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„Jeder wird so angenommen, wie er ist“

Auszeichnung für Otfried-Preußler-Schule „Jeder wird so angenommen, wie er ist“

Die Grundschüler tanzen zu griechischer Musik, singen im Chor und balancieren über Bänke - und die Kinder mit Down-Syndrom sind mittendrin. Die Otfried-Preußler-Schule in der Südstadt ist am Dienstag vom Deutschen Down-Syndrom-Center mit dem nationalen Preis für vorbildliche inklusive Arbeit ausgezeichnet worden.

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„Eine großartige Schule“: Stephan Buntrock vom Down-Syndrom-Center überreicht den nationalen Preis an Rektorin Alexandra Vanin.

Quelle: (Alexander Körner)

Hannover. „Dies ist ein großes Lob für eine großartige Schule“, sagte Stephan Buntrock vom Down-Syndrom-Center Hannover, als er die Auszeichnung überreichte. An der Grundschule würden Kinder individuell gefördert und gefordert, Hochbegabte wie Schüler mit Handicap. Ausgrenzung gebe es nicht. „Menschen mit Beeinträchtigungen haben laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft“, sagte Buntrock. Dieses Recht gebe es aber vor allem auf dem Papier: „In den Köpfen der Menschen muss sich noch ganz viel ändern.“

An der Otfried-Preußler-Schule haben laut Leiterin Alexandra Vanin 30 der insgesamt 362 Kinder eine Beeinträchtigung, davon hätten zehn das Down-Syndrom. „Jeder ist anders“, sagte Vanin bei der Preisverleihung. „Ein Kind ist sonnig und fröhlich, ein anderes wild, ein drittes leise, mancher braucht für Aufgaben länger, ein anderer kürzer.“ Wichtig sei es, dass jeder Schüler vorbehaltlos so angenommen werde, wie er sei. „Jeder darf so bleiben, wie er ist, genauso bunt, wie ihr seid, genauso bunt wollen wir euch haben“, sagte die Rektorin in Richtung der Erst- bis Viertklässler in der Turnhalle.

„Schule kann ein schöner Ort sein“, sagte Hannovers Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. An der Otfried-Preußler-Schule sei das der Fall. Dies sei nicht nur den Kindern zu verdanken, sondern auch den „ungewöhnlichen Erwachsenen“, die dort arbeiteten. „Man könnte denken, es sei normal, so miteinander umzugehen, wie ihr das tut, aber es ist leider noch nicht normal“, betonte Rzyski. An der Südstädter Grundschule würden die Mitarbeiter nicht sagen, was nicht geht, sondern eher fragen, warum etwas nicht gehen sollte.

Buntrock vom Down-Syndrom-Center kritisierte die Aussage, dass Inklusion ihre Grenzen habe. Inklusion sei ein Menschenrecht, und man sage ja auch nicht, dass Menschenrechte ihre Grenzen hätten. Es gehe nicht um Gleichmacherei, sondern um Gleichberechtigung und Chancengleichheit für Kinder mit Behinderungen. An einer Regelschule könnten sie besser lernen als an einer Förderschule.

Seit 2013 haben Eltern in Niedersachsen die Wahl, ob sie ihr Kind zu einer Förder- oder einer Regelschule schicken, es sei denn, sie haben ein Kind mit Lernproblemen, denn diese Förderschulen laufen aus. Rund 60 Prozent der Eltern, die ein behindertes Kind in den Jahrgängen 1 bis 8 haben, hatten zuletzt eine Regelschule gewählt.

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