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Zwei Bahnticket-Betrüger legen Geständnisse ab

Landgericht Zwei Bahnticket-Betrüger legen Geständnisse ab

Erst ein „Wiso“-Fernsehbericht brachte die Ermittler aufs Gleis: Zwei Männer haben die Deutsche Bahn mit illegal erworbenen und weiterverkauften Fahrkarten um sechsstellige Summen betrogen. Beide haben vor dem Landgericht Geständnisse abgelegt. Die Bahn kontrolliert jetzt gezielt Käufer von Schnäppchenpreis-Fahrkarten. 

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Der Kauf von Tickets im Bahnhof ist legal – im Internet nicht immer.

Quelle: dpa

Hannover. Der Landgerichtsprozess gegen die beiden Männer ist gestern ein gutes Stück vorangekommen. Der 29-jährige Peter P. legte im Zuge einer Verständigung ein Geständnis ab; damit wird er wohl mit einer Bewährungsstrafe zwischen 21 und 24 Monaten davonkommen.

Der 25-jährige Paul K., der den Großteil der betrügerischen An- und Verkäufe bewerkstelligte, hatte bereits in der Vorwoche ein Geständnis abgelegt – ohne einen Deal einzugehen. Spannende Details zur Betrugsmasche schilderte der ermittlungsführende Polizeibeamte gestern der 2. Großen Strafkammer.

Auf die Ticket-Betrüger aufmerksam wurde die Polizei laut dem Beamten 2012 durch einen Fernsehbeitrag im ZDF-Magazin „Wiso“. Der verantwortliche Redakteur weihte die Ermittler in seine Recherchen ein, die erste Spur führte zu einem toten Briefkasten in der List. An diese Adresse schickten Bahnkunden, die bei Peter P. via Internet Tickets zu Schnäppchenpreisen gekauft hatten, ihr Bargeld. Am Tag nach der Ausstrahlung des „Wiso“-Berichts gab P. den Briefkasten am Nordring auf und ließ sich das Geld nach Misburg schicken. Dass er dort mitsamt seiner Familie wohnte, war für die observierenden Polizisten ein Geschenk. 

Der Vorsitzende Richter Martin Grote bezeichnete diese Form des Geldtransfers als „risikoreich“, P.s Verteidiger Gerold Papsch nannte sie schlichtweg „dämlich“. Außerdem hätten viele misstrauische Käufer, nachdem sie die Tickets erhalten hatten, überhaupt kein Geld versandt. Der Schaden, der der Bahn durch die Aktivitäten von P. entstand, liegt bei 27.700 Euro. Ebenso wie sein Mitangeklagter hatte P. die Fahrkarten mithilfe von im Internet illegal erworbenen Kreditkartendaten gebucht und sie dann zu Preisen zwischen 30 Euro (2. Klasse, einfache Fahrt) und 100 Euro (1. Klasse hin und zurück) weiterverkauft. Angeklagt sind die beiden Männer wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs und Ausspähens von Daten.

Der Schaden, der der Bahn durch die Betrügereien von Paul K. entstand, soll bei 226.000 Euro liegen. Seine Einnahmen hätten aber höchstens ein Viertel davon betragen, erklärte sein Verteidiger Dirk Schoenian. Der 25-Jährige stellte sich wesentlich geschickter an als P., war etwa über virtuelle private Netzwerke unterwegs.

Seine Verkaufserlöse überwies K. über Bezahldienste wie Paysafe oder UCash auf das Konto einer Online-Spielbank, wo er nebenbei auch kräftig zockte, transferierte überzähliges Geld auf ein Referenzkonto auf der Isle of Man und von dort auf ein heimisches Postbankkonto. Übriggeblieben sei nichts von diesen Einkünften, sagte K. vor Gericht, er habe alles ausgegeben.

Unter den Käufern der günstigen Bahnfahrkarten waren viele Kunden von Mitfahrzentralen und Studenten. Sie wurden von den Betrügern sogar mit Werbe-Rundmails angeschrieben. Später machte die Bundespolizei die Bahn auf Käufer von derart günstig erworbenen Tickets aufmerksam – die diese Kunden dann bei Kontrollen gezielt überprüfte. Die Hochphase dieser Form von Fahrkartenbetrug, so der Polizeibeamte, sei zwar vorbei – aber ein Thema seien illegal erworbene Zugtickets noch immer.

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