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1,70 Euro und kein Ende

Autofahrer stöhnen über hohe Benzinpreise

Von Manuel Becker

Wer Auto fährt, lebt momentan besonders teuer. Die Preise an der Zapfsäule sind auf Rekordhöhen geklettert. Am Dienstag wurde zum ersten Mal die 1,70-Euro-Marke überschritten. Manchen Unternehmen bleibt nur, die Kosten an die Kunden weiterzugeben.
Foto: Die Fahrt zur Zapfsäule wird für viele Autofahrer zu teuer.

Die Fahrt zur Zapfsäule wird für viele Autofahrer zu teuer.

© Steiner

Hannover. „Jetzt haben meine Fahrer plötzlich angefangen, Super zu tanken“, sagt Christos Hartomatsidis, als er auf die Benzinabrechnung schaut. Eine Fahrzeugflotte mit drei Lkw hat der Unternehmer. „1,57 Cent pro Liter, das kann doch nicht Diesel sein“, sagt Hartomatsidis von „Chicco’s Getränkegroßhandel“. Als die Spritpreise Anfang der Woche angezogen sind, habe er schließlich die Preise erhöhen müssen. Jetzt koste die Kiste Wasser eben fünf Cent mehr. „Sonst habe ich am Ende des Monats ein großes Minus.“ Der Unternehmer spürt den Preisanstieg auch privat: Mit seiner schwarzen Limousine tankt er heute an der Shell-Tankstelle in der Schulenburger Landstraße – und 90 Euro zeigt die Anzeige der Zapfsäule am Ende an. „Und ich habe nicht mal vollgetankt.“

An die Grenze der Belastbarkeit gehe der hohe Benzinpreis, sagt Christine Rettig vom ADAC. Zum ersten Mal sei am Dienstag die magische 1,70-Cent-Marke geknackt worden. „Manche Autofahrer mussten sogar 1,709 Cent pro Liter zahlen“, sagt Rettig. „Da ist eine Grenze überschritten worden, von der man dachte, dass man sie nicht erreichen würde.“ Dass die Region Hannover bei den Benzinkosten noch im Mittelfeld liege und man in Süddeutschland bereits mehr als 1,73 Cent pro Liter zahlen musste, sei da wenig hilfreich. „Das Schimpfen der Autofahrer ist gerechtfertigt“, sagt Rettig.

Die hohen Preise machen sich auch bei Fahrschulen und Taxiunternehmen bemerkbar. „Wir haben im Januar die Preise erhöht“, sagt Svenja Wiechers von der Fahrschule Seidel in der List. Statt 22,50 Euro kostet eine normale Fahrstunde jetzt 24 Euro. „Uns bleibt bei den hohen Spritpreisen nichts anderes übrig“, sagt Wiechers. Auch Martina Behrens von Ralf’s Fahrschule stöhnt über die hohen Kosten für Benzin. „Wir leiden“, sagt sie, während sie die Rechnung von Anfang bis Mitte Februar in den Händen hält. „100 Euro Mehrkosten, das ist einfach ein Ärgernis.“
Sauer ist auch Taxiunternehmer Christian Gruß: „Wir arbeiten nur noch für die Tankanlage.“ Weil die Preise tariflich festgeschrieben seien, könne er die Benzinkosten nicht weitergeben. „So verdiene ich weniger“, sagt Gruß. Aber eine Erhöhung der Tarife sei schon beantragt. Wenig aus macht der Rekordanstieg Thomas Nipp von Mein Taxi. „Wir haben 21 Autos mit Flüssiggas“, sagt Geschäftsführer Thomas Nipp. Dort halte sich die Teuerung noch in Grenzen.

Um Kosten zu sparen, vergleichen viele Hannoveraner die Preise an den Tankstellen. So wie Frank Lagon aus Kirchrode. Er hat den ganzen Tag über geschaut, wie viel Benzin jeweils kostet. Er kennt die Preise in Kirchrode, Sehnde, Hameln und Weetzen. Am Dienstagnachmittag wird er schließlich in Misburg bei der Jet-Tankstelle in der Anderter Straße fündig. „1,449 Cent Pro Liter, das ist ein Toppreis“, sagt er und fügt noch schnell ein „unter diesen Bedingungen“ hinzu. „Wir versuchen immer die Günstigsten zu sein“, sagt Angelo Haug von der Jet-Tankstelle, die sich einen Preiskampf mit der Star-Tankstelle gegenüber liefert. „Wenn die mit den Preisen runter gehen, tun wir das auch“, sagt er. Reger Betrieb herrscht an den Zapfsäulen auf beiden Seiten. „Gerade gegen Abend haben wir lange Schlangen“, sagt Hamed Baktiar von der Star-Tankstelle. Er und sein Konkurrent von gegenüber berichten von Schlangen bis zur Straße. Und tatsächlich: Wer sein Auto nach dem Bezahlen nicht schnell genug wegfährt, wird angehupt.

Preise zu vergleichen lohnt sich auch weiterhin. „Denn der Trend hält an. Mit Entspannung ist erst einmal nicht zu rechnen“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig.

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