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Aus der Stadt Badegäste ärgern sich über Ratten im Lister Bad
Hannover Aus der Stadt Badegäste ärgern sich über Ratten im Lister Bad
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00:17 24.07.2017
Von Andreas Schinkel
Eklige Eindringlinge am Nichtswimmerbecken: Ratten verleiden den Wasserratten im Lister Bad das Schwimmvergnügen. Quelle: von Diturth/privat
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Hannover

„Die Tiere krabbeln dort unter den Bänken herum“, sagt HAZ-Leserin Jutta Mielke und hat zum Beweis der Redaktion ein Video geschickt. Mielkes Tochter geht regelmäßig im Lister Bad schwimmen und betreibt Aqua-Jogging. „Vor allem in den Abendstunden, wenn nicht mehr so viel los ist, kommen die Ratten aus den Büschen“, berichtet Mielke. Schon im vergangenen Jahr habe sie ab und zu Ratten beobachtet, aber dieses Jahr seien sie häufiger zu sehen. „Meine Tochter mag sich nicht mehr auf die Bänke setzen und ihre Beine baumeln lassen“, sagt die Mutter.

Das Lister Bad befindet sich in städtischen Händen. Die Bäderverwaltung teilt mit, dass die Bademeister bisher keine Ratten gesichtet hätten. Das schließe aber nicht aus, dass dort Ratten vereinzelt vorkommen. Man werde jetzt das Personal für das Thema sensibilisieren. „Badebesucher, die Ratten sehen, bitten wir, sich sofort an das Personal zu wenden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Man werde dann geeignete Maßnahmen ergreifen.

Die Bäderverwaltung vermutet, dass die Ratten vom nahe gelegenen Kanal kommen. „Dort ist das Füttern von Enten beliebt, und die Brotreste locken auch andere Tiere an“, sagt Möller. Daher richtet die Stadt den dringenden Appell an alle Kanal-Spaziergänger, keine Brot- und Keksreste sowie andere Nahrungsmittel zu verstreuen.

Das Entenfüttern und die Rattenplage am Kanal sind im Bezirksrat Misburg-Anderten ein Dauerthema. Die Grünen haben bereits mehrfach gefordert, dass die Stadtverwaltung Schilder aufstellt, die Füttern verbieten. Passiert ist bisher wenig, und das liegt daran, dass nicht die Stadt Hannover, sondern das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Braunschweig für die Uferzonen zuständig ist. „Die Behörde hat sogar einen Gutachter vorbeigeschickt, aber der hat nur Rattenbauten und keine Tiere entdeckt“, sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Uta Engelhardt (Grüne). Zwar mutmaße das Wasseramt, dass es durchaus eine Rattenplage am Kanal gibt, aber es gelte jetzt zu beweisen, ob es sich um Bisam- oder Wanderratten handelt. „Bisamratten werden nicht bekämpft, Wanderratten schon“, wundert sich Engelhardt. Keinesfalls werde sie sich auf die Lauer legen, um herauszufinden, welche Rattenart am Kanal herumlaufe.

Für das Stadtgebiet sieht die Verwaltung indes keine Probleme. „An das Fütterungsverbot halten sich die Menschen gemeinhin“, sagt Möller. Die Taubenpopulation sei stabil. Ein Problem stellten jedoch Krähen dar. Sie bedienen sich aus Abfalleimern und rupfen Essensreste aus dem Müll.     

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