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BUND kritisiert illegale Baumfällungen

Leibniz-Universität BUND kritisiert illegale Baumfällungen

Mitten in der Brutzeit haben Arbeiter Sträucher und Bäume auf einem bis dahin stark zugewachsenen Universitäts-Grundstück entfernt. "Das ist ein bewusster Verstoß gegen die Baumschutzsatzung und Bundesnaturschutzgesetz", sagt der BUND. Die Leibniz-Universität will die Fläche versiegeln lassen – und im Hof Regenwasserrigolen anlegen.

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Die vorher dicht mit Büschen und Bäumen bewachsene Grünfläche dient jetzt als Abladeplatz für Bodenaushub.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Das unerlaubte Roden von Büschen und Bäumen auf einem Gelände der Leibniz-Universität ruft jetzt auch den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf den Plan. Mitten in der Brutzeit haben Arbeiter im Mai mehrere Sträucher und Bäume auf einem bis dahin stark zugewachsenen Eckgrundstück an Callinstraße und Schneiderberg entfernt. In dem Areal soll zudem eine Nachtigall, die unter strengem Schutz steht, ihr Revier gehabt haben. So bezeugen es mehrere Anwohner. „Die Rodung war ein bewusster Verstoß gegen Baumschutzsatzung und Bundesnaturschutzgesetz. Und danach wurde versucht zu leugnen, dass dort Bäume standen“, kritisiert Georg Wilhelm aus dem Vorstand des BUND Region Hannover. Mit einem offenen Brief hat er sich jetzt an den Uni-Präsidenten gewandt und fordert ein Überdenken bei den Planungen.

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Auf dem Areal soll ein gepflasterter Vorplatz für das Chemische Institut entstehen. Absurd erscheint den BUND-Experten, dass damit der Boden versiegelt wird, während parallel mit viel Aufwand hinter dem Institut eine Rigole zur Regenwasserversickerung gebaut wird. Den Aushub lagert die ausführende Firma auf dem abgeholzten Gelände. „Auch in Universitätskreisen wird die Sinnhaftigkeit einer Pflasterung der Grünfläche bezweifelt“, schreibt Wilhelm. Die mit Bäumen bewachsene Fläche habe positiv auf das Mikroklima gewirkt, Verkehrslärm abgeschirmt und damit gemindert, Frischluft produziert und Staub gebunden. Außerdem sorgt sich der BUND um die Bäume, die am Rand des Grundstücks noch stehen geblieben sind, da sie durch die geplante Pflasterung langfristig Schaden nehmen könnten.

Fällungen waren nicht genehmigt

Bei der Stadt waren die Baumfällungen entgegen einer ersten irrtümlichen Auskunft nicht beantragt und damit auch nicht genehmigt worden. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeld leitet die Stadtverwaltung dennoch nicht ein - weil sich im Nachhinein der Stammumfang der gefällten Bäume nicht mehr klären lasse. Doch nur mit dieser Information lasse sich rechtssicher belegen, ob ein Verstoß gegen die städtische Baumschutzsatzung vorliegt, die das Fällen ab einer gewissen Größe regelt.

Die Region Hannover dagegen, die als Untere Naturschutzbehörde die Einhaltung der Brutzeit überwacht, hat bereits Anfang Juni vom verantwortlichen Staatlichen Baumanagement eine Stellungnahme zu den Vorgängen angefordert. Darauf wartet sie bis heute. „Insbesondere erwarten wir eine Antwort auf die Frage, warum die Baumaßnahme nicht zu anderer Zeit hätte durchgeführt werden können“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

Die Leibniz-Uni tritt selbst nicht als Bauherrin auf und verweist bei Nachfragen auf das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen. „Sollte es im Rahmen von Baumaßnahmen für die Leibniz-Universität ohne Genehmigung zu Baumfällungen gekommen sein, so bedauert die Universität dies außerordentlich“, heißt es in einer Stellungnahme.

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