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Bauamt Hannover hat nichts von Konzerten im Bad gewusst

Musiktheater Bauamt Hannover hat nichts von Konzerten im Bad gewusst

Eine der bekannteren Bühnen der Stadt, auf der bereits Größen wie Helge Schneider, Nina Hagen, Nirvana oder Radiohead gestanden haben, steht möglicherweise vor dem Aus. Die Stadtverwaltung hat den gesamten Außenbereich des Musiktheaters Bad in Hannover auf ungewisse Zeit sperren lassen.

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Die Betreiber sollen für die Nutzung des Außengeländes im Musiktheater Bad eine nagelneue Baugenehmigung einholen. Dagegen protestieren sie mit einem offenen Brief.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Dringend notwendige Reparaturen dürfen derzeit nicht ausgeführt werden. Die Mitglieder des Vereins Kultur Pool, die den Veranstaltungsort seit acht Jahren betreuen und den Außenbereich gegen monatliche Zahlung einer Pacht an die Stadt Hannover nutzen können, dürfen derzeit weder das Schwimmbecken noch die Bühnenkonstruktion betreten. „Wenn die ihr Ding durchziehen, bedeutet das das Ende für unsere Open-Air-Veranstaltungen“, sagt Violetta Fett vom Betreiberverein.

Der Hintergrund der Auseinandersetzung ist kurios: Obwohl auf dem Gelände des ehemaligen Freibades seit nunmehr knapp 30 Jahren Livemusik dargeboten wird, will das Bauamt erst vor einem knappen Jahr festgestellt haben, dass das Schwimmbad als Livebühne genutzt wird. Zudem ergaben bauamtliche Recherchen, dass das Becken, das in den dreißiger Jahren errichten worden ist, ohne erforderliche Genehmigung erbaut wurde. „Die Stadt hat uns mitgeteilt, aus baulicher Sicht sei das Gelände kein Freibad, sondern lediglich eine Wiese mit Loch“, berichtet Mirko Klisch vom Kulturverein. Demnach müssten alle bisherigen Veranstaltungen im Außenbereich des Musiktheaters als illegale Veranstaltungen gelten. Die Stadt verlangt von den Bad-Betreibern, dass sie das gesamte Außengelände für Großveranstaltungen völlig neu herrichten und dafür auch einen nagelneuen und vollständigen Bauantrag stellen. Nur so lasse sich eine rechtlich valide Basis für den weiteren Betrieb in Herrenhausen herstellen, argumentiert die Stadt. Doch die Betreiber des Musiktheaters sind mit einer solchen kostenträchtigen Maßnahme nicht einverstanden. In einem offenen Brief, den sie auf ihrer Internetseite veröffentlicht haben, bringen sie ihr Missfallen zum Ausdruck: Als derzeit letzter Betreiber des Musiktheaters wollten sie nicht die Zeche für Versäumnisse zahlen, die es in den letzten 29 Jahren auch seitens der Baubehörde gegeben habe.

Die Verwaltung wollte sich dazu nicht äußern. Stadtsprecher Dennis Dix räumte jedoch ein, dass die Bauordnung tatsächlich „erst im Jahr zuvor durch Anwohnerhinweise von den Veranstaltungen im Außenbereich des Musiktheaters erfahren hat“. Sollten dort bislang Konzerte stattgefunden haben, seien diese ohne gültige Genehmigung erfolgt.

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