altersgruppen wiederum sind die 56- bis 65-Jährigen die spendabelsten: Sie planen, etwa 113 Euro mehr auszugeben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Was nicht verwundert: Berufstätige (501 Euro) und Rentner (544 Euro) können mehr Geld ausgeben als Arbeitslose (309 Euro), Studenten (235 Euro) und Schüler (158 Euro).

Frauen sind schneller: Männer beginnen meist erst im Dezember damit, sich aktiv um Geschenke zu kümmern, und kaufen dann bis kurz vor Weihnachten ein. Anders die Frauen. Der Großteil von ihnen habe „bis Mitte Dezember bereits den Geschenkeeinkauf erledigt“, sagt FOM-Professor Rüdiger Grimm, der die Umfrage in Hannover mitbetreut hat. Am heutigen Mittwoch, so die Befragung, kümmerten sich zweieinhalb mal so viele Männer um Geschenke wie Frauen.

Im Süden mehr Geschenke: Typischerweise wird in Süddeutschland mehr Geld für Geschenke ausgegeben. Im Großraum München zwischen Ingolstadt, Ulm, Garmisch und Pfarrkirchen liege der Durchschnittswert bei fast 500 Euro. Aber auch alle anderen Ballungsräume in Deutschland schneiden spen­dabler ab als Hannover: Düsseldorf (448 Euro) und Dortmund (474 Euro), Bremen (428) und Hamburg (441 Euro), sogar Berlin (399 Euro).

Und Hannover? Der Wert für Hannover überrascht auf Nachfrage auch den Leiter der Studie, Oliver Gansser vom IFES-Institut. Eine Erklärung hat er nicht. „Wir fragen die Menschen, wie viel Geld sie ausgeben wollen – nicht warum“, sagt er. Für die HAZ hat er aber ausgewertet, wo die Schenkenden ihr Geld ausgeben wollen. Und da gibt es durchaus Unterschiede. Bundes- und landesweit stehen an erster Stelle städtische Einkaufszentren, gefolgt von Fachgeschäften, Fachmarktzentren, Interneteinkäufen und schließlich Warenhäusern wie Karstadt oder Kaufhof. In Hannover aber ist die Reihenfolge anders. Hier stehen zwar auch an erster Stelle der Präferenz städtische Einkaufszentren, danach aber kommt das Internet, dann das Warenhaus, das Fachgeschäft und schließlich das Fachmarktzentrum. „Ob das die großen Differenzen aber erklärt, weiß ich nicht“, sagt Studienleiter Gansser.

„Hannoveraner sind effektiv“: Ullrich Thiemann vom Handelsverband versucht sich an einer anderen Erklärung. Die Hannoveraner seien sehr effektive Einkäufer, und die bestens sortierte Innenstadt biete ihnen gute Gelegenheit, mit weniger Geld die Wünsche der Liebsten zu befriedigen. Möglicherweise gibt es aber auch eine viel schlichtere Erklärung: In Hannover sind nur 255 Menschen befragt worden. Zwar nach repräsentativen Kriterien, was Alter und Geschlecht betrifft, wie Gansser betont, aber eben doch sehr wenige.

Geschäfte noch geöffnet: Wer noch nachlegen will: Bis Mittwochmittag sind die Geschäfte in der City noch geöffnet.

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