Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Wildunfall: Autofahrer müssen Straße nicht reinigen

Gerichtsurteil Wildunfall: Autofahrer müssen Straße nicht reinigen

Wer mit dem Auto Wild überfährt, muss nicht für die Bergung und Entsorgung des toten Tieres zahlen - das hat das Verwaltungsgericht nun entschieden. Zuvor hatte die Landesstraßenbaubehörde begonnen, Autofahrer zur Kasse zu bitten.

Voriger Artikel
Mühlenberg: So kontrovers diskutiert wurde im HAZ-Forum
Nächster Artikel
Dieses Orchester bekommt einen eigenen Fanclub

Nur der Jäger darf den Kadaver entfernen: Wildunfall auf der Landstraße.

Quelle: Susann Prautsch

Hannover. Autofahrer müssen nach einem Wildunfall nicht für die Bergung und Entsorgung des getöteten Tieres zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover jetzt in einem Grundsatzurteil entschieden. Zuvor hatte die Landesstraßenbaubehörde begonnen, Autofahrer zur Kasse zu bitten. Da sich meistens der örtliche Jäger um das überfahrene Tier kümmere, sei der Autofahrer für die Beseitigung nicht zuständig, urteilte das Gericht.

Seit Ende 2016 werden Fahrzeughalter nach einem Wildunfall in die Pflicht genommen, für das Entfernen der Kadaver zu sorgen. Mehrere Autofahrer hatten deswegen gegen die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geklagt. Die Behörde argumentierte, dass Autofahrer auf Landes-, Kreis- und Bundesstraßen dazu verpflichtet seien, verursachte Straßenverunreinigungen, die „über das übliche Maß hinaus“ sind, unverzüglich zu beseitigen - in diesem Fall das Unfallwild. Gegebenenfalls seien die Kosten für die Entsorgung zu übernehmen.

Fahrer müsste auf Jäger warten

Allerdings konnten die Autofahrer der geforderten unverzüglichen Reinigungspflicht gar nicht erst nachkommen. Denn laut Jagdrecht hat allein der ortsansässige Jäger Anspruch auf das tote Tier in seinem Revier. „Das heißt, der Autofahrer dürfte höchstens das Wild zur Seite räumen, um weitere Unfälle zu vermeiden und müsste dann auf den Jagdausübungsberechtigen warten“, so der Vorsitzende Richter Michael Ufer. Dieser müsse allerdings erst von seinem Anspruch zurücktreten, damit der Unfallbeteiligte das Unfallwild wegschaffen dürfe. „Bevor er das nicht tut, darf der Kadaver nicht entsorgt werden“, erklärte Ufer. Demnach bestehe laut der 7. Kammer des Verwaltungsgerichts auch keine unverzügliche Reinigungspflicht.

Es reicht, die Polizei zu rufen

Auch, wenn sich kein Jäger um das Wild kümmert, reiche es, wenn der Fahrer die Polizei informiert, so das Gericht. Er könne dann zurecht davon ausgehen, dass die Straße gereinigt werde. Die Bescheide der Straßenbaubehörde wurden deshalb aufgehoben - die Kläger müssen nicht zahlen.

In allen Fällen wurde die Polizei verständigt, die wiederum die ortsansässigen Jäger anrief. Diese holten die Kadaver ab und lagerten sie zwischen, bis ein Tierkörperbeseitigungsunternehmen das verendete Wild mitnahm.

Madeleine Buck

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Oliver Pocher im Theater am Aegi

Am Sonntag steht Oliver Pocher mit seinem Programm "Voll OP - Beziehungen, Social Media und andere Volkskrankheiten" auf der Bühne.