Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Übernachtet Obama in diesem Hotel?

Hannover-Besuch des US-Präsidenten Übernachtet Obama in diesem Hotel?

Barack Obama reist zu seinem Messe-Besuch mit einem 650-köpfigen Tross an – doch wo werden alle Mitarbeiter unterkommen? Die Planungen für den Staatsbesuch laufen auf Hochtouren, bei der Polizei Hannover herrscht Urlaubssperre. 

Voriger Artikel
Cirque du Soleil gastiert in der Tui-Arena
Nächster Artikel
Das war der Morgen in Hannover am 25. Februar

Obama hat seinen Hannover-Besuch für Ende April angekündigt.

Quelle: dpa

Hannover. Die Liste der prominenten Gäste zur Eröffnung der Hannover Messe Ende April wird immer länger. Nach Informationen der HAZ will auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Hannover einen Besuch abstatten. „Juncker dürfte dabei sein, EU-Kommissar Günther Oettinger ist schon gesetzt“, bestätigt Messe-Sprecher Wolfgang Kossert. Klar ist auch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) nach Hannover reisen. Sie alle werden auf den amerikanischen Präsidenten Barack Obama treffen, der am Abend des 24.  April die Messe feierlich eröffnet. Die USA sind das Partnerland der diesjährigen Messe. „Zudem werden wir die Geschäftsführer mehrerer hochrangiger US-Unternehmen begrüßen“, sagt Kossert.

Die Messe-Eröffnung in Hannover hat damit den Charakter eines politischen und wirtschaftlichen Gipfeltreffens auf Weltniveau. Der amerikanische Präsident wird nicht nur Hände schütteln und rote Bänder zerschneiden, sondern mit seinen europäischen Kollegen über das Freihandelsabkommen TTIP sprechen und dafür werben. Zugleich befindet sich Obama in den letzten Monaten seiner Amtszeit auf Abschiedstour durch Europa. Dem Vernehmen nach wird er vor oder nach seinem Messebesuch in Hannover einen Abstecher nach London unternehmen. Ob der Präsident seine Familie mit auf die Reise nach Europa nimmt, ist bisher unklar.

Nach HAZ-Informationen hat die Obama-Delegation 70 Zimmer im Schlosshotel Münchhausen angemietet.

Nach HAZ-Informationen hat die Obama-Delegation 70 Zimmer im Schlosshotel Münchhausen angemietet.

Quelle: Archiv

Fest steht, dass ein Tross von 650 Menschen Obama begleiten wird. Dazu zählt nicht nur seine Leibgarde, sondern auch etliche Gouverneure, Berater und Journalisten. Presseteams aus aller Welt wollen nach Hannover reisen und über das Treffen der politischen Weltspitze berichten. Die Polizei zieht Sicherheitskräfte aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um genügend Schutz zu bieten. Hannover, eigentlich zu Messezeiten ausgebucht, droht aus allen Nähten zu platzen. Die auswärtigen Polizisten werden in Turnhallen untergebracht und müssen dort auch verpflegt werden.

Präsidenten-Logistik

Wo der amerikanische Präsident zu Besuch ist, herrscht Ausnahmezustand. Die Sicherheitsvorkehrungen in Hannover stellen alles in den Schatten, was die Stadt je erlebt hat. Dafür sorgt schon Barack Obama selbst. Nach Informationen der HAZ wird er von 65 Elitesoldaten („Marines“) begleitet, die in seiner Nähe untergebracht werden. Nicht nur die Air Force One, eine umgebaute Boeing 747, auch zwei schwere Transportflugzeuge vom Typ „Herkules“ werden voraussichtlich in Langenhagen landen. Im Bauch des einen Transporters befindet sich die gepanzerte Limousine des Präsidenten, in der anderen ein Hubschrauber. Letzterer soll unter anderem den Luftraum überwachen, wenn sich die Fahrzeugkolonne Obamas vom Flughafen Richtung City bewegt. asl 

Gerüchteweise versuchen die Amerikaner derzeit, bereits belegte Hotels frei zu kaufen, um ihren Tross in der Stadt unterbringen zu können. Nach Informationen der HAZ hat die Obama-Delegation 70 Zimmer im Schlosshotel Münchhausen im Weserbergland gemietet. Die Hotelführung will die Information weder bestätigen noch dementieren. Das Fünf-Sterne-Haus eignet sich aus mehreren Gründen für eine Unterbringung Obamas. Es verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz, grenzt nicht an andere Gebäude und kann von allen Seiten gesichert werden. Zudem hat man dort Erfahrung mit prominenten Gästen. Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 residierte im Schlosshotel die französische Nationalmannschaft. Ob der Präsident höchstselbst die Nacht im Weserbergland verbringen wird oder nur ein Teil seiner Delegation, bleibt unklar. Aus dem Rennen scheint das Ritz-Carlton Hotel in Wolfsburg zu sein. Angesichts des VW-Abgasskandals und der Streitigkeiten zwischen VW und der US-Umweltbehörde wäre eine Übernachtung des Präsidenten in der Autostadt zu brisant.

Bliebe noch das renommierte Kastens Hotel Luisenhof mitten in Hannovers City. Auf Nachfrage will man zu einer möglichen Zimmerreservierung der US-Delegation keine Stellung beziehen. In Hotelier-Kreisen munkelt man, dass der tatsächliche Übernachtungsort des Präsidenten aus Sicherheitsgründen vernebelt wird. Klar ist, dass eine Entourage von 650 Menschen auf verschiedene Hotels aufgeteilt werden muss.

Fieberhaft arbeiten die Behörden in Hannover jetzt an Sicherheitskonzepten – ein bisschen in den blauen Dunst hinein. Letztlich kommt es darauf an, was die Sicherheitsexperten aus den USA am Ende sagen. Teams vom Secret Service werden Mitte März in Hannover eintreffen und sich ein Bild vor Ort machen. „Wenn die Präsidentenmaschine ,Air Force One’ in Langenhagen landet, werden wir den Flugverkehr wohl temporär stilllegen“, sagt Flughafensprecher Sönke Jacobsen. Möglicherweise werden Kampfflugzeuge den Luftraum überwachen. Ob der Präsident in einer Fahrzeugkolonne über die Vahrenwalder Straße zum Hannover Congress Centrum, dem Ort der Eröffnungsfeier, chauffiert wird, oder mit einem Hubschrauber Richtung City fliegt, ist noch nicht ausgemacht.

Federführend für den Obama-Einsatz ist die Polizeidirektion Hannover. Dort herrscht wegen des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Urlaubssperre. Eingebunden in den Einsatz ist aber auch die Zentrale Polizeidirektion (ZPD) Niedersachsen mit Sitz in Hannover sowie das Landeskriminalamt Niedersachsen. Das LKA unterstützt vor allem mit Spezialkräften wie den SEK und MEK-Einheiten und den Sprengstoffentschärfern. Die ZPD stellt ihre Hundertschaften und technisches Gerät zur Verfügung. Doch auch das wird nicht ausreichen, um einen höchst brisanten Einsatz zu meistern. Es werden Hundertschaften aus anderen Bundesländern nach Hannover abgezogen.

Zwei Stunden Rundgang mit Obama

Der Zeitplan des amerikanischen Präsidenten bei seinem Besuch in Hannover ist äußerst straff. Aller Voraussicht nach läuft die Visite folgendermaßen ab: Die Präsidentenmaschine Air Force One landet am Sonntagabend, 24. April, in Langenhagen. Danach dürfte Barack Obama sogleich zur abendlichen Messeeröffnung im Hannover Congress Centrum (HCC) gebracht werden. Dort trifft er unter anderem auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Stephan Weil. Später übernachtet der Präsident in einem Hotel in Hannover oder in der näheren Umgebung. Am nächsten Morgen, 25. April, beginnt Obama seinen obligatorischen Messerundgang, zusammen mit Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel, Weil und vermutlich auch Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Dafür sind zwei Stunden eingeplant“, sagt Messesprecher Wolfgang Kossert. Der Messebeirat denkt derzeit darüber nach, welche Stände der Präsident besuchen sollte. Hinzu kommen Wünsche von amerikanischer Seite. Ein Tross von Journalisten wird Obama beim Rundgang begleiten, alle werden sich zu Beginn einer Sicherheitskontrolle unterziehen müssen. „Wir wollen möglichst vermeiden, dass vor jeder Halle neu kontrolliert wird, daher denken wir über einen Shuttlebus nach“, sagt Kossert.

Nach dem Rundgang trifft sich der Präsident mit ausgewählten Gästen zum Mittagessen in einem Saal auf dem Messegelände. Danach geht es dann zurück zum Flughafen Langenhagen. „Wir freuen uns sehr auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten, aber er wird uns zwei Tage in Atem halten“, sagt der Messesprecher. asl

Von Andreas Schinkel und Tobias Morchner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
US-Präsident in Hannover
Barack Obama bringt auf Auslandsbesuchen seine gepanzerte Limousine mit.

Es ist eine Frage, die viele Menschen interessiert: Was kostet eigentlich der Besuch von US-Präsident Barack Obama in Hannover? Die Landeshauptstadt nennt allerdings keine Zahlen. Als Grund gibt sie an, dass das Besuchsprogramm noch unklar ist und Sicherheitsfragen nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt liegen.

mehr
Mehr Aus der Stadt

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

Das ist typisch Hannover

Die Ausstellung "Typisch Hannover" im Historischen Museum zeigt Nanas, Lüttje Lage, Hanomag und andere Wahrzeichen der Stadt.