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Ausstellungen erinnern an Deportation von Juden

Rathaus Ausstellungen erinnern an Deportation von Juden

Doppelausstellung im Bürgersaal des Rathauses: „8 Objekte - 8 Schicksale“ erinnert an die Deportation von 1001 hannoverschen Juden ins Getto von Riga vor 75 Jahren. „Neue Epoche für Juden in Deutschland“ zeigt, wie das jüdische Leben in Deutschland nach dem Holocaust wieder aufgebaut wurde.

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Michael (l.) und Werner Fürst mit dem Führerschein des Vaters.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Der Führerschein von Helmut Fürst ist ein vierseitiges Dokument auf reißfestem Leinenpapierblatt, ausgestellt am 3. September 1945 in Hannover. Der Vordruck war fünf Jahre älter und trug noch das Hakenkreuz-Symbol der Nazis. Dieses hat man bei der Neuausstellung beseitigt. Das Exemplar von 1945 ist jetzt öffentlich zu sehen als Teil einer Doppelausstellung im Bürgersaal des Rathauses, die am Sonntag eröffnet wurde. „8 Objekte - 8 Schicksale“ erinnert an die Deportation von 1001 hannoverschen Juden ins Getto von Riga vor 75 Jahren. „Neue Epoche für Juden in Deutschland“ zeigt, wie das jüdische Leben in Deutschland nach dem Holocaust wieder aufgebaut wurde.

Zwei Ausstellungen werden anlässlich des 75. Jahrestages des Beginns der Judendeportationen eröffnet, u.a. "8 Objekte - 8 Schicksale" von den 1001 Deportierten nach Riga.

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„Der Führerschein hatte für meinen Vater eine immense Bedeutung“, sagte Michael Fürst, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Hannover, beim Festakt zur Ausstellungseröffnung. Qualifizierte Handwerker wie Helmut Fürst hatten im Lagersystem der Nazis die besten Überlebenschancen. Fürst wurde gebraucht, weil er die Autos der Nazis wartete und reparierte. So konnte er als einer von nur 69 Überlebenden aus Riga nach Hannover zurückkehren, wo er 2012 im Alter von 90 Jahren starb. Henny Simon (Bild), letzte lebende Zeitzeugin der Getto-Gräuel, war zur Ausstellungseröffnung extra aus den USA nach Hannover gekommen.

So wie Fürst und Simon haben sieben weitere Leihgeber Objekte zur Verfügung gestellt. An ihnen werden die persönlichen Geschichten der Betroffenen erzählt, ergänzt durch die chronologische Darstellung der Ereignisse. Das wirkt eindrücklich, und so ist es auch gewollt: „Wir haben die Aufgabe, Verantwortung für einen respektvollen Umgang mit der Nazi-Vergangenheit zu übernehmen“, betonte Bürgermeister Thomas Hermann.

Info: Die von der Städtischen Erinnerungskultur konzipierte Doppelausstellung ist bis zum 5. Januar täglich von 9 bis 18 Uhr (Ausnahme die Feiertage) im Neuen Rathaus am Trammplatz zu sehen.

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