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Ausstellung zeigt Wege zum Smartphone

Historisches Museum Ausstellung zeigt Wege zum Smartphone

Wählscheibentelefone, Cassetten-Recorder, Filmprojektoren: Mit teils nostalgisch anmutenden Exponaten zeichnet die Ausstellung "Wege zum Smartphone" im Historischen Museum die technische Entwicklung moderner Kommunikationsmedien nach - und zeigt, wie diese ihrerseits ihre Nutzer veränderten.

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Knisternde Klänge: Die Ausstellungsmacher neben einem historischen Grammophon.

Quelle: Heidrich

Hannover. Erst knistert es ein wenig, als die Nadel durch die Rille fährt. Dann klimpert ein Klavier, und schließlich plärren Blechbläser aus dem Trichter. Eine akustische Zeitreise. Die Jazzplatte auf dem Grammofon stammt aus dem Jahr 1927.

Das Historische Museum bietet in seiner Ausstellung „Wege zum Smartphone“, die am Dienstag eröffnet, eine ganze Menge solcher Zeitreisen. In der Schau geht es um die Kultur- und Technikgeschichte der Kommunikationsmedien. Und weil jeder Erwachsene ein gutes Stück des Weges zum Smartphone mitgegangen ist, kann die Ausstellung ganz auf den Reiz nostalgischen Wiedererkennens setzen: Fast unmerklich haben sich ja Wählscheibentelefone, Schneewittchensarg-Plattenspieler, Kassettenrekorder und Röhrenfernseher aus unserem Alltag verabschiedet, ebenso wie Filmprojektoren, Sony-Walkmen und das Nokia 3410. Hier sind sie alle wieder beisammen.

Wählscheibentelefone, Cassetten-Recorder, Filmprojektoren: Mit teils nostalgisch anmutenden Exponaten zeichnet die Ausstellung "Wege zum Smartphone" im Historischen Museum die technische Entwicklung moderner Kommunikationsmedien nach - und zeigt, wie diese ihrerseits ihre Nutzer veränderten.

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Die Ausstellung, klug konzipiert von Kuratorin Anja Titze und Experten der Leibniz-Uni, zeigt, wie seit dem 19. Jahrhundert technische Entwicklungen unsere Kommunikation verändert haben. Telegraf und Telefon machten Verständigung über weite Distanzen möglich. Tonkonserven, Fotos und Filme speicherten Bilder und Klänge. Das Museum zeigt, welche Technik sich in den Geräten verbirgt; an Mitmachstationen dürfen Besucher sich Buchstaben zumorsen und Apparate ausprobieren. Doch die Ausstellung zeigt auch, wie neue Techniken unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit und unseren Denkhorizont verändert haben.

„Die von der Fotografie ausgelöste Bilderflut hat beispielsweise dafür gesorgt, dass wir heute oberflächlicher und summarischer sehen als vor 200 Jahren“, sagt der Kulturwissenschaftler Prof. Lutz Hieber. Mit dem Smartphone hat heute jeder das Weltwissen in der Hosentasche; das Gerät kombiniert verschiedenste Kommunikationsformen. Was einst zum konventionellen Bildungsgut zählte, wird entwertet, andere Kulturtechniken werden wichtig. Der Blick in die Technikhistorie offenbart, dass viele Innovationen die Welt kleiner und schneller gemacht haben. Aber nicht in jedem Fall besser. Derzeit erscheint das Smart­phone wie die Vollendung einer Entwicklung. „Es ist allerdings noch nicht möglich, Blumen über das Smartphone zu riechen oder Tiere zu streicheln“, sagt der Elektrotechniker Prof. Wolfgang Mathis, einer der Ausstellungsmacher: „Aber wir sind auch noch nicht am Ende.“

Grammophonaufnahme: "Alabama Stomp" von Red Nichols (1927)


„Wege zum Smartphone“: Im Historischen Museum bis 8. April 2018.

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