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Ausgezeichnete Ideen für die Integration

Wettbewerb Ausgezeichnete Ideen für die Integration

Unter dem Motto „Partizipation erzeugt Partizipation“ stand in diesem Jahr der Ideenwettbewerb des städtischen Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ). Zum neunten Mal ging es beim GFZ darum, das Zusammenleben der zunehmend interkulturell zusammengesetzten hannoverschen Stadtbevölkerung zu verbessern.

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Das Projekt „Refugees Welcome“ von Radio Leinehertz erhält bis zu 10.000 Euro.

Quelle: Thomas Althaus

Hannover. Dieses Mal wurden insbesondere solche Projekte gesucht, bei denen sich Eingewanderte mit ihren Kompetenzen und Interessen bürgerschaftlich einbringen können. Außerdem sollten die Wettbewerbsbeiträge neue Zugangswege zur sozialen Beteiligung von Zugewanderten schaffen, die Selbstorganisation von Migranten stärken und die Neubürger in die demokratischen Prozesse der Kommunalpolitik besser einbinden.

Insgesamt 22 Anträge wurden für den GFZ 2016 eingereicht. Folgende 13 Projekte, für die Zuschüsse in Höhe von insgesamt 135 000 Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden, konnten die vierköpfige Jury unter dem Vorsitz von Kuratorin Koralia Sekler überzeugen:

Flüchtlinge auf Sendung

Bei Radio Leinehertz sollen neun Monate lang auch Flüchtlinge auf Sendung gehen. Fünf Arbeitsgruppen mit bis zu 15 Teilnehmern werden ihre eigenen Sendungen für den Lokalradiosender aus der Südstadt entwerfen. Das Projekt „Refugees on Air“ erhält vom GFZ bis zu 10 000 Euro.

„Wir schaffen das!“ lautet nicht nur das Motto von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch der Titel eines Patenschaftsprojekts von Dietmar Rose und Bernd Schlierf. Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter vom Institut für Erziehungswissenschaft der Leibniz-Universität wollen Flüchtlinge zu ­Integrationsscouts ausbilden. Als Scouts sollen sie anderen Flüchtlingen bei der Integration helfen. Das Projekt erhält 22 000 Euro und läuft ab Herbst 2016 probeweise für ein Jahr.

"Die Sprache auf die Bühne bringen"

„Die Sprache auf die Bühne bringen“ heißt ein einjähriges Theaterprojekt der AWO Hannover, das im Oktober 2017 mit einer Bühneninszenierung enden soll. Der Jugendintegrationskurs von Amalia Sdroulia, bei dem auch die Schreibkunst der Teilnehmer trainiert wird, wird mit 9312 Euro aus dem Gesellschaftsfonds unterstützt.

Insbesondere afrikanischstämmige Frauen will der Verein AMACO (Association des Mamans du Congo) aus dem Sahlkamp mit dem Projekt „Frauenblick - My Hannover“ erreichen. Die Teilnehmer können über zwei Jahre ihre Vorstellungen von Partizipation in der Stadt äußern und umsetzen. Dafür gibt es vom GFZ einen Zuschuss über 6800 Euro.

Das Integrationszentrum Mi&V aus Herrenhausen erhält 8000 Euro für sein einjähriges Projekt „Stärkung der Partizipationsbereitschaft von russischsprachigen Zuwanderern und Zuwanderinnen“. Der Verein unterstützt bereits seit 2005 die Integration der mehr als 40 000 russischsprachigen Einwanderer in Hannover.

Die gleiche Summe erhält das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover mit Sitz in Vahrenwald. Der Verein, der sogar schon seit 2004 russischsprachige Migranten in Hannover fördert, wird von September 2016 bis Dezember 2017 das Projekt „Orientierung in der Politik für russischsprachige Migrantinnen und Migranten“ anbieten.

Zum interkulturellen Austausch anregen

Mit 12.500 Euro fördert der GFZ die Arbeit am „Cameo Magazin - Ankommen“. Das Magazinprojekt, das zum interkulturellen Austausch anregen will, wird vom Redaktionsbüro des Cameo Kollektivs in der Oststadt gestaltet. Die Initiative hat bereits mehrere Förderer gewinnen können und läuft zunächst von August 2016 bis Juni 2017.

„Misch dich ein!“ heißt eine Veranstaltungsreihe des Vereins MiSO Netzwerk Hannover aus der List. An 14 Terminen wird bei Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen oder Erlebnisberichten nach Partizipationsmöglichkeiten für Migranten gesucht. Der GFZ unterstützt die Reihe mit 10 000 Euro.

Dem MiSO Netzwerk gehört auch Eva-Maria Nguyen an, die einen Stadtführer für Neubürger namens „In Hannover zu Hause“ zusammenstellen will. Als langjährige Dozentin für Deutsch als Fremdsprache will Nguyen auch ehemalige Schüler in das Projekt miteinbeziehen, das innerhalb eines Jahres umgesetzt werden soll. Vom Gesellschaftsfonds erhält der Stadtführer einen Zuschuss in Höhe von 3700 Euro.

Politik zum Anfassen

Der Verein Politik zum Anfassen aus dem Heideviertel bekommt 8353 Euro für seine Aktion „Ganz einfach: Hannover“. Dabei werden zusammen mit Schülern, Migranten und Flüchtlingen diverse Videos und Animationen erstellt, die über das Leben in Hannover aufklären sollen. Die Filme erhalten Untertitel in verschiedenen Sprachen und werden auf der Internetplattform Youtube hochgeladen.

Der Kleefelder Verein für integrative Bildung, Betreuung und Chancengleichheit (ViBBC) startet mit Unterstützung des GFZ das Projekt „Jugend für Jugend“. Der Verein will dabei 15 bis 20 Jugendliche zu sogenannten Peer-Trainern ausbilden, damit sie die soziokulturelle Integration von Neuankömmlingen in Hannover unterstützen können. „Der Peer-to-Peer-Ansatz hat sich gerade in der Arbeit mit Jugendlichen ­bewährt und bildet eine neue Art der Wissensvermittlung unter den Gleich-altrigen“, urteilt die GFZ-Jury und gewährt einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro.

„SOS durch partizipatives Tandem“ heißt ein Projekt des Vereins mensch und region aus Linden und dem Nachbarschaftskreis Siloah. Dabei sollen verschiedene Kooperationen zwischen Flüchtlingen, Ehrenamtlichen, Kreativschaffenden und Unternehmen aufgebaut werden. Die Jury hält diesen Ansatz für förderungswürdig und will bis zu 12 860 Euro bereitstellen.

Von Christian Link

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