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Aus der Stadt Urteil zum Koffer-Baby ist rechtskräftig
Hannover Aus der Stadt Urteil zum Koffer-Baby ist rechtskräftig
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00:16 30.11.2017
Die Rechtsanwälte Pascal Ackermann (l.) und Matthias Waldraff verteidigten die junge Mutter Laura S. Quelle: Katrin Kutter
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Karlsruhe/Hannover

 Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil des Schwurgerichts Hannover bestätigt, dass eine junge Mutter aus Vahrenwald im März 2017 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt hatte. Die 22-jährige Laura S. hatte ein Neugeborenes vier Tage lang in einem vollgestopften Koffer in ihrer Wohnung deponiert und die Geburt verschwiegen. Erst ihr Freund entdeckte den unterkühlten, verletzten, durchnässten und mit Kot und Plazentaresten verschmierten Säugling. Was den Fall noch unheimlicher machte: In dem Koffer fanden die Ermittler auch das Skelett eines Babys, das S. bereits 2015 zur Welt gebracht hatte. Die Mutter und ihre Anwälte Matthias Waldraff und Pascal Ackermann legten später Revision gegen das Urteil ein, das ein Jahr höher ausfiel war als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Der Schwurgerichts-Vorsitzende Wolfgang Rosenbusch hatte bei der Urteilsbegründung gesagt, Laura S. habe den Tod ihrer Tochter im September 2016 nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern ihn wissentlich herbeiführen wollen:  „Sie wussten, dass Ihr Kind höchstwahrscheinlich sterben würde.“ Die Stillversuche der 22-Jährigen hätten nicht dem Lebenserhalt des Babys gedient, sondern sollten lediglich verhindern, dass es schrie – und damit der nichts ahnende Freund oder der Hund des Paars etwas vom Kind im Koffer mitbekommen hätten. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass das Mädchen zumindest am Tag seiner Entdeckung kopfüber in dem aufrecht stehenden Koffer steckte – eine zusätzlich lebensbedrohliche Situation. Das Neugeborene überlebte die Tortur letztendlich ohne bleibende körperliche Schäden; was die Tage im Koffer für seine Psyche bedeuten, wird sich aber erst später erweisen.

Von Michael Zgoll

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