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Bande bricht während Beerdigungen ein

Prozess gegen Einbrecher Bande bricht während Beerdigungen ein

Die Bande ging immer nach demselben Muster vor: Sie studierte Todesanzeigen, bekam so die Adressen der Angehörigen heraus und stieg dann bei den Trauernden ein. Jetzt müssen sich die Einbrecher vor Gericht verantworten.

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Die Angeklagten mit ihren Anwälten im Gerichtssaal.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Sie sind in Häuser eingedrungen, deren Bewohner gerade auf Beerdigungen oder Trauerfeiern waren: Seit Dienstag muss sich die Einbrecherbande vor Gericht verantworten. Vom 1. April bis 22. Mai vergangenen Jahres erbeuteten die beiden heute 29 und 33 Jahre alten Männer und ihre 30-jährige Komplizin mit ihrer perfiden Masche Bargeld, Schmuck, Elektrogeräte und Bankkarten. Die Bande brach in Hannover und ganz Niedersachsen in Häuser ein bis sie im vergangenen Juni festgenommen wurde.

Bei insgesamt zwölf Einbrüchen gingen die Täter stets nach dem gleichen Muster vor: Sie studierten Todesanzeigen in Internet und Zeitungen und bekamen so die Adressen von Angehörigen heraus sowie Datum und Uhrzeit der jeweiligen Beisetzung. Die heute 30-Jährige, aus Hildesheim stammende Angeklagte fuhr die beiden Männer dann zum Tatort, wo der 33-Jährige - zu diesem Zeitpunkt noch ihr Verlobter - Tür oder Fenster aufhebelte und Wertgegenstände stahl. Der dritte Täter stand währenddessen „Schmiere“ und hatte zuvor mit Testanrufen sichergestellt, dass wirklich niemand im Haus war. Nach einem Streit zwischen den beiden Männern stieg der 29-Jährige aus der Bande aus und das Paar versuchte noch zwei weitere Einbrüche, von denen einer scheiterte.

Seit Dienstag, den 16. Februar, müssen sich eine Frau und zwei Männer im Alter von 29 bis 33 Jahren vor dem Gericht verantworten. Sie sind in ganz Niedersachsen während Beerdigungen in die Wohnungen von Trauernden eingebrochen, um diese zu bestehlen. 

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Dem 29-jährigen angeklagten Hannoveraner wird zudem vorgeworfen, die zuvor gestohlenen Bankkarten in 21 Fällen missbräuchlich eingesetzt zu haben. Er soll damit insgesamt 1000 Euro von den Konten abgehoben und 20 Einkäufe bei verschiedenen Supermärkten und Drogerien getätigt haben, von denen allerdings keiner teurer als 60 Euro war.

Der 33-jährige Angeklagte gestand 13 der 14 Einbrüche und ließ in der von seinem Anwalt vorgetragenen Einlassung mitteilen, dass seine ehemalige Verlobte ihn zu den Taten angestiftet habe. Diese gab zwar zu, die Männer zu den Tatorten gefahren und von den Diebstählen gewusst zu haben. Sie habe aber nur aus Angst vor ihrem gewalttätigen Partner gehandelt. Mit den Taten habe sie nichts zu tun haben wollen. Dass die Idee von ihr komme, bestreitete die Angeklagte. Der 29-Jährige machte zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Das erbeutete Geld nutze das Einbrecherpaar, um seinen Marihuana- und Kokainkonsum zu finanzieren. Zur Zeit der Taten waren beide arbeitssuchend. Die Männer lernten sich als Kollegen in der Lackiererei kennen, wo der 33-Jährige bis Ende 2014 arbeitete. Anfang 2015 musste der 29-Jährige wegen einer Räumungsklage aus seiner Wohnung ausziehen und kam für mehrere Monate bei dem Paar in Rodenberg unter - die drei Täter wohnten in der Zeit der Einbruchsserie also zusammen.

Die Verhandlung wird Donnerstag fortgesetzt.

Von Johanna Stein

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