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Aus der Stadt Zwischen Himmel und Erde im Gartenfriedhof
Hannover Aus der Stadt Zwischen Himmel und Erde im Gartenfriedhof
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00:15 05.03.2014
Von Daniel Alexander Schacht
Anderthalb Dutzend Künstler lenken einen frischen Blick auf den Gartenfriedhof. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„Über allen Gipfeln ist Ruh‘“: So steht der Gedichtanfang auf den Wimpeln, die das Künstlerpaar Dagmar und Thomas Helmbold zwischen die Bäume gehängt hat. Damit werden Besucher des Gartenfriedhofs schon an der Marienstraße auf die Goethezeit eingestimmt, aus der dieser Friedhof stammt, mit weiteren Kunstwerken aber auch auf eine Friedhofsatmosphäre ohne Düsternis: Wer das Gelände in der Dunkelheit betritt, erblickt das weiße und rote Neonlicht von jenem „es“, das Franz Betz aus seiner Lichtskulptur „Paradies“ herausgelöst hat – nicht unpassend für einen Gottesacker, der schließlich Wege ins Paradies ebnen soll. Und wer in der Abendstille den Gartenfriedhof durchstreift, wird von einem der Bäume herab auch das Lied „Guten Abend, gute Nacht“ vernehmen – aus dem Munde der Künstlerin Luzia Lippert , die zwischen den Ästen eine Klanginstallation angebracht hat.

Wimpel-, Licht- und Klangkunst – das sind drei der 17 Arbeiten, die jetzt an einem ungewöhnlichen Ort präsentiert werden: „Kunst in den Bäumen“ heißt die Ausstellung im Geäst, an den Stämmen und zwischen den Bäumen des Gartenfriedhofs an der Marienstraße.

Fast alle Künstler stellen sich dabei der Besonderheit dieses Friedhofs, der für Vergänglichkeit und Ewigkeit, aber mit den Gräbern von Charlotte Kestner, Caroline Herschel oder auch Johann Heinrich Ramberg zugleich für hannoversche Tradition und Prominenz steht. Die Initiative dazu kam von der Kuratorin und Künstlerin Dagmar Brand sowie von einer Gruppe, deren Name zugleich Programm ist. „Wir wollen diesem Ort, den Ministerpräsident Stefan Weil einmal als Kleinod bezeichnet hat, die ihm gebührende Aufmerksamkeit verschaffen“, sagt Dieter Zinßer vom Verein Renaissance Gartenfriedhof, der dem Gartenfriedhof gleichsam zu einer Wiedergeburt verhelfen will.

Kleine Bilderrahmen mit den Antlitzen von Verstorbenen an einem Stamm, klingende Knöpfe oder Holzscheiben in den Ästen sollen dazu ebenso beitragen wie das „Hängegesicht“ von Ulrike Enders, die „Buch(en)binde“ von Barbara Toenne oder „Zwischen Himmel und Erde“, eine Skuptur aus Draht und Latexhandschuhen von Sabine Oellerer.

„Kunst in den Bäumen“, bis 13. April im Gartenfriedhof an der Marienstraße.

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