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Gesuchter Doppelkorn-Chef stellt sich den Behörden

Bäckerei Gesuchter Doppelkorn-Chef stellt sich den Behörden

Monatelang war der Chef der insolventen Bäckerei Doppelkorn untergetaucht. International wurde nach ihm gefahndet. Jetzt hat sich Manuel P. in Hannover der Staatsanwaltschaft gestellt.

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Der ehemalige Chef der insolventen Bäckerei Doppelkorn, dem Bankrott- und Insolvenzverschleppung zu Last gelegt wird, hat sich den Behörden gestellt.

Quelle: Foto: Katrin Kutter

Hannover.  Die Staatsanwaltschaft Hannover hat seit dem Sommer international nach Manuel P. fahnden lassen. Der ehemalige Chef der Öko-Bäckerei Doppelkorn war untergetaucht, weil gegen ihn wegen Bankrott- und Insolvenzverschleppung ermittelt wird. Jetzt hat sich P. in Hannover den Behörden gestellt. „Er hat bei uns ausgesagt, die Ermittlungen dauern weiter an“, sagt Staatsanwalt Oliver Eisenhauer. Zum Inhalt und zum Umfang der Aussage wollte sich Eisenhauer nicht äußern.

P. hatte den Bäckerei-Betrieb im April 2017 mit dem Ziel übernommen, das Unternehmen zu modernisieren. Einige Filialen schloss er. Dann geriet der Firmenkurs ins Schlingern. Im Juli soll er Gelder von den Konten der Bäckerei auf seine eigenen Konten überwiesen haben – nach HAZ-Informationen einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Dann tauchte er unter. Eine Zeit lang soll er sich im englischen Küstenort Brighton aufgehalten haben. Löhne und Gehälter für die rund 120 Mitarbeiter konnten nicht gezahlt werden. Inzwischen hat ein Insolvenzverwalter seine Arbeit aufgenommen.

Der Gründer der Öko-Bäckerei, Manfred Dust, nahm die Nachricht über das Auftauchen des gesuchten P. mit Freude entgegen. „Ich mache heute eine Party“, sagt er der HAZ.  Dust hat nach dem Verkauf seiner Geschäfte an Manuel P.noch erhebliche Forderungen an diesen. Dust hatte Doppelkorn zwar nur für einen symbolischen Euro abgegeben, dafür aber sollte P. Darlehen und Bürgschaften ablösen, einiges in Raten. Allein die Bürgschaften belaufen sich Dust zufolge auf 150.000 Euro. Gezahlt habe er bisher Dust zufolge nicht. Die nächste Rate war für Ende Dezember vereinbart. „Jetzt kann ich die Klageandrohung zustellen lassen und einen Titel gegen ihn erwirken, der 30 Jahre lang gilt“, sagt Dust. 

Er habe sich seit dem Untertauchen von Manuel P. immer den Tag vorzustellen versucht, an dem er wieder auftauchen würde. „Ich hoffe, er hat sich in der Zwischenzeit einen Plan zurecht gelegt, wie er die Dinge wieder gerade rücken will“, sagt Dust. 

Wann die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sein werden und ob es dann tatsächlich zur Anklage kommt, ist noch unklar.

Von Tobias Morchner

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