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Aus der Stadt Verstopfte Innenstadt nervt Kunden und Händler
Hannover Aus der Stadt Verstopfte Innenstadt nervt Kunden und Händler
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00:17 30.07.2015
Von Michael B. Berger
„Es ist zu befürchten, dass das eine Baustelle für zwei Jahre wird“: Die City-Gemeinschaft sorgt sich um die Händler im Bereich der Kurt-Schumacher-Straße. Quelle: Surrey
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Hannover

Die City-Gemeinschaft, Zusammenschluss der Innenstadt-Händler, kritisiert eine schlechte Verkehrsregelung. Diese führe in der Schillerstraße und in der Andreaestraße bei größerem Andrang sofort zu einem Dauerstau und zu erheblichen Problemen in den angrenzenden Parkhäusern.

Wie berichtet, haben zum Ferienbeginn die Bauarbeiten in der Kurt-Schumacher-Straße zwischen Steintor und Hauptbahnhof begonnen. Wegen der geplanten Hochbahnsteige müssten Leitungen für Gas, Wasser, Strom und Telefon umgelegt werden, erläutert der Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region, Stefan Harke. Dazu müssten bis Anfang September immer wieder einzelne Abschnitte der Straße für den Autoverkehr gesperrt werden. Die Straßenbahn fährt in dieser Zeit nicht durch die Kurt-Schumacher-Straße, sondern im Tunnel zur Station Hauptbahnhof.

Das Projekt 10/17

Kaum ein Thema war in der hannoverschen Politik in den vergangenen Jahren so umstritten, wie die sogenannte D-Linie. Dabei geht es eigentlich nur um den behindertengerechten Ausbau der beiden rein oberirdischen Stadtbahnstrecken 10 und 17. Während die Grünen lange Zeit eine sogenannte Niederflurbahn mit einem ebenerdigen Ausstieg gefordert hatten, wollten viele Bürger die Verlegung der D-Linie im Innenstadtbereich in einen Tunnel, der in großen Teilen hätte neu gebaut werden müssen. Nun gibt es eine oberirdische Strecke mit Hochbahnsteigen. Dadurch wird es zum Beispiel künftig in der Kurt-Schumacher-Straße vor der Ernst-August-Galerie eng, dort soll im kommenden Jahr ein Hochbahnsteig gebaut werden. Der sogenannten Posttunnel, von wo die D-Linie dann zur Endhaltestelle Rundestraße fährt, ist noch zu niedrig, dort muss die Fahrbahn aufwendig abgesenkt werden. mak

Zum Ende der Sommerferien sollen dann nach Harkes Angaben auch die Bauarbeiter wieder abziehen – zunächst. Im kommenden Jahr will die Infra dann mit der Verlegung der neuen Gleise, dem Bau des Hochbahnsteiges und der Neugestaltung der Straße beginnen. Voraussetzung für den Start der Arbeiten ist der Planfeststellungsbeschluss, der noch nicht vorliegt. Harkes Plan ist es, bis Ende 2016 mit dem Gröbsten fertig zu sein.

„Bei uns bleiben die Kunden weg.“

„Man merkt sofort am Umsatz, dass die Straßenbahn nicht fährt“, sagt der Geschäftsführer des City-Copy-Shops, Fuat Akkus. „Bei uns bleiben die Kunden weg.“ Normalerweise sei der Andrang in seinem Laden gerade sonnabends riesig, berichtet er. Aber so lange die Bahn nicht fährt, werde dieses Problem bestehen bleiben.

Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, ärgert sich über die Verkehrsführung an der Einmündung der Andreaestraße in die Kurt-Schumacher-Straße zu Beginn der Bauarbeiten. „Die Linksabbiegerspur war gesperrt. Weil die Rechtsabbieger aus der Andreaestraße auf die Fußgänger warten mussten, die die Kurt-Schumacher-Straße kreuzten, ging da kaum noch etwas“, berichtet er. Das führte noch am Sonnabend zu einem Rückstau bis weit in die Schillerstraße und behinderte auch die Abfahrt aus den Parkhäusern. Gestern schließlich gab die Stadt die Linksabbiegerspur für Geradeausfahrer frei. Das wiederum führt jetzt zu Drängeleien von Autofahrern, die aus zwei Spuren aus der Andreaestraße kommen und sich dann in die einspurige Herschelstraße einfädeln müssen.

Bauarbeiten von bis zu zwei Jahren

Im Übrigen kann sich Prenzler nicht vorstellen, dass die Kurt-Schumacher-Straße endgültig so schnell fertig wird, wie Harke das prognostiziert. „Es ist zu befürchten, dass das dann ab dem nächsten Jahr eine Baustelle für zwei Jahre wird“, sagt er.
Geschäftsmann Akkus kritisiert unterdessen die Planung. Schon im vergangenen Jahr seien erst Löcher gemacht und dann wieder geflickt worden. „Und jetzt wird wieder alles aufgerissen“, beklagt er. Akkus würde sich ein deutlich effektiveres Arbeiten wünschen. „Wenn man hier Tag und Nacht durcharbeiten würde, wäre man in ein paar Monaten komplett fertig“, sagt er.

Ähnlich äußert sich auch eine Mitarbeiterin von Optiker Friedrichs. „Unsere Kunden kommen hier einfach nicht ran, weil es keine Parkplätze gibt“, klagt sie.

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