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Bau des Leinebogens würde 30 Jahre dauern

Kostenpunkt: Zwei Milliarden Euro Bau des Leinebogens würde 30 Jahre dauern

Vor der Tür demonstrierten 70 Bürger gegen das Seeprojekt Leinebogen, drinnen informierten sich fast 200 Gewerbetreibende und Politiker über den Planungsstand. Am Montagabend hat der Verein Leinebogen erstmals sein Projekt in Seelze vorgestellt.

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Peter Grobe stellt die überarbeiteten Planungen für das Projekt Leinebogen vor.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Bürgermeister Detlef Schallhorn versprach, dass noch vor den Sommerferien eine Veranstaltung für die gesamte Öffentlichkeit organisiert werde. „Das ist der Unterschied zu Garbsen“, stichelte er: „Dort lehnt der Bürgermeister das Projekt ab, deshalb wird gar nicht darüber diskutiert – hier bei uns in Seelze versuchen wir, früh zu informieren.“

Die Initiatoren um Architekt Peter Grobe und den ehemaligen Union-Boden-Manager Walter Richter präsentierten erstmals den neuen Plan für das Seengebiet zwischen Herrenhausen und Seelze. Neuerdings soll der Fluss um die geplanten Seen herumgeführt werden, in einigen Abschnitten würde er dafür ein neues Bett benötigen. Das geschähe mit Rücksicht auf den Naturschutz und europäische Wasservorschriften, führten Gutachter aus.

Zudem würden größere Bereiche der Leineaue von der Überflutung ausgenommen. „Die Seenfläche wird dadurch etwas kleiner“, sagt Grobe, „aber man muss eben in der Lage sein, Kompromisse zu schließen, wenn man solch ein Projekt realisieren möchte.“ Der geplante Westsee bliebe aber groß genug für Regatten.

Die Daten, die erstmals öffentlich vorgestellt wurden, sind gewaltig: Auf zwölf Kilometer Länge sollen vier Seeabschnitte mit zusammen 664 Hektar entstehen. 9,3 Millionen Kubikmeter Bodenaushub sind nötig, der Großteil bleibt vor Ort für den Bau von Hügeln und Wällen. Über Wohn- und Büroparks am See und Freizeitnutzungen soll sich das Projekt refinanzieren, trotzdem sollen 95 Prozent der Ufer öffentlich zugänglich bleiben.

Das Investitionsvolumen beträgt laut einer Untersuchung des Pestel-Instituts rund zwei Milliarden Euro, die Bruttowertschöpfung 2,5 Milliarden Euro. Damit sei die Wirtschaftlichkeit gegeben, sagt Pestel-Vorstand Matthias Günther. Durchschnittlich 1400 Arbeitsplätze in der Bauzeit und danach rund 1200 Dauerarbeitsplätze sollen entstehen – allerdings beträgt die Realisierungszeit rund 30 Jahre. „Wir werben um Zustimmung für diese Idee, die die Lebensqualität für die gesamte Region steigern würde“, sagt Richter. Alle Berechnungen seien aber noch vorläufig.

Die Seelzer hatten zahlreiche Fragen, die Stimmung war am Abend zwar skeptisch angesichts der Projektgröße, aber nicht ablehnend. „Wir setzen den Dialog fort“, versprach Bürgermeister Schallhorn am Ende.

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