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Bahn hat Sanierung der ICE-Strecke verzögert

Sperrung während der Hannover Messe Bahn hat Sanierung der ICE-Strecke verzögert

Die Deutsche Bahn ist bereits vor mehreren Jahren zu einer kompletten Sanierung der verschlissenen ICE-Strecke Hannover-Kassel aufgefordert worden, dem aber nicht nachgekommen. Das geht aus einem Fragenkatalog hervor, den das Eisenbahnbundesamt (EBA) als Aufsichtsbehörde der Bahn vorgelegt hat und der der HAZ exklusiv vorliegt.

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Viele Passagiere sind verärgert – ab Ende April wird die ICE-Strecke Hannover-Kassel für Sanierungsarbeiten gesperrt – ausgerechnet während der Hannover Messe.

Quelle: dpa

Hannover. Mit der Ankündigung, eine der wichtigsten Strecken vom 23. April bis zum 8. Mai und damit während der Hannover Messe komplett zu sperren, hatte die Bahn vor acht Tagen riesigen Wirbel verursacht. Begründet wird die kurzfristige Sanierung mit sogenannten weißen Stellen. Diese entstehen, wenn Schotter im Gleisbett durch die Belastung zerrieben wird. Dass dieser Verschleiß umfangreicher ist als angenommen, sei erst in jüngerer Zeit durch Messungen entdeckt worden, hatte die Bahn erklärt.

Aus den der HAZ vorliegenden Unterlagen geht anderes hervor: Es handelt sich dabei um eine sogenannte Anhörung, also einen Fragenkatalog mit Anmerkungen, den das EBA Mitte März an die Netztochter der Bahn (DB Netz) geschickt hat. Darin heißt es, man habe festgestellt, dass der DB Netz seit 2009 bekannt ist, dass es „Auffälligkeiten im Hinblick auf weiße Stellen gibt“. Dann folgt eine Protokollnotiz zu einer Streckenbegehung vom 26. November 2012: „Umfangreich - und unterlegt mit Fotos - werden die weißen Stellen, ihr verstärktes Auftreten, ihre Ursachen und die Folgen erläutert (...) Als zu ergreifende Maßnahmen werden die umgehende Durcharbeitung längerer Gleisabschnitte und das Ersetzen des verschlissenen Schotters gefordert.“

EBA kritisierte Termin vorab als "fragwürdig spät"

Das EBA weist in seinem Fragenkatalog darauf hin, dass DB Netz widersprüchliche Angaben über die Gesamtlänge der weißen Stellen gemacht habe. Der Termin für die ohnehin anstehende Erneuerung der Strecke im Jahr 2019 wird als „fragwürdig spät“ bezeichnet. Das Eisenbahnbundesamt teilte mit, „internes Instandhaltungsregime“ sei Angelegenheit der Bahn. Man habe nach gegenwärtig vorliegenden Erkenntnissen keinen Anlass, anzunehmen, dass das Unternehmen seiner Betreiberverantwortung nicht gerecht würde.

Diesen Satz zitiert auch ein Bahnsprecher. Allerdings ist das EBA im Wesentlichen für die Betriebssicherheit der Eisenbahnen und der Strecken verantwortlich. Diese ist für die Vergangenheit nie angezweifelt worden, wie die Bahn mit Hinweis auf zwischendurch durchgeführte „punktuelle investive Erneuerungen“ betont. Das Unternehmen hätte aber sich und seinen Kunden Hektik und Unannehmlichkeiten ersparen können, wenn es die Sanierung wie gefordert früher und koordinierter angegangen wäre. Üblicherweise werden Großbaustellen an wichtigen Strecken drei Jahre vorher avisiert, damit die Eisenbahnunternehmen sich vorbereiten und die Fahrpläne entsprechend entwerfen können. Im Fall der Strecke Hannover-Kassel beträgt der Vorlauf nun nur knapp zwei Monate. Die für die Kunden wichtigen Ersatzfahrpläne werden erst Mitte April veröffentlicht.

Dafür hat die Bahn erstmals Kosten genannt. Sie liegen für die Bauarbeiten bei 15 Millionen Euro; dazu kommen Einnahmeausfälle und  Kosten für Kulanzregelungen.

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