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Bau von FTTH-Glasfasernetz in Hannover gestartet

Schneller Internetzugang Bau von FTTH-Glasfasernetz in Hannover gestartet

Hannover ist CeBIT-City, und weil der gute Ruf verpflichtet, durfte Oberbürgermeister Stephan Weil am Mittwoch in der Südstadt beim ersten Spatenstich für das neue „Fibre To The Home“ Hightech-Glasfasernetz (FTTH) der Telekom mitanpacken.

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Erster Spatenstich fuer Glasfaserausbau der Telekom in Hannover.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. „Ein Gewinn für den Wirtschafts- und Wohnstandort Hannover“ sei die neue Technik, frohlockte Weil. Für das bundesweite Pilotprojekt verlegt die Telekom unter drei zentrumsnahen Stadtteilen in Hannover das Hochgeschwindigkeitsnetz der neuen Generation. Es ermöglicht besonders schnelles Internetsurfen und erlaubt zugleich Fernsehen mit etlichen Empfangsgeräten gleichzeitig, schafft aber auch schon die technische Voraussetzung für künftige Spielereien wie dreidimensionales oder sogar holografisches Fernsehen.

Die Telekom rührt kräftig die Werbetrommel: Wer bis zum 17. Juli der Installation in seinem Haus zustimmt, bekommt den gesamten Anschluss kostenfrei. „Wenn wir ohnehin in den Straßen graben, ist es für uns kaum ein Mehraufwand, den Hausanschluss gleich mitzuerledigen“, sagt Thomas Krieger, Telekom-Technikchef im Nordwesten.

Glasfasernetze gelten als Datenleitungen der Zukunft. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kupferkabeln flitzen die binären Datenpakete in den nur neun Mikrometer dünnen Leitungen nicht als elektrische Impulse, sondern als Lichtblitze nahezu ungebremst durch den Untergrund. Zudem können deutlich mehr Informationen pro Zeiteinheit übermittelt werden als bei elektrischen Systemen. Auch ist das übertragene Signal unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störfeldern und bietet eine höhere Abhörsicherheit.

Für den Endnutzer drückt sich das in diesen Zahlen aus: Bisher haben DSL-Verbindungen gewöhnlich einen Datenstrom von vier bis 16 Megabit. Im Glasfasernetz der Telekom geht es bei 100 Megabit los, auch 200 Megabit sind bereits machbar, künftig sollen es noch viel mehr werden. Auf skeptische Fragen, ob Privathaushalte so schnelle Datenleitungen braucht, reagiert der Telekom-Cheftechniker souverän. „Der Bandbreitenbedarf wächst unglaublich schnell“, sagt er – und fragt: „Hätten Sie vor zehn Jahren gedacht, wie viel Technik heute in den Haushalten installiert ist?“

Am 8. Juni ist der Ausbau des Glasfasernetzes der Telekom, das bis in die Wohnung reichen soll, gestartet. Glasfaserkabel ermöglichen schnelles Internetsurfen und Fernsehen mit mehreren Empfangsgeräten zugleich. Thomas Krieger (links) von der Telekom und OB Stephan Weil vollführten gemeinsam den ersten Spatenstich für das neue Netz.

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Aber zunächst muss die Telekom jetzt die Haus- und Wohnungsanschlüsse legen. Dafür müssen die Eigentümer (bei Eigentümergemeinschaften die Verwalter) ihre Zustimmung erteilen. Die Telekom verlegt dann die Hightechleitungen im gesamten Haus – durch ungenutzte Schornsteine, Kabelschächte oder auf anderen Wegen. Am Ende werde alles ordentlich hinterlassen, verspricht Krieger. In jedem Fall steige der Wert der Immobilie: „Eine Wohnung, die mit Glasfaser angebunden ist, ist für die Zukunft bestens gerüstet und lässt sich besser vermieten.“ Wer den Anschluss aber erst nach dem 17. Juli beantragt, werde mehrere Hundert Euro für die Installation zahlen müssen, sagt Krieger.

Ohnehin umfasst das Gratisangebot nur die Montage. Für die Nutzung der Datensysteme müssen die Kunden später Monatsbeträge bezahlen. Die 100-Megabit-Leitung soll 45 Euro im Monat kosten, mit rund zehn Euro Aufpreis sei der Empfang zahlreicher Fernsehprogramme integriert, heißt es bei der Telekom.

Konkurrent KabelDeutschland vertreibt in einigen Stadtteilen Hannovers ebenfalls Angebote mit Datengeschwindigkeiten von 30 bis 100 Megabit. Dort hat man in diesem Monat vorausschauend die Preise für Neukunden gesenkt. Im ersten Jahr kostet das 100-Megabit-Angebot, wo es verfügbar ist, nun nur noch 19,90 Euro, danach allerdings 39,90 Euro. Angeschlossen wird das Ganze über Fernsehkabel, die in vielen Haushalten bereits liegen (einmalige Anschlussgebühr: 29,90 Euro). Wer Fernsehempfang über das KabelDeutschland-Paket mitbuchen will, zahlt einen Aufpreis von 12,90 Euro bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Rein finanziell sind die Angebote von Telekom und KabelDeutschland also ähnlich. Die Telekom betont aber, dass ihr Konzept dank der Glasfasertechnik als die Zukunftstechnologie schlechthin gilt.

Ganz anders operiert der regionale Anbieter htp. „Es gibt für derart schnelle Übertragungsraten in Privathaushalten doch noch gar keine sinnvollen Nutzungen“, sagt Sprecherin Katrin Mackensen. Das Unternehmen setze daher auf einen Netzausbau insbesondere auch dort, wo bisher kaum schnelle Datenleitungen verfügbar seien. In der Wedemark etwa seien neuerdings Bandbreiten von bis zu 50 Megabit buchbar. In Hannover dagegen werden htp-Kunden ja nach Wunsch mit Bandbreiten von vier bis 16 Megabit versorgt. Die Monatspreise beginnen bei knapp 20 Euro, ein 16-Megabit-Anschluss mit analogem Telefonanschluss kostet 34,95 Euro.

Conrad von Meding

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