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Banges Warten in Hannover auf Nachrichten aus Norwegen

Schock und Trauer Banges Warten in Hannover auf Nachrichten aus Norwegen

Irene Solberg hat ein bedrückendes Wochenende erlebt. Gemeinsam mit ihrer zu Besuch weilenden Schwester verfolgte die 29-jährige Norwegerin, die seit einigen Jahren in Hannover lebt, über Fernsehen, Internet und persönliche Kontakte das Drama in ihrem Heimatland, dessen Ausmaße mit jeder neuen Nachricht unfassbarer wurden.

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„Wir können die Tat nicht fassen“ – Herbert Schmalstieg drückte bei der Bürgerpredigt in der Marktkirche aus, was viele umtreibt.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. „Es war für uns unvorstellbar, dass so etwas in Norwegen passieren könnte“, sagt Solberg, die an der Volkshochschule Kurse in ihrer Muttersprache erteilt und für eine Handelsgesellschaft arbeitet. Zumindest in einem Punkt kann sie aufatmen. Bekannte oder Verwandte sind nicht unter den Opfern.

„Ich bin tieftraurig und entsetzt“, sagt Manfred Middendorff. Der ehemalige Chef der Herrenhäuser-Brauerei, der jetzt eine Beratungsfirma leitet, ist Honorarkonsul des skandinavischen Landes. Die Norweger sind eine kleine Gruppe unter den Ausländern in Deutschland. Etwa 400, so schätzt Middendorff, leben in Niedersachsen, davon knapp die Hälfte im Großraum Hannover. Ob es eine Trauerveranstaltung geben wird, weiß er noch nicht. Es soll heute mit dem Generalkonsulat besprochen werden.

Es sind herzzerreißende Szenen, die sich am Sonntag im Osloer Dom abspielen: Bei einem Gottesdienst versuchen die Menschen Halt zu finden, doch am Ende obsiegt die Trauer und die Frage nach dem Warum.

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Viele Norddeutsche haben eine Affinität zu Norwegen. Die Regionalgruppe Hannover ist sogar die größte innerhalb der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft (DNF). Die Gruppe, die sich regelmäßig im Kulturtreff Vahrenheide trifft, befasst sich normalerweise mit Filmen und Vorträgen, den kulinarischen Spezialitäten des Landes, auch eine Tanzgruppe gibt es. Norwegen sei doch ein souveränes, sicheres, liberales Land, sagt der Leiter der Regionalgruppe, Gerhard Rutzen. „Umso schockierender und trauriger ist es, dass sich dort so etwas ereignet.“

Die evangelische Kirche hatte die Gottesdienstbesucher am Sonntag dazu aufgerufen, die Opfer, ihre Angehörigen und das trauernde Volk in Norwegen in ihre Gebete einzuschließen. In der Marktkirche stand gestern in der Reihe der Bürgerpredigten der frühere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg auf der Kanzel. „Wir können die Tat nicht fassen und fragen uns, wie ein Mensch so etwas tun kann“, sagte er. Gott möge „unseren Glauben stärken, damit wir die Welt nicht dem Bösen überlassen“.

Irene Solberg, die Hannoveranerin aus Norwegen, hegt noch einen anderen Wunsch: „Ich hoffe, dass die Medien dem Täter kein Forum bieten, um seine wirren Ideen unter die Leute zu bringen.“ Stattdessen wünscht sie sich, dass die Opfer in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt werden.

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