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Kinder lernen Hannover im Museum kennen

Ausstellung über Stadtentwicklung Kinder lernen Hannover im Museum kennen

Wie Hannover wurde, was Hannover ist: Das Historische Museum zeigt Kindern in einer Mitmach-Ausstellung "Erklär mir mal Hannover!", wie sich die Stadt gestalten lässt. Ein Highlight der Ausstellung ist das „Planungsbüro Klagesmarkt“: Am Spieltisch können Kinder hier den Platz umgestalten, der auch im wirklichen Leben gerade bebaut wird.

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„Früher gab es nur Festnetz“: Annalena (links) und Sonja erkunden das nachgestellte Fünfzigerjahre-Büro von Stadtplaner Rudolf Hillebrecht.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover . Die Kindheit ist auch nicht mehr, was sie mal war. Oder? Gebannt schaut die zehnjährige Ava auf die Fotos an der Wand. Sie zeigen Kinder, die in den Zwanzigerjahren in der Altstadt auf der Straße spielen. „Heute gehen wir lieber auf Spielplätze“, sagt sie, „auf der Straße sind ja viel zu viele Autos.“ Die Kindheit hat Zäune bekommen im Laufe der Jahrzehnte. Aber damals, sagt Ava, hätten es die Kinder wohl auch nicht besser gehabt: „Sie konnten zwar auf der Straße spielen, aber sie lebten meist in ganz kleinen Wohnungen.“

Auf einem Bildschirm neben ihr ist ein Film über junge Parkour-Sportler zu sehen: Mit ihren akrobatischen Einlagen erobern sie sich heute die ganze Stadt als Spielplatz zurück. Wie und wo Kinder sich entfalten dürfen – das unterliegt einem ständigen Wandel.

Auf der Ausstellung "Erklär mir mal Hannover!" im Historischen Museum lernen junge Menschen etwas über Stadtentwicklung.

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Ava gehört zu den ersten Kindern, die gestern schon einmal die Ausstellung „Erklär mir mal Hannover“ im Historischen Museum besuchen durften. Von 524 450 Hannoveranern sind genau 78 743 jünger als 18 Jahre – und diese Familienausstellung, die am Sonntag pünktlich zum Ferienbeginn eröffnet, ist speziell für sie gemacht.

Die Schau, die junge Besucher in Kostümen aus dem Museumsfundus durchstreifen dürfen, widmet sich dem Thema Stadtplanung: Sie erklärt Kindern, wie Hannover wurde, was Hannover ist. Und sie fragt, wie Hannover künftig noch sein könnte. Da ist Fantasie gefragt: „Viele Kinder nehmen ihr städtisches Umfeld als naturgegeben hin“, sagt Kurator Jan Willem Huntebrinker. „Sie entwickeln aber ein enormes Interesse, wenn sie erst einmal entdeckt haben, dass alles von Menschen gemacht ist und folglich auch verändert werden kann.“

Ausstellung eröffnet am Sonnabend

Zum Auftakt gibt’s Aktionen: Die Ausstellung „Erklär mir mal Hannover“ wird am kommenden Sonntag, 19. Juli, um 12 Uhr eröffnet. Dabei stehen zahlreiche Aktionen auf dem Programm. Zu sehen ist sie im Historischen Museum bis zum 3. Januar. Infos, auch zu Sommerferienaktionen und für Besuche von Schulklassen, gibt es unter Telefon (05 11) 16 84 30 52. Das Begleitheft zur Ausstellung kostet einen Euro.

Zum umfangreichen Begleitprogramm gehören unter anderem Familienführungen: Diese stehen am 27. September, 25.  Oktober und 29. November jeweils um 15 Uhr auf dem Programm.
Bei der Schwarmkunstaktion „Tape it!“ kann am 28. August, 12 Uhr, jeder ­helfen, der Museumsfassade eine Hannover-Skyline aus Klebeband zu verpassen.

Eine Reportagewerkstatt der Jungen Presse Niedersachsen über Jugendkulturen in Hannover gibt es vom 25.–27. September. Anmeldung unter der Telefonnummer (05 11) 83 09 29.  be

Also zeigt die Ausstellung mit Karten, Fotos und Videos, dass es früher Stadtmauern gab. Dass man eine Fähre brauchte, um nach Linden zu kommen. Und dass am Kröpcke einst Autos fuhren. Sie zeigt den Besuchern, wie Kinder früher gewohnt und gespielt haben. Und an einer großen Skyline der Stadt, die an der Museumswand prangt, können die jungen Besucher selber mit Kreide Korrekturen vornehmen und aufschreiben, wie Hannover werden müsste, um die Stadt ihrer Träume zu sein.

Es gibt viele solcher Mitmachstationen in der Ausstellung: An einer mechanischen „Privileg“-Schreibmaschine tippt Tashnia ein paar Zeilen: „Wir haben einen Computer zu Hause – der ist schon praktischer“, sagt die Neunjährige. Die Kinder dürfen auf der „Privileg“ einen Brief an den Oberbürgermeister schreiben – mit Verbesserungsvorschlägen fürs Stadtbild. Ein paar Meter weiter hantiert die elfjährige Hatice an einer altertümlichen Waschtrommel mit Handkurbel. Und die Kinder dürfen die liebevoll nachgebauten Arbeitszimmer von berühmten Stadtplanern wie Georg Ludwig Friedrich Laves oder Rudolf Hillebrecht durchstöbern und dabei an Wählscheibentelefonen und Lupen hantieren.

Ein Highlight der Ausstellung ist das „Planungsbüro Klagesmarkt“: Am Spieltisch können Kinder hier den Platz umgestalten, der auch im wirklichen Leben gerade bebaut wird. „Wenn ich Stadtplaner wäre, würde ich überall Spielplätze anlegen“, sagt der zehnjährige Mert: „Und ich würde überall Trinkbrunnen aufstellen, falls jemand unterwegs ist und Durst bekommt.“ Genau 406 Spiel- und 124 Bolzplätze, so erfährt man in der Ausstellung, gibt es in Hannover schon. Der Bestand an Trinkbrunnen hingegen ist sicherlich noch ausbaufähig.

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