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Bartgeier landet bei Eilvese

1100 Kilometer ab vom Kurs Bartgeier landet bei Eilvese

Ein seltener Vogel hat sich in dieser Woche im Neustädter Ortsteil Eilvese blicken lassen. Es handelt sich um einen Bartgeier, der normalerweise in Europa im Hochgebirge lebt. "Er hat sich verflogen, das kommt bei Geiern öfter mal vor", sagt Biologe Thomas Brandt.

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Bartgeier Durzon erholt sich derzeit in Sachsenhagen von den Strapazen.

Quelle: privat

Hannover. Ausgewachsene Bartgeier erreichen 2,90 Meter Flügelspannweite und sind damit die größten in Europa vorkommenden Greifvögel. Wegen des Irrglaubens, sie jagten Weidevieh, sind sie in den Alpen Anfang des vergangenen Jahrhunderts ausgerottet worden. Tatsächlich bilden Aas und vor allem Knochen ihre Hauptnahrung. Seit zehn Jahren laufen in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich Wiederansiedlungsprojekte mit ausgewilderten Vögeln.

Weil der Bartgeier aus Eilvese aus einem solchen Projekt stammt, weiß man näheres über ihn. Er heißt Durzon, wurde im Janunar geboren, stammt aus den südfranzösischen Cevennen und hat damit immerhin seinen Lebensraum kurzzeitig um etwa 1100 Kilometer Luftlinie Richtung Norden verlegt.

"Es sind mehr Geier unterwegs, als man gemeinhin glaubt", sagt Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM). In der Regel fänden die Vögel auch bei solchen Extremdistanzen allein den Rückweg. Bartgeier Durzon gelang dies nicht. "Er ist sehr jung. Außerdem fehlte ihm wegen des Regenwetters die Thermik, auf die Geier angewiesen sind", erklärt Brandt.

Unbeobachtet geblieben ist Durzons weite Reise nicht. Weil er einen Peilsender trägt, konnten ihn die französischen Projektbetreuer aus den Cevennen die ganze Zeit über via GPS am Bildschirm verfolgen. Schließlich alarmierten sie die Kollegen der ÖSSM. Brandt und Mitarbeiter der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen fingen den entkräfteten Geier in dieser Woche in einem Waldstück bei Eilvese ein. "Demnächst wird er wieder dorthin zurückgebracht, wo er hingehört. Aber mit dem Auto", sagt Brandt.

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