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Aus der Stadt Bau der D-Linie wird deutlich teurer
Hannover Aus der Stadt Bau der D-Linie wird deutlich teurer
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00:15 09.04.2016
Von Mathias Klein
Wie teuer wird’s? Die Bauarbeiten auf der Kurt-Schumacher-Straße.  Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Nach Angaben von Infa-Chef Stefan Harcke hat die Infra für den Bauabschnitt Aufträge in Höhe von 2,67 Millionen Euro vergeben, das sind rund 500 000 Euro mehr, als zunächst vorgesehen. Das mit der Planung der D-Linie beauftragte Ingenieurbüro Transtec hatte im Februar für diesen Abschnitt sogar Kosten in Höhe von knapp 3 Millionen Euro prognostiziert. In dem internen Papier hatten die Ingenieure eine Steigerung der Gesamtkosten für den Ausbau der D-Linie von ursprünglich 47 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro vorausgesagt. Die Kostenanalyse hatte in der Kommunalpolitik und der Verwaltung für erheblichen Wirbel gesorgt.

Der am Montag gestartete Abschnitt sieht unter anderem den Leitungsbau, den Bau der Gleise und den Rohbau für den Hochbahnsteig vor. Insgesamt sind für den Abschnitt in der Kurt-Schumacher-Straße in der ersten Planung 3,8 Millionen Euro vorgesehen, Transtec hatte dafür eine Kostensteigerung auf bis zu 5,5 Millionen Euro prognostiziert.

„Derzeit kann man noch nicht sagen, wo wir bei den Kosten landen“, sagte Harcke. Er verwies darauf, dass die ersten Kostenplanungen aus dem Jahr 2014 stammten. Dann sei zwei Jahre lang weitergeplant worden, meinte er. Dabei seien „Konkretisierungen entstanden, die zu Mehrkosten gegenüber dem Planungsstand führen“, sagte er. Es sei jedoch das Ziel der Infra, „ziemlich dicht“ an den ursprünglich berechneten Preisen zu bleiben.

Unterdessen fordert die Initiative Pro D-Tunnel die Regionsversammlung und den Rat der Stadt auf, sich alle Zahlen zur D-Linie auf den Tisch legen zu lassen. „Nach wie vor ist noch keine Zusage über die Höhe der Förderung von der Landesnahverkehrsgesellschaft ergangen“, sagte der Vorsitzende der Initiative Pro D-Tunnel, Jens Pielawa. Sollte das Land Niedersachsen nur den 2014 beantragten Anteil ohne die Preissteigerungen fördern, blieben Region und Stadt auf den Mehrkosten sitzen und müssten diese allein zahlen, meinte er. Pielawa schlug als erste Sparmaßnahme vor, den Bau des Abschnitts von der Einkaufsgalerie durch den Posttunnel der Bahn aufzugeben. Das brächte Einsparungen von 15 Millionen Euro.

Wegen der Bauarbeiten müssen Fußgänger und Radfahrer in der Kurt-Schumacher-Straße seit Montag auf die Fahrbahn ausweichen. Die Straße selbst ist in Fahrtrichtung Anzeiger-Hochhaus für Autos gesperrt, die Einbahnstraßenregelung soll auch noch in den kommenden Monaten gelten. Wegen der Bauarbeiten an den Gleisen wird die Kurt-Schumacher-Straße in den Sommerferien komplett gesperrt. Vor der Ernst-August-Galerie müssen dann für den Hochbahnsteig in der Straßenmitte die Gleise nach außen verlegt werden.

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