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Aus der Stadt Der Gerüst-Aufbau über dem Anzeiger-Hochhaus als Zeitraffer
Hannover Aus der Stadt Der Gerüst-Aufbau über dem Anzeiger-Hochhaus als Zeitraffer
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00:30 30.03.2018
Bauarbeiten am Madsack Anzeigerhochhaus in der Innenstadt von Hannover. Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

   Dutzende Schaulustige hatten sich an der Goseriede eingefunden – denn es ist ein kleines Spektakel: Ein 250-Tonnen-Kran, der sonst Flügel an Windräder montiert, hievte in der Nacht zu Mittwoch Gerüsttraversen an der Goseriede auf über 50 Meter Höhe. Die tonnenschweren Traversen werden bis Jahresende die Kuppel des Anzeiger-Hochhauses überdecken, damit darunter die Sanierung beginnen kann. 

Um 21 Uhr wurde die Goserioede komplett gesperrt, der Kran nahm seine Arbeit auf. Gegen 3.30 Uhr war das letzte Gerüstteil über der Kuppel angelandet. „End of exercise, der Kran baut ab“, meldete der Madsack-Architekt Jörg Kairies.

Dutzende Schaulustige haben sich an der Goseriede eingefunden: Ein Kran hievt in der Nacht ein Gerüstdach über die Kuppel des Anzeiger-Hochhauses. 

Exercise? Tatsächlich war es eine Weltpremiere. Die jeweils 3,8 Tonnen schweren Dachtraversen wurden vom Kran in luftiger Höhe auf Gleitschienen abgelegt und dann von der Straßenseite aus über die Kuppel hinweg in ihre endgültige Position geschoben. Dabei kamen spezielle, von der Gerüstfirma Rux entwickelte Polymerrollen zum Einsatz. Sie erleichern das Gleiten der jeweils 3,8 Tonnen schweren Konstruktionen. Es war der erste Praxistest für die neue Technik. Das Gerüst rund um den Backsteinbau und die Kupferkuppel war in wochenlanger Arbeit von der Gerüstbaufirma Schmiedt montiert worden. Juniorchef Christian Schmiedt leitete die Arbeiten in der Nacht von ganz oben aus. 

Die Bedingungen waren relativ günstig. Zumindest zu Beginn der Arbeiten war es  trocken, Windstille erleichterte dem Kran das Arbeiten. Allerdings begann es zu regnen, der Wind frischte über Nacht deutlich auf. „Ziemlich zugig“ sei es auf der Kuppel gewesen, sagt Kairies, und alle seien „komplett durchnässt“. Aber es hat geklappt.

Das Anzeiger-Hochhaus gilt als eines der Wahrzeichen Hannovers. 1927 bis 1928 erbaut vom Zeitungsverleger August Madsack nach Plänen des Hamburger Architekten Fritz Höger im Stil des Backstein-Expressionismus, hat das Bauwerk mit seiner weithin sichtbaren Planetariumskuppel die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs fast unbeschadet überstanden. Bei einer Routinekontrolle 2016 aber fiel auf, dass sich die Hanfdübel lösen, die die Kupferplatten auf dem Dach fixieren. Begutachtungen im Inneren ergaben dann, dass auch die Tragkonstruktion der Kuppel nach 90 Jahren Schwächen zeigt, die zwar noch keine Gefahr darstellen, aber Reparaturen nötig machen. Die Madsack Mediengruppe entschloss sich daher 2017, die gesamte Kuppel zu erneuern – sie soll wieder so stabil werden, dass sie weitere 90 Jahre hält. 

Von Conrad von Meding

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