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Vom Homo habilis zu Max Mustermann

"MenschenWelten" im Landesmuseum Vom Homo habilis zu Max Mustermann

In seiner neuen Dauerausstellung „MenschenWelten“ zeigt das Landesmuseum die Geschichte der Menschheit. Klimawandel, Religion und Migration sollen den Bezug zur Gegenwart herstellen. Ein Rundgang durchs Haus.

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Ton, Steine, Scherben: Direktorin Katja Lembke zeigt auch Stücke, die lange nicht zu sehen waren.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Irgendwann in der Vergangenheit, Wissenschaftler sprechen von 2,4 Millionen Jahren, tauchte dieses Wesen in der heißen afrikanischen Savanne auf. Wenn es gut lief in seinem Leben, wurde es ausgewachsen 1,20 Meter groß. Es deutete seine Welt mit einem Gehirn, das zwar heutigen Maßstäben nicht gerecht wird, aber größer war als das aller seiner Vorfahren.

Auch war es handwerklich geschickt und machte aus Steinen Werkzeuge, um Nahrung zu zerkleinern und Schalen zu zerschlagen, was zuvor sein Gebiss erledigen musste. Der Homo habilis gilt als erster Handwerker und Stammvater aller folgenden Menschenarten. In seiner Blüte konnte der Mensch später Geräte entwickeln, die erkennen, ob Autoabgase auf dem Prüfstand oder in voller Fahrt gemessen wurden.

In seiner neuen Dauerausstellung „MenschenWelten“ zeigt das Landesmuseum die Geschichte der Menschheit. Klimawandel, Religion und Migration sollen den Bezug zur Gegenwart herstellen.

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Mit dem Homo habilis beginnt das Landesmuseum Hannover seine neue Dauerausstellung „MenschenWelten“. Sie führt durch die Geschichte der Menschheit, von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, und sie betrachtet dabei den Einfluss von Religion, Kriegen und unterschiedlichen Kulturen, auch in Niedersachsen.

Die Kuratoren konnten Stücke, die lange in Kellern lagerten, ans Tageslicht holen, etliche von ihnen belegen nun unter beleuchteten Vitrinen, wie die Menschheit den Umgang mit Ton, Steinen, Scherben und anderen Materialien verfeinerte. Viel ist zu sehen, Gefäße, Krüge, Grabbeigaben, Waffen, Modelle; anfassen, berühren und selbst erfahren können Besucher eher wenig. Als die Ausstellung geplant wurde, war noch nicht klar, welche Rolle die weltweite Flüchtlingswelle in diesen Monaten spielen würde, nun zieht Direktorin Katja Lembke eine Verbindung zu dem, was die „MenschenWelten“ zeigen wollen: „Fortschritt entsteht durch Migration, durch den Austausch von Ideen.“

Archäologen und Völkerkundler taten sich zusammen und zeichnete im Landesmuseum das Bild einer komplexer werdenden Welt. Der Homo ergaster lernte das Feuer beherrschen und konnte nach Norden ziehen, ans kühlere Mittelmeer. Der Neandertaler jagte mit Lanzen aus Ebenholz europäische Waldelefanten, unter Glas liegen die spröden Reste dieser Waffe. Dass in Niedersachsen Leben möglich wurde, verdankt sich auch dem Klimawandel, der zwischen Ems und Elbe Eis schmelzen ließ. Aber wo Menschen leben, wüten sie auch.

Karl der Große beginnt den 30-jährigen Krieg und verbietet den Sachsen unter Androhung des Todes Begräbnisse nach ihrem Brauch, aus Heiden sollen Zwangschristen werden. Man muss nicht lange suchen, um Ähnlichkeiten mit dem „Islamischen Staat“ zu erkennen, dessen religiös begründete Mordlust Millionen Menschen zur Flucht zwingt.

Die Ausstellung kostete 1,36 Millionen Euro, von denen das Land die Hälfte übernahm. Auch Sponsoren wie die Stiftung Niedersachsen beteiligten sich. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic lobte gestern die „zukunftsweisende“ Arbeit des Museums. „MenschenWelten“ ist die zweite Dauerausstellung, im vergangenen Jahr wurden bereits die „NaturWelten“ eröffnet, 2016 kommen die „KulturWelten“ hinzu.

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