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Aus der Stadt Bauboom an der Leibniz-Universität
Hannover Aus der Stadt Bauboom an der Leibniz-Universität
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08:51 25.10.2012
Von Juliane Kaune
 In der Herrenhäuser Strasse wird an einem Laborneubau für die Biologen und Gartenbauingenieure der Leibniz-Universität gearbeitet. Quelle: Ralf Decker
Hannover

Den Fortschritt der Forschung soll man nicht aufhalten. Dass eine vielversprechende Innovation der Uni-Chemiker am Mittwoch eingemauert wurde, hatte denn auch keineswegs etwas mit Stillstand zu tun. Im Gegenteil: Die Ampulle mit dem potenziellen Krebsmedikament Argyrin versenkte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka bei der Grundsteinlegung für das Biomolekulare Wirkstoffzentrum (BMWZ, Grafik Nr. (2)) nur als symbolischen Akt in einer „Zeitkapsel“. Die Wissenschaftler arbeiten natürlich weiter an der Entwicklung der wegweisenden Substanz auf Naturstoffbasis, die in einigen Jahren als Therapeutikum gegen Tumore eingesetzt werden soll.

In dem 21,5 Millionen Euro teuren, gut 2000 Quadratmeter großen Forschungszentrum, das am Schneiderberg entsteht, dreht sich alles um die Potenziale von Wirkstoffen, die aus Pflanzen und anderen biologischen Organismen gewonnen werden. Das BMWZ ist eines der zentralen Neubauprojekte, das auf der Agenda der Leibniz-Uni steht. Die Hochschule erlebt derzeit einen regelrechten „Bauboom“: Projekte mit einem Gesamtvolumen von 194 Millionen Euro sind schon im Gange oder werden in den kommenden beiden Jahren in Angriff genommen.

Im BMWZ werden 13 Arbeitsgruppen mit zusammen 90 Wissenschaftlern aus der Chemie, der Biologie und der Biochemie fach- und hochschulübergreifend forschen. Partner der Uni sind unter anderem die Medizinische und die Tierärztliche Hochschule Hannover sowie das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Ziel ist es, neuartige Medikamente auf Naturbasis so weit zu entwickeln, dass sie in klinischen Tests mit Patienten eingesetzt werden können. Im Fokus der Forscher steht der Kampf gegen Krebs, aber auch gegen Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Tuberkulose wollen sie innovative Arzneien entwickeln.

„Das wissenschaftliche Konzept des BMWZ ist im internationalen Vergleich bisher einmalig“, lobte Wanka. Land und Bund teilen sich die Kosten des Komplexes, den auch der Wissenschaftsrat als Bau mit „nationaler und internationaler Bedeutung“ eingestuft hatte. Uni-Präsident Erich Barke und die federführend an den Forschungsprojekten beteiligten Professoren Andreas Kirschning, Markus Kalesse und Thomas Scheper hörten das natürlich sehr gern.

Die weiteren Projekte:

(1) Moritzwinkel: Bald werden die Uni-Sportler mehr Platz haben: Im April 2013 ist der gut zehn Millionen Euro teure Erweiterungsbau des zentralen Sportzentrums fertig. Schon jetzt nutzen jede Woche rund 7000 Sportler aus allen hannoverschen Hochschulen das Angebot – künftig sollen es noch mehr werden.

(3) Callinstrasse: „Leuchtturmprojekt“ werden zukunftsweisende Vorhaben genannt. Bei dem Forschungszentrum HITec geht es tatsächlich hoch hinaus: Das spektakuläre Herzstück des 29,5 Millionen Euro teuren Komplexes, der ab 2013 gebaut wird, ist ein 20 Meter hoher Turm für Experimente in der Schwerelosigkeit. 120 Physiker, Geodäten und Ingenieure anderer Disziplinen werden ab 2015 im HITec arbeiten, das Land und Bund finanzieren.

(4) Herrenhäuser Strasse: Bis in winzigste Molekularstrukturen von Pflanzen werden Biologen und Gartenbauingenieure in dem 18 Millionen Euro teuren Laborneubau vordringen, der bis März 2014 entsteht. Die Kosten tragen Land und Uni.

(5) Marienwerder: Fast wie an der Meeresküste können sich die Bauingenieure fühlen, die in dem Komplex arbeiten werden, für den am 29. November der Grundstein gelegt wird. In dem 25 Millionen Euro teuren Testzentrum für Tragstrukturen, das überwiegend vom Bundesumweltministerium finanziert wird, widmen sich die Uni-Experten ab 2014 der Erforschung von Offshore-Windenergieanlagen. In einer 14 Meter langen und zehn Meter tiefen Wasser- und Sandgrube können sie Bedingungen nachahmen, die denen auf hoher See entsprechen. 

(6) Garbsen: Auf das derzeit teuerste Bauprojekt musste die Uni lange warten. Beim Produktionstechnischen Zentrum in Garbsen (Bild) entsteht ab 2014 ein neuer Campus für die Maschinenbauer. 90 Millionen Euro investiert das Land in den 21.000 Quadratmeter großen Komplex. Wenn er 2018 fertig ist, werden bis zu 5000 Studenten vor den Toren Hannovers lernen.

 

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