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Bosselmann zahlt 2000 Euro für falschen Feta

Bäcker vor Gericht Bosselmann zahlt 2000 Euro für falschen Feta

Weil er in seiner Bäckerei Käse fälschlicherweise als Feta bewarb, musste Gerhard Bosselmann nun ein vermindertes Bußgeld von 2000 Euro zahlen. Grund ist eine Richtlinie, nach der Feta nur aus Schafs- oder Ziegenkäse besteht. Das umstrittene Tomate-Feta-Panini beinhaltete aber nur Käse aus Kuhmilch.

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Laut Richtlinie ist Feta nur dann Feta, wenn er aus Ziegen- oder Schafskäse besteht.

Quelle: dpa/Collage

Hannover. Auch mehr als eineinhalb Jahre nach der Lebensmittelkontrolle bringt dieser Vorwurf Gerhard Bosselmann auf die Palme: Sein in der Ernst-August-Galerie angebotenes Tomate-Feta-Panini habe keinen Feta enthalten. Das haben Lebensmittelkontrolleure bei einer Visite der Filiale herausgefunden – und dieser Verstoß wurde jetzt vor Gericht verhandelt. „Ich sehe mich als ehrbaren Bäckereibesitzer und weise die Anschuldigung, ich würde Konsumenten täuschen, weit von mir“, sagt der Inhaber der nach ihm benannten Landbäckerei Bosselmann am Montag vor Verhandlungsbeginn sichtlich erregt. Keine Stunde nach der Wutrede stellt sich die Lage dann doch etwas anders dar. Bosselmann bezahlt nun ein vermindertes Bußgeld in Höhe von 2000 Euro – und damit ist das Feta-Verfahren vom Tisch.

Am 29. April 2014 waren die Kontrolleure zur Bosselmann-Filiale in der Einkaufsgalerie gekommen, und bei der Analyse des als Tomate-Feta-Panini angepriesenen Snacks stellten sie die Diskrepanz zwischen Bezeichnung und Inhalt fest. Feta ist nur Feta – oder besser: darf laut EU-Verordnung nur Feta heißen –, wenn er ausschließlich aus Schafs- oder Ziegenkäse besteht. Und dieser darf ausschließlich von Tieren stammen, die auf dem griechischen Festland oder der Insel Lesbos gemolken wurden.

Der Käse auf Bosselmanns Panini enthielt aber nur Kuhmilch. „Schon wenn mein Mandant seinen Käse von der griechischen Insel Kreta bezogen hätte, hätte er gegen die Verordnung verstoßen“, sagt sein Rechtsanwalt Matthias Wolf. „Kein normaler Bäcker kann gegen die Flut an Gesetzesänderungen ankommen“, sagte Bosselmann im Verfahren. Jede Woche müsse er 25 bis 30 neue Verordnungen lesen, sagte er und fügte anklagend an: „Ich bin 24 Stunden am Tag an der Front, und der Gesetzgeber in Deutschland hat nichts besseres zu tun, als immer wieder auf die Unternehmer draufzuschlagen.“

Diese Argumentation ließ die Lebensmittelbehörde jedoch nicht gelten: „Ein Konsument kauft vielleicht gezielt das Feta-Panini, weil er eine Kuhmilch-Unverträglichkeit hat“, hieß es zur Begründung. Sei das Produkt dann falsch ausgeschildert, könne so ein Kauf schnell im Krankenhaus enden. Bosselmann entgegnete, „dieser Vorwurf ist für mich emotional unerträglich“. Er habe schlicht nicht von der streng geregelten Ursprungsbezeichnung gewusst. „Als ich von der Lebensmittelbehörde darüber informiert wurde, haben wir sofort alle Schilder aus den Vitrinen genommen und die Panini neu bezeichnet“, sagt der Unternehmer.

Ursprünglich sollte das Bußgeld 3000 Euro betragen, weil ein weiterer Verstoß aus dem Jahr 2010 berücksichtigt wurde. Da war auf einem Stand Bosselmanns auf dem Messegelände eine Laugenzunge – laut Werbung – mit Käse verkauft worden. Es war aber kein Käse, sondern sogenannter Analogkäse – ein billiges Produkt, das dank Lebensmittelchemie weitgehend oder gar komplett ohne Käse auskommen kann.

Von Jörn Kießler

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