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Aus der Stadt Das sind die neuesten Entwürfe für das Ihme-Zentrum
Hannover Aus der Stadt Das sind die neuesten Entwürfe für das Ihme-Zentrum
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00:16 14.05.2017
Von Conrad von Meding
So etwa soll es aussehen: In den unteren drei Etagen des Ihme-Zentrums verspricht der Großeigentümer eine neue Fassade, um die ruinöse Optik zu verbessern. Zudem soll es bald Wege durchs Zentrum geben.
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Hannover

Es gibt einen Fortschritt im Ihme-Zentrum. Der Großeigentümer hat den Bauantrag für den verabredeten ersten Bauabschnitt fertiggestellt. Immerhin hat er damit den Zeitrahmen eingehalten, den Oberbürgermeister Stefan Schostok als Ultimatum gesetzt hatte. „Wir haben die fertige, antragsfähige Planung“, bestätigte gestern Architekt Jochen Beckröge vom hannoverschen Planerbüro Schulze+Partner (SPA).

Sie bezieht sich zunächst nur auf die Fassaden der unteren Geschosse entlang der Spinnerei- und der Blumenauer Straße, und auch die Eigentümergemeinschaft muss im Juni noch zustimmen. Intown-Manager Manfred Schenk sicherte aber zu, dass es anschließend im Inneren weitergehen soll. „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Die Immobilie soll nicht nur herumstehen, sondern ein Erfolg werden.“

„Ganz schön kompliziert“

Der oberste Investorenvertreter sagte gestern auch diesen Satz: „Dass das Ganze so kompliziert ist, hat keiner gewusst, als wir es übernommen haben.“ Es ist fast der Wortlaut von US-Präsident Donald Trump nach seinen ersten Regierungswochen. Ob das Absicht war? Schenk brachte ein Beispiel für die Komplexität. 130 000 Euro habe man zuletzt allein für die Recherche ausgegeben, welche Flächen Intown nun eigentlich überhaupt gehören und wo man mit der Sanierung problemlos anfangen könne. Es sei eben ein „sehr vielschichtiges Projekt“, sagte Schenk.

Erneut haben Vertreter der Großeigentümer des Ihme-Zentrums Animationen für einen möglichen Umbau eines Teils des Gebäudes präsentiert. 

Das Ergebnis dieser Analyse: Die im Dezember präsentierten Umbaupläne mussten noch einmal geändert werden. Denn die Idee, eine Shopping-Zone als schnurgerade Verbindung vom Küchengarten quer durchs Gebäude zur Ihme zu führen, wurde aufgegeben. Kleine Teile der benötigten Flächen sind Gemeinschaftseigentum der Hausgemeinschaft und dürften wohl nur nach einstimmigem Beschluss aller Eigentümer umgewidmet werden. An solchen juristischen Tücken waren mehrere Vorgänger von Intown gescheitert.

Kein gerader Durchgang

Die Einkaufsmall wird jetzt nicht gradlinig, sondern etwas verwinkelt durchs Gebäude geführt. Der für die Innenkonzeption zuständige Architekt Jabra Soliman vom Büro RKW schwärmte, nach anfänglicher Skepsis finde er die neuen Pläne eigentlich viel besser. Es entstehe ein neues „Herz des Ihme-Zentrums“ mit Cafés, kleinen Geschäften, Flanierzonen. Von außen wollen die SPA-Architekten alle Eingänge klarer sichtbar machen. Dazu dienten sogenannte Kolonnaden, zweigeschossige Säulenportikusse, sagt Beckröge. Die neue Fassade mit Verblendmauerwerk und Aluminiumplatten verschaffe dem zerklüfteten Gebäude mehr Ruhe.

Der zusätzlich geplante Rad- und Fußweg zwischen Gartenallee und Flussufer wird wegen einer Tiefgarageneinfahrt etwas enger, zusätzlich gibt es eine dritte, neue Durchwegung: als erhöhter Freiluftgang in Nord-Süd-Richtung durch die ehemalige Promenade, vorbei an den begrünten Kleinapartments, die Intown planen lässt. An der Seite zum Schwarzen Bären gebe es das Interesse eines Discounters an einer großen Mietfläche im Bereich von Huma/Allkauf, dazu viele Gespräche mit anderen Handelsinteressenten, sagt Schenk. Die Verkaufsfläche solle von 60 000 auf etwa 25 000 Quadratmeter sinken, dafür mehr Wohnraum entstehen und auch Platz für betreutes Wohnen.

Ein digitales Dossier zum Ihme-Zentrum lesen Sie hier.

Fraktionsübergreifend gaben sich die Kommunalpolitiker gestern zurückhaltend optimistisch, nur von der Fraktion der „Hannoveraner“ kam starke Skepsis. Die überwiegt auch beim Verein Zukunftswerkstatt Hannover. „Ich habe große Zweifel, dass Intown wirklich investieren wird“, sagte Sprecher Constantin Alexander.

Monatelang war unklar, wer genau hinter dem Investment im Ihme-Zentrum steckt. Am Donnerstag war Amir Dayan im Rathaus.

Tatsächlich gaben die Intown-Vertreter auch auf beharrliche Fragen keine Antwort zu Zeitplänen oder zur Höhe geplanter Investitionen. Bekannt ist, dass das Gesamtprojekt etwa 200 bis 300 Millionen Euro kosten dürfte. Intown-Manager Schenk sagte, man wolle den „ruinösen“ Zustand beenden. Allerdings hat das Unternehmen bundesweit zahlreiche ähnliche Immobilien mit Investitionsstau.

Bundesweit Vorbildcharakter

Oberbürgermeister Stefan Schostok nutzte den Termin gestern, um den Ratsleuten zusammen mit Baudezernent Uwe Bodemann vorzustellen, warum das Ihme-Zentrum vom Bund zum Nationalen Projekt der Stadtentwicklung erklärt worden ist. Wie berichtet, soll es rund 2 Millionen Euro Förderung vom Bund geben, um öffentliche Räume wie etwa die Durchgänge zu finanzieren und Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Noch vor dem Sommer müssen die Anträge konkretisiert werden. Weil die Stadt eine Million zuzahlen muss, forderte Jens Emmelmann (CDU), dass der Rat kurzfristig alle Informationen dazu erhält: „Notfalls legen wir vor der Sommerpause noch Sondersitzungen ein.“

Fotograf Philipp von Ditfurth hat das Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.

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