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Wer legte diese tödlichen Köder aus?

Bertha-von-Suttner-Platz Wer legte diese tödlichen Köder aus?

Am Bertha-von-Suttner-Platz sind am Montag mehr als 50 präparierte Hundeköder gefunden: Die Wurststücke waren mit Metallgegenständen gespickt. Zudem verteilten die Tierquäler Brötchen, die sie zuvor mit Rattengift präpariert hatten. Mindestens drei Hunde wurden verletzt.

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Die am Bertha-von-Suttner-Platz gefundenen Hundeköder.

Quelle: Polizei

Hannover. Als Tim Weerts davon erfährt, dass Hundehasser präparierte Köder am Bertha-von-Suttner-Platz ausgelegt haben, ist er eigentlich schon auf dem Heimweg. „Obwohl ich ohnehin immer aufpassen muss, was mein Hund Gerd alles beim Gassigehen anschleppt, bin ich geschockt“, sagt der 34-Jährige. Gerd, ein Labrador, ist ein ausgemachter Allesfresser. Dennoch überstand der zweijährige Rüde am Montag die gewohnte Runde durch die Südstadt unbeschadet. Polizei und Mitarbeiter der Stadt hatten zu diesem Zeitpunkt schon das ganze Areal durchsucht und gereinigt.

Unbekannte hatten dort in der Nacht mit Schrauben und Nägeln gespickte Wurststücke ausgelegt. Zudem verteilten die Tierquäler Brötchen, die sie zuvor mit Rattengift präpariert hatten. Um sechs Uhr waren die gefährlichen Hundeköder einer 34-jährigen Anwohnerin aufgefallen, als ihr Hund eines der Wurststücke fressen wollte. Sie alarmierte daraufhin die Polizei, suchte nach weiteren Ködern und traf dabei eine weitere Hundehalterin, die mit ihrem Schäferhund ebenfalls auf die Fallen gestoßen war.

Dieser Köder stellte sich bei der Untersuchung als Rattengift heraus.

Quelle: Polizei

Für den Hund der 34-Jährigen war es da fast schon zu spät. Wie sich später beim Tierarzt herausstellte, hatte er bereits mehrere Metallschrauben verschluckt. Er steht nun genauso unter Beobachtung wie Emma. Die Hündin von Vesna Gehrmann hatte am Morgen ebenfalls einen der Köder verschluckt.  „Bei ihr haben die Ärzte auch einen Nagel im Magen gefunden“, sagt Gehrmann. Da Gehrmann nicht sicher war, ob ihre Hündin auch Gift gefressen hatte, röntgten die Veterinäre den Jack-Russel-Terrier nicht nur mehrfach, sondern verabreichten ihm auch ein Brechmittel. „Ob das Gift wirklich nicht angeschlagen hat, konnten sie aber noch nicht abschließend sagen“, erklärt Vesna Gehrmann. „Am Mittwoch müssen wir noch einmal in die Tierärztliche Hochschule, um eine Blutprobe nehmen zu lassen.“

Damit keine weiteren Tiere durch die Aktion der Hundehasser verletzt werden, durchforstete die Polizei nach dem Fund der ersten präparierten Wurststücke die Gebüsche und Rasenflächen auf dem Bertha-von-Suttner-Platz. Mehr als 50 der gefährlichen Happen fanden die Beamten schon bei der ersten Durchsicht. „Wir halten jetzt natürlich auch noch die Augen offen“, sagt Hermann Garbe vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover. Er und zwei Kollegen wollten am Nachmittag ohnehin Laub zusammenfegen und die letzten Böllerreste am Bertha-von-Suttner-Platz beseitigen. „Wir haben aber auch noch einmal die Anweisung bekommen, intensiv nach weiteren Ködern zu suchen“, sagt Garbe.

Tim Weerts verurteilt die hinterhältige Aktion der Tierhasser – er hat aber eine Vermutung, was die Ursache dafür sein könnte. „Es gibt auch hier am Suttner-Platz immer wieder einige wenige Hundebesitzer, die sich nicht an die Regeln halten“, erklärt er. „Sie sammeln dann beispielsweise nicht den Kot ihrer Tiere auf.“ So etwas ärgere nicht nur Hundehasser, sondern auch ihn. „Aber dann zu solchen Mitteln zu greifen ist Wahnsinn.“

Insgesamt wurden nach Informationen der Polizei drei Hunde durch die präparierten Köder verletzt. Die Behörde ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Beamten hoffen auf Hinweise von Zeugen, die in der Nacht zwischen 0 und 6 Uhr etwas Auffälliges am Bertha-von-Suttner-Platz beobachtet haben. Sie werden gebeten, sich beim Polizeikommissariat Südstadt unter der Rufnummer (05 11) 1 09 32 17 zu melden.

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