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Das baut die Deutsche Bahn am ZOB

Bürokomplex Das baut die Deutsche Bahn am ZOB

Acht Geschosse hoch, ein abgerundetes Dreieck mit Klinkerfassade und etliche hochformatige Fenster – so soll der künftige hannoversche Hauptsitz der Deutschen Bahn auf dem alten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) aussehen.

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Klinkerfassade mit gerundeten Ecken: So soll der neue Sitz der Bahn auf dem alten ZOB aussehen. Entwurf: Hascher Jehle

Hannover. Der Architektenwettbewerb für den Bürokomplex ist beendet, gewonnen hat ihn nach Informationen der HAZ das Berliner Büro Hascher Jehle Architektur. Auch mehrere hannoversche Architekten hatten Entwürfe eingereicht. Bereits im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, sodass Ende 2018 rund 1100 Bahn-Mitarbeiter in das Gebäude auf dem sogenannten Lister Dreieck einziehen können. Der alte Hauptsitz der Bahn in der Joachimstraße wird dann aufgegeben.

Jahrelang hat die Stadt Hannover für ihr Grundstück zwischen Fernsehturm und Hauptbahnhof einen Interessenten gesucht. Investoren sprangen immer wieder ab, weil das Grundstück einige Schwierigkeiten bereithält. Zum einen ist eine Bebauung technisch anspruchsvoll, denn unter dem Areal verläuft der U-Bahn-Schacht. Zum anderen sind die Eigentumsverhältnisse kompliziert. Große Teile des Baugrunds gehören der Stadt Hannover, kleinere Flächen der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG).

Diese Schwierigkeiten hat die Firma Kölbl Kruse, Bauträger für das Bürohaus, jetzt offenbar zusammen mit der Stadt gemeistert. Die Bahn wird die Büroräume mieten und dort Mitarbeiter aus mehr als 20 verschiedenen Tochterunternehmen unterbringen. 800 Büroräume stehen zur Verfügung, die Bruttogeschossfläche beträgt fast 30 000 Quadratmeter. In dem Neubau ist auch Platz für große Konferenzräume. Die Bahn plant, in ihrer hannoverschen Zentrale bundesweite Kongresse des Konzerns abzuhalten - wegen der günstigen Anbindung Hannovers.

Die Kantine soll für alle geöffnet sein

28 Meter wird das dreieckige Gebäude nach dem Entwurf von Hascher Jehle in die Höhe ragen. Damit haben die Architekten das vorgegebene Maximum von 31,5 Metern fast erreicht. Der Haupteingang befindet sich an der Spitze des Baukörpers in der Rundestraße, gleich gegenüber dem neuen ZOB. An der Längsseite in der Lister Meile soll eine großzügige Mensa mit Cafeteria nicht nur Bahnmitarbeiter zum Essen einladen. Nach Informationen der HAZ wünscht man sich vonseiten der Stadt, dass die Bahn ihre Kantine für alle Bürger öffnet. Gleich gegenüber vom Restaurant wird auch die Endhaltestelle für die beiden oberirdischen Linien 10 und 17 gebaut.

Eine Besonderheit des Dreiecksbaus befindet sich im Inneren. Der Hof ist überdacht, Rampen und Wege verbinden kreuz und quer die Seiten des Dreiecks. Damit soll verhindert werden, dass Mitarbeiter lange Wege durch die Büros von Kollegen zurücklegen müssen, um auf die gegenüberliegende Seite des Gebäudes zu gelangen.

Die Bahn betont, dass durch die Bündelung verschiedener Tochterunternehmen an einem Ort niemand seinen Posten verliere. Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen werde hingegen verbessert. Die Stadt Hannover profitiert nicht nur finanziell von dem Grundstücksverkauf, das Schmuddelimage des alten ZOB dürfte mit einer Bebauung endgültig der Vergangenheit angehören.

Busbahnhof und 
Trinkertreff

Der Platz zwischen Fernsehturm und Hauptbahnhof ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind der Stadt Hannover. Obdachlose haben dort übernachtet, Trinker ihren Treffpunkt eingerichtet. In manchen Ecken sammelte sich Unrat, es stank nach Urin und Fäkalien. Immer wieder gab es Beschwerden über die Schmuddelecke. Im Oktober ließ die Stadt drei Buswartehäuschen abmontieren, die nicht mehr benötigt wurden. Man habe verhindern wollen, sagte ein Stadtsprecher, dass der Bereich noch weiter verkommt.

Der Zustand war nicht immer so schlecht. Als der gesamte Platz noch als Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) genutzt wurde, warteten dort Reisende auf ihre Touren in den Süden. Später hielten immer weniger Busse auf dem Platz; der gesamte Bahnhof schien überdimensioniert. Die Stadt entschied sich, einen deutlich kleineren, neuen ZOB nebenan in der Rundestraße zu bauen. Busreiseunternehmen liefen zunächst Sturm gegen das Vorhaben, ihnen kamen die Abmessungen des neuen Bahnhofs zu gering vor. Inzwischen läuft der Betrieb problemlos. Der alte ZOB ist jetzt nur noch eine verwaiste Betonfläche.

asl

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