Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wildunfall: Autofahrer müssen Straße nicht reinigen
Hannover Aus der Stadt Wildunfall: Autofahrer müssen Straße nicht reinigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 05.05.2017
Nur der Jäger darf den Kadaver entfernen: Wildunfall auf der Landstraße. Quelle: Susann Prautsch
Anzeige
Hannover

Autofahrer müssen nach einem Wildunfall nicht für die Bergung und Entsorgung des getöteten Tieres zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover jetzt in einem Grundsatzurteil entschieden. Zuvor hatte die Landesstraßenbaubehörde begonnen, Autofahrer zur Kasse zu bitten. Da sich meistens der örtliche Jäger um das überfahrene Tier kümmere, sei der Autofahrer für die Beseitigung nicht zuständig, urteilte das Gericht.

Seit Ende 2016 werden Fahrzeughalter nach einem Wildunfall in die Pflicht genommen, für das Entfernen der Kadaver zu sorgen. Mehrere Autofahrer hatten deswegen gegen die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geklagt. Die Behörde argumentierte, dass Autofahrer auf Landes-, Kreis- und Bundesstraßen dazu verpflichtet seien, verursachte Straßenverunreinigungen, die „über das übliche Maß hinaus“ sind, unverzüglich zu beseitigen - in diesem Fall das Unfallwild. Gegebenenfalls seien die Kosten für die Entsorgung zu übernehmen.

Fahrer müsste auf Jäger warten

Allerdings konnten die Autofahrer der geforderten unverzüglichen Reinigungspflicht gar nicht erst nachkommen. Denn laut Jagdrecht hat allein der ortsansässige Jäger Anspruch auf das tote Tier in seinem Revier. „Das heißt, der Autofahrer dürfte höchstens das Wild zur Seite räumen, um weitere Unfälle zu vermeiden und müsste dann auf den Jagdausübungsberechtigen warten“, so der Vorsitzende Richter Michael Ufer. Dieser müsse allerdings erst von seinem Anspruch zurücktreten, damit der Unfallbeteiligte das Unfallwild wegschaffen dürfe. „Bevor er das nicht tut, darf der Kadaver nicht entsorgt werden“, erklärte Ufer. Demnach bestehe laut der 7. Kammer des Verwaltungsgerichts auch keine unverzügliche Reinigungspflicht.

Es reicht, die Polizei zu rufen

Auch, wenn sich kein Jäger um das Wild kümmert, reiche es, wenn der Fahrer die Polizei informiert, so das Gericht. Er könne dann zurecht davon ausgehen, dass die Straße gereinigt werde. Die Bescheide der Straßenbaubehörde wurden deshalb aufgehoben - die Kläger müssen nicht zahlen.

In allen Fällen wurde die Polizei verständigt, die wiederum die ortsansässigen Jäger anrief. Diese holten die Kadaver ab und lagerten sie zwischen, bis ein Tierkörperbeseitigungsunternehmen das verendete Wild mitnahm.

Madeleine Buck

Am Canarisweg hat die Stadt das Außengelände einer Kita gesperrt, weil die Anwohner Müll vom Balkon werfen. Ist Mühlenberg ein "abgehängter Stadtteil"? Darüber hat die HAZ in einem Forum mit Lesern und Politikern diskutiert. Hier können Sie das Protokoll der Veranstaltung nachlesen.

03.05.2017

Der 32-jährige Filialleiter der Santander-Bank in Vahrenwald hat am Dienstag vor dem Landgericht Hannover den Überfall auf sein eigenes Geldinstitut gestanden. Er und sein Komplize sollen bei dem Überfall im vergangenen Juni 367.500 Euro erbeutet haben.

02.05.2017

Was tun am Sonntag, wenn eine der deutschlandweit größten Evakuierungen seit dem Zweiten Weltkrieg stattfindet? Das Alternativangebot in Hannover ist vielfältig. Hier erzählen zwanzig Hannoveraner, was sie an diesem Tag machen wollen.

04.05.2017
Anzeige