Bagger machen Norwegens Pavillon platt: Ein Nutzer für den Pavillon habe sich trotz intensiver Suche nicht finden lassen, erklärte am Freitag eine Mitarbeiterin der für die Vermarktung des Geländes zuständigen Gesellschaft Expo Grund. Die Bausubstanz sei inzwischen so marode gewesen, dass eine Investition in das Gebäude nicht mehr wirtschaftlich gewesen sei. Nach dem Abriss des Pavillons hofft Expo Grund nun, schneller einen Käufer für das Grundstück zu finden.
Der für den Pavillon charakteristische Wasserfall wurde kurz nach der Expo verkauft – übriggeblieben war ein wenig spektakulärer Bau mit Holzfassade. Diesen hatte eine vietnamesische Geschäftsfrau 2003 widerrechtlich mit Beschlag belegt. Sie hat das Feld längst geräumt, dennoch zog sich ein Rechtsstreit um die Eigentumsverhältnisse mit Expo Grund über mehrere Jahre hin. Im Einvernehmen mit dem tatsächlichen Eigentümer des Pavillons, einer norwegische Firma, sei nun der Abriss beschlossen worden, hieß es bei der Expo Grund.
Die Gesellschaft hofft, dass auch die ebenfalls seit Jahren schwelende juristische Auseinandersetzung um den Polnischen Pavillon in absehbarer Zeit ein Ende nimmt. Auch dieses Gebäude hatte die Vietnamesin zu ihrem Eigentum erklärt – ohne allerdings für das dazugehörige Grundstück zu zahlen. Wenn ein Richterspruch vorliegt, soll auch der leerstehende, völlig verwahrloste Polen-Pavillon abgerissen werden.
Bereits im Herbst 2009 hatte Expo Grund den Jemen-Pavillon abreißen lassen. Der Besitzer des als Veranstaltungszentrums genutzten Gebäudes hatte bis dato nur eine Anzahlungen auf den Kaufpreis für das Grundstück geleistet – und ein neuer Investor fand sich nicht.
Juliane Kaune
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Kommentare
Niemandsland? Boris – 23.05.10
dort kann man herrenlose Pavillions einfach so anektieren? Ich will auch einen! Welche stehen denn noch zu Disposition?Traurig Weetzer – 22.05.10
Auch 10 Jahre nach der EXPO tut mir jeder vermeldete Abriss eines Pavillions noch sehr weh. Hannover hat damals ohne Not die Chance verpasst, auf diesem Gelände etwas nachhaltiges einmaliges völkerverbindenes zu schaffen. Das Feld war bestellt, nur konnte die EXPO-Grund damit nichts anfangen. Verspekulieren, verkommen lassen, abreissen - schlimm!Der nächste Bitte Mediator – 22.05.10
Vielleicht können die Jungs mit den Baggern auch noch eben mal bei der Holland-Ruine vorbeischauen. Ein Schandfleck für Hannover. Aber die Stadt schaut untätig zu und die Expo Grund träumt weiter vom Hight-Tech-Park "einem der exklusivsten und innovativsten Gewerbeparks in Deutschland" (Imagebroschüre).Meins Geschäftsführung der – 22.05.10
Hiermit erkläre ich mich zum Eigentümer der Herrenhäuser Gärten.Ich möchte dort in angenehmer Umgebung ein exklusives Möbelhaus mit besonderen Möbeln errichten.
Die 20 € habe ich schon investiert.
MfG,
Geschäftsführung der
Fa. "was Du Wohnst ?"
Am Kronsberg nichts Neues Twipsy – 22.05.10
Dem Wunsch nach wahrheitsgemäßer Berichterstattung möchte ich mich gern anschließen. Bliebe noch die Frage zu klären, was die EXPO-Grund als nächstes plattmachen darf. Einen Käufer für die verwahrlosten Grundstücke wird sie auch in den nächsten 10 Jahren nicht finden. Vielleicht wird ja wieder ein Rübenacker daraus.Mensch, Natur & Technik JS – 22.05.10
Irgendwas war da. Auch mit Nachhaltigkeit und so. Schon komisch.Bitte richtig berichten Bredenbecker – 21.05.10
Nun ja, die Expo-Grund macht das, was sie am besten kann: Abreißen. Und Herr Richter feiert sich weiter. Aber, Frau Kaune, Sie sollten schon richtig berichten. Für den Jemen gab es einen Investor. Und das wissen Sie auch. Nur Herr Richter von Expo-Grund und die Stadt waren ja nicht bereit, überhaupt mit dem Investor zu verhandeln. Denn Herr Richter träumt ja lieber von Möbelhäusern. Bin ja gespannt, wen er als nächstes auf die Expo-Brache schleppt.