Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt BGH bestätigt Urteil zum Maschseemord
Hannover Aus der Stadt BGH bestätigt Urteil zum Maschseemord
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 21.08.2014
Alexander K. hatte nach Ansicht des Gerichts die Prostituierte Andrea B. erstochen, zerstückelt und in den Maschsee geworfen. Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts Hannover gegen den Maschseemörder Alexander K. bestätigt. Das Gericht entschied am Donnerstag in Karlsruhe, die Revision des Angeklagten ebenso zu verwerfen wie die der Staatsanwaltschaft.

Damit ist das Urteil vom 23. Oktober 2013 rechtskräftig. Der damals 25-Jährige wird demnach nach einer Haft von zwölf Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Er hatte laut Urteil eine Prostituierte erstochen, zerstückelt und in den Maschsee von Hannover geworfen. Wegen einer Persönlichkeitsstörung, Alkohol- und Drogenmissbrauchs wurde der Mann als erheblich vermindert schuldfähig eingestuft. 

Ein Spaziergänger hat am Mittwoch eine Frauenleiche am Nordufer des Maschsees entdeckt.

Mordlust war nach Überzeugung des Landgerichts Hannover der entscheidende Faktor, der Alexander K. am 27. Oktober 2012 zu dem Verbrechen in der Südstadt trieb. Dass sich seine Zufallsbekanntschaft, die 44-jährige Andrea B., in jener Nacht über sein rechtsradikales Gedankengut lustig machte, war nach den Worten von Rosenbusch nur der „Türöffner“ für K., seinem in langen Jahren aufgestauten Tötungswunsch freien Lauf zu lassen. „Er wollte zusehen, wie ein Mensch stirbt, er wollte seine Omnipotenzfantasien ausleben“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Die drogensüchtige Gelegenheitsprostituierte starb durch Machetenstiche in Hals und Brust.

Die Leichenteile packte er in Mülltüten; die meisten der sterblichen Überreste versenkte er gemeinsam mit seiner damaligen Freundin Camilla W. im Maschsee, den Unterleib warf er in die Ihme. Obwohl er das von Blutspritzern übersäte Zimmer schwarz-rot-gold strich, fanden die Ermittler dort später etliche DNA-Spuren des Opfers.

sag/r./dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema
Aus der Stadt Kriminalstatistik 2013 - Hannover wird krimineller

Mehr Tötungsdelikte, weniger Körperverletzungen, aber eine deutlich höhere Zahl an Einbrüchen: Die Polizei in Hannover musste im vergangenen Jahr mehr Straftaten bearbeiten als 2012. Polizeipräsident Volker Kluwe zog am Dienstag Bilanz.

Tobias Morchner 01.04.2014

Nach dem Urteil zum Maschseemord in Hannover haben Anklage und Verteidigung Revision eingelegt. Nun müsse der Bundesgerichtshof prüfen, ob der Fall neu aufgerollt werden muss, teilte das Landgericht am Freitag mit.

01.11.2013

Der Urteilsspruch kam für viele Besucher im Zuschauerraum des Schwurgerichts überraschend. Obwohl die 13. Große Strafkammer den Angeklagten Alexander K. zweifelsfrei als den Maschseemörder ansieht, hat sie ihn nicht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, sondern nur zu zwölf Jahren Haft.

Michael Zgoll 26.10.2013

Liedermacher Hans Ratz bereist seit einigen Wochen deutsche Flüsse. Am heutigen Nachmittag legt er in Hannover an  - um beim Kinderfest auf der Wiese am Faust-Gelände in Gespräche führen.

Mathias Klein 23.08.2014

In der Großen Packhofstraße rücken schon bald die Bagger an. Das ehemalige Erdmann-Haus wird abgerissen, an seiner Stelle entsteht ein Neubau, in den 2016 wieder ein Bekleidungsgeschäft einziehen soll.

Mathias Klein 23.08.2014

Eine 49-jährige Hannoveranerin, die von ihrem Arbeitgeber wegen Fehlern bei Krankmeldungen fristlos gekündigt wurde, hat sich vor dem Arbeitsgericht erfolgreich dagegen gewehrt.

Bernd Haase 23.08.2014
Anzeige